IAA in München: Umweltschützer üben Kritik

| Gaby Mühlthaler
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Die Messe in Riem, sie soll nur ein Standort der IAA werden.
dpa Die Messe in Riem, sie soll nur ein Standort der IAA werden.

Es wird eine weitere Großveranstaltung in der Stadt: Im September 2021 wird erstmals die Internationale Automobilausstellung (IAA) in München stattfinden. Doch das führt schon jetzt zu Konflikten – Politiker und Umweltschützer sperren sich. Nicht zuletzt, weil die Messe nicht nur in Riem, sondern auch in der Innenstadt stattfinden soll.

Innenstadtparkplätze für IAA in München

So hat der Feriensenat des Stadtrats am 29. April beschlossen, für die IAA Innenstadtplätze zur Verfügung zu stellen. Dagegen hat Ex-Stadtrat Herbert Danner (Grüne) Widerspruch bei der Regierung von Oberbayern eingelegt. Er bemängelt, dass der Entschluss in einer nichtöffentlichen Sitzung gefallen ist – und auch die betroffenen Bezirksausschüsse (BA) nicht im Vorfeld beteiligt wurden.

Auch der Bund Naturschutz (BN) kritisiert: Die Stadt "gibt ihre Deutungshoheit zur Verkehrswende aus der Hand", es sei ein Affront ohnegleichen, dass die Öffentlichkeit nicht beteiligt worden sei. Eine breite Diskussion zur Verkehrswende müsse von der Stadt und nicht von den Automobilkonzernen ausgerichtet werden.

Fast 70 Jahre lang war Frankfurt der Austragungsort der IAA. Mit dem neuen Konzept "Von der Auto-Ausstellung hin zur umfassenden Mobilitätsplattform", hat die Messe München (MMG) den Zuschlag bekommen. Wichtigstes Element dabei: Neben der Autoschau auf dem Messegelände wird es eine "Mobilitätsplattform" auf Innenstadtplätzen geben, wo neben Dialogforen neue Formen der individuellen, geteilten und öffentlichen Mobilität für alle Bürger präsentiert und mit ihnen diskutiert werden.

Flugtaxis sollen in der Münchner Innenstadt vorgestellt werden

Der "IAA-Summit" auf der Messe und die "Open Spaces" in der Innenstadt sollen zwar räumlich getrennt, aber inhaltlich eng verzahnt werden. So können Besucher auf einem Parcours für Mikromobilität in der Residenzstraße oder zwischen den Innenstadtplätzen Auto, Lastenrad, E-Scooter, E-Bike, Hoverboard und anderes testen. Auch Flugtaxis und Hyperloop sollen im Open Space vorgestellt werden. "Shared Mobility" heißt das Zauberwort, das Zukunftslösungen für den Innenstadtverkehr hervorbringen soll. Für gut 5,1 Hektar städtische und 1,2 Hektar Freistaat-Flächen als "Open Spaces" hat der Feriensenat sein Okay gegeben: Königsplatz, Wittelsbacherplatz, Odeonsplatz mit Ludwigstraße, Max-Joseph- und Marienplatz. Zudem wird es während der sechstägigen IAA eine Vorrangspur für umweltfreundliche Fahrzeuge zwischen Messe und Innenstadt geben. Im IAA-Eintrittspreis ist ein kostenloses MVV-Ticket enthalten.

Nichtöffentlich behandelt wurden die "Open Spaces" laut Vorlage von Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU), weil vertrauliche Daten "der Messe München und Dritter tangiert werden". Es handle sich um gesamtstädtische Belange, die BAs würden daher nicht beteiligt. Die Behandlung im Feriensenat sei "zwingend notwendig", da MMG und Verband der Automobilindustrie (VDA) die Verträge noch im April unterzeichnen sollten, schreibt Baumgärtner.

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