"Ihr Partner hat eine Schwangere umgebracht": Todesgeschichte überfordert Seniorin

Mit einer grausamen Lügengeschichte von einem tödlichen Unfall mit einer Schwangeren bringen falsche Polizisten eine Seniorin in Bogenhausen dazu, Schmuck und Luxusuhren als angebliche Kaution zu übergeben. Erst später fliegt der perfide Schockanruf-Betrug auf.
von  Hüseyin Ince
Der Schock kann gar nicht groß genug sein für Gauner, die per Callcenterbetrug Beute machen.
Der Schock kann gar nicht groß genug sein für Gauner, die per Callcenterbetrug Beute machen. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Eine Seniorin in Bogenhausen hat am Freitag (20. März) kurz vor drei Uhr einen großen Schock erlitten. Ein Unbekannter rief bei ihr an. Der Mann gab sich als Polizist aus. Er erzählte eine so brutale und offenbar auch glaubwürdige Geschichte, dass er damit die Münchnerin in der Hand hatte.

Ihr Lebensgefährte habe eine rote Ampel überfahren, so der falsche Polizist, und dabei eine schwangere Frau getötet, sagte die Stimme. Nun sei eine Kaution fällig. Wenn sie 75.000 Euro bezahlen könne, müsse ihr Lebensgefährte nicht ins Gefängnis.

Die Frau übergibt Schmuck und teure Uhren

Die Seniorin verzweifelte, weil sie kein Geld hatte. Sie bot statt Bargeld Schmuck an. Sie vereinbarte ein Treffen zur Übergabe der Wertgegenstände um 18.30 Uhr. Und tatsächlich, ein Mann erschien bei der Frau zur verabredeten Zeit. Die Frau übergab Schmuck und hochwertige Uhren im Wert von mehreren 10.000 Euro. Der Abholer verschwand.

Als sich später am Tag der Lebensgefährte der Frau bei ihr meldete, fiel der Betrug auf. Die Seniorin erstattete Anzeige bei der Polizei in Bogenhausen. Doch der Täter war längst spurlos verschwunden.

Einer der Betrüger hatte ein seriöses und gepflegtes Aussehen

Das Kommissariat 61 ermittelt. Die Seniorin beschrieb den Abholer der Wertgegenstände als einen etwa 50-Jährigen, ungefähr 1,85 Meter groß, ohne Bart, keine Brille, schlank. Er sprach wohl hochdeutsch und hatte einen Pulli sowie eine beige-graue Jacke an und verschwand irgendwo zwischen Kopernikusstraße, Mühlbaurstraße, Keplerstraße sowie Zaubzerstraße.

Sachdienliche Hinweise an die Polizei unter: 089/ 29100 oder in jeder Polizeidienststelle.

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