Hund Balu mit Schlafmittel und Schlag betäubt, um einzubrechen?

Prozess gegen Einbrecher: Der Vorbestrafte muss etwa vier Jahre in Haft gehen.
| John Schneider
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Vor Prozessbeginn: Der Einbrecher und sein Anwalt.
Daniel von Loeper Vor Prozessbeginn: Der Einbrecher und sein Anwalt.

München - Was ist mit Balu geschehen? Der 40 Kilo schwere Labrador sollte das Feldmochinger Haus seines Herrchen hüten und wurde von zwei Einbrechern ruhig gestellt. Laut Anklage vermutlich durch ein Betäubungsmittel und einen Schlag gegen den Kopf.

Stimmt nicht, sagt Marius A. (39). Der Rumäne gesteht beim Prozessauftakt am Dienstag alle neun angeklagten Einbrüche. Aber Balu will er nicht betäubt und geschlagen haben. "Der Hund hat erst gebellt und dann mit dem Schwanz gewedelt", erklärt der 39-Jährige vor Gericht. Das Tier sei ihm dann ganz friedlich gefolgt. Marius A. vermutet, dass der Hund nur bellt, wenn es an der Haustür klingelt. Das habe er jedenfalls hinterher nochmal so ausprobiert.

Das erste Opfer der Einbruchsserie im Herbst 2016 - ein Familienvater, der damals in Bogenhausen lebte - berichtet dem Gericht, dass er mit seiner Familie nach einem New-York-Urlaub nach Hause kam und die durchwühlten Schubladen bemerkte.

Er selber habe den Einbruch gut verkraftet. Frau und Tochter hätten da aber mehr dran zu knabbern gehabt. Die Täter stahlen Schmuck, Bargeld und elektronische Geräte im Wert von etwa 26.000 Euro.

Insgesamt erbeuteten Marius A. und sein Komplize bei der Einbruchsserie im ganzen Stadtgebiet über 120.000 Euro. Eine DNA-Spur überführte den Angeklagten.

Nach einer Verständigung aller Prozessbeteiligten wird es für Marius A. auf eine Haftstrafe zwischen drei Jahren und neun Monaten und viereinhalb Jahren hinauslaufen, erklärt der Vorsitzende Richter Philipp Stoll. Marius A. nimmt es zähneknirschend zur Kenntnis, ist aber letztlich doch einverstanden. Er will so schnell wie möglich zurück in die Heimat.

Bereits abgesessen hat er die Strafe aus einem vorherigen Verfahren. Das Landgericht hatte ihn zu einer Haft von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt

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