Hohe Umfragewerte: Grünen-Kandidaten dringend gesucht

Die Münchner Grünen bereiten sich längst auf die Neuwahl des Stadtrats 2020 vor. Warum Stadträte gehen und die Grünen neue Kommunalpolitiker suchen.
| Emily Engels
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Die Münchner Grünen-Vorsitzende Gudrun Lux
Andreas Gregor/ho (Archivfoto) Die Münchner Grünen-Vorsitzende Gudrun Lux

München - "Wir brauchen dich in der Kommunalpolitik" steht auf der Internetseite der Grünen Bayern in großen weißen Buchstaben auf einem knallrosa Hintergrund.

Auf einem Foto ist eine junge Frau mit Fahrrad abgebildet. Was nach einer hippen Jobanzeige aussieht, ist im Grunde genommen auch eine: Die Grünen suchen dringend Nachwuchs für die Wahl 2020. Auch in München? "Bedingt", sagt die Münchner Grünen-Vorsitzende Gudrun Lux. Sie erklärt der AZ: "Die Kampagne zielt darauf ab, dass die Grünen bayernweit neue Ortsverbände aufbauen und dafür Mitglieder brauchen."

Die Münchner Grünen-Vorsitzende Gudrun Lux
Die Münchner Grünen-Vorsitzende Gudrun Lux © Andreas Gregor/ho (Archivfoto)

Stadtratswahl schon in Vorbereitung

Trotzdem bereiten sich auch die Münchner Grünen längst auf die Neuwahl des Stadtrates 2020 vor. Dass sie der optimistisch entgegensehen, erkennt man unter anderem daran, dass sie über die ersten 30 bis 40 Listenplätze abstimmen wollen. Zum Vergleich: Bei der Wahl 2014 stimmten sie nur über die ersten 20 Plätze ab.

Nach Grünen-Manier wird über jeden der Listenplätze einzeln abgestimmt - auf einem Parteitag im September müssen Kandidaten sich unter anderem mit Reden bewerben. Zumindest der erste Platz steht schon fest: Den wird die OB-Kandidatin Katrin Habenschaden besetzen.

Ziemlich sicher ist auch, wer von den "altbewährten" Grünen nicht mehr antreten wird: Das sind Herbert Danner, Jutta Koller, Ex-OB-Kandidatin Sabine Nallinger und Oswald Utz.

Ganz offen über seine Gründe spricht Oswald Utz, der Behindertenbeauftragter der Stadt München ist und selbst im Rollstuhl sitzt. Er sagt der AZ: "Der organisatorische Aufwand ist einfach zu hoch. Für mich, weil ich im Rollstuhl sitze, ist er nochmal ein anderer." Utz arbeitet neben dem Stadtrat in Teilzeit. Er könne seine Kraft nicht mehr zwischen den Tätigkeiten aufteilen, bedauert er.

Grünen-Chefin Gudrun Lux optimistisch

Obwohl die Rathaus-Grünen einige ihrer erfahrensten Mitglieder verlieren, zeigt sich Gudrun Lux optimistisch, dass die Plätze auch künftig gut besetzt werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl an Mitgliedern verdoppelt: 2.500 Münchner gehören mittlerweile dem Stadtverband an. Sabine Nallinger sagt der AZ: "Wir haben genug kompetente Mitglieder und bekommen ständig neue."

Eine wichtige Frage für potenzielle Anwärter des Stadtratsamtes dürfte die des zeitlichen Aufwandes sein. Hierfür gibt es keine festgelegte Stundenanzahl. "Aber es gibt feste Sitzungstermine, Ausschüsse, Vollversammlungen und Berge von Unterlagen", so Gudrun Lux. So komme man mindestens auf den zeitlichen Aufwand einer Halbtagsstelle.

Ein Stadtratsmandat ist mit viel Einsatz verbunden

Oder deutlich mehr, findet CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann. Sie rechnet mit 30 bis 40 Stunden pro Woche. Neben Job und Familie müsse man am Wochenende Unterlagen bearbeiten, statt sich Freizeit zu gönnen - zumindest, wenn man montags gut vorbereitet in die Sitzungen gehen möchte.

Zurück zu den Grünen: In einem Bereich sind die in München doch aktiv auf Kandidatensuche: in den Bezirksausschüssen. Denn hier, so Lux, will man in Zukunft die Hälfte der Plätze mit Frauen besetzen. Im Rathaus ist das längst der Fall. Unter den 13 Grünen-Mitgliedern sind sieben Stadträtinnen.

Lesen Sie hier: Monatliche Aufwandsentschädigung - Was ein Stadtrat in München kassiert

Lesen Sie auch: Kommunalwahl 2020 - Münchner CSU-Frauen fordern ihren Anteil

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