Hunderttausende Euro Abfindung? Ansturm auf BMW-Portal

Bis zu 8000 Stellen sollen bis Ende 2027 weltweit wegfallen. Deshalb setzte BMW ein Abfindungsprogramm auf, das vor rund einer Woche an den Start gegangen ist. Doch nach BR-Informationen ist das bereits nach wenigen Tagen wieder vorübergehend geschlossen.
Aus Kreisen des Unternehmens heißt es, dass kurz nach Start des Programms das Portal wegen Überlastung zeitweise nicht erreichbar gewesen sei. Zum Verlauf des Programms äußert sich BMW auf Nachfrage der AZ nicht konkreter. Der Konzern bestätigt jedoch, "dass das freiwillige Abfindungsprogramm der BMW AG in den Tagen nach dem Versand persönlicher Konditionen auf großes Interesse gestoßen ist".
BMW-Abfindung nur für Bürojobs
Auf dem Portal konnten die Mitarbeiter sich ein Abfindungsangebot errechnen lassen – das ist vor allem vom Einkommen und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängig. BMW teilt der AZ dazu mit: "Die Konditionen wurden für alle teilnahmeberechtigten Mitarbeitenden – dies sind die Mitarbeitenden in der BMW AG im indirekten Bereich, Produktion ausgenommen – auf individueller Basis und nach einheitlichen Grundsätzen ermittelt."

Zum indirekten Bereich gehören Bürojobs: also Verwaltung, Forschung und Entwicklung. Da für die Neue Klasse bereits die ersten Autos produziert werden, braucht es auch weniger Mitarbeiter in diesen Bereichen.
Wie hoch die jeweiligen Abfindungsbeträge ausfallen, veröffentlicht der Autohersteller nicht. Unternehmenskreisen zufolge wurden älteren, langjährigen Beschäftigten mit höheren Einkommen teils Beträge von mehreren Hunderttausend Euro angeboten.
Gesamtkosten für BMW-Abfindung: Dreistelliger Millionenbetrag
Derlei Abfindungen zu bezahlen, kostet BMW erst einmal eine Stange Geld. Die Rede ist von Kosten in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags. Die Idee: langfristig das Unternehmen so zu entlasten.
Mit den abgebauten Stellen will der Konzern ab 2028 bis zu eine Milliarde Euro an Kosten einsparen. Insgesamt beschäftigt BMW auf der ganzen Welt rund 154.000 Menschen – mehr als die Hälfte arbeitet in Deutschland. Eine beträchtliche Zahl der Stellen dürfte daher auch hierzulande abgebaut werden. Außerdem möchte der Konzern vermehrt auf Künstliche Intelligenz setzen, um so effizienter zu werden.
Wie die ganze Automobilbranche steckt auch BMW in der Krise: Mitte Juni verkündete der Konzern, dass Absatz und Gewinn im laufenden Jahr deutlich niedriger ausfallen als geplant.