Hofgarten: Sanierung der historischen Schalenbrunnen hat begonnen
Vom Dianatempel aus hat man einen guten Blick auf sie: die vier runden Schalenbrunnen aus Trentiner Rotmarmor und Nagelfluh im Hofgarten an der Residenz. Sie stehen jeweils an den Ecken des Rechtecks, in dessen Mittelpunkt der Tempel liegt. Ursprünglich hat der Architekt Leo von Klenze die Schalenbrunnen um 1822 entworfen. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des Hofgartens zerstört. Aber nach dem Krieg, bis 1957, baute der Bildhauer Joseph Wackerle die vier Brunnen nach ihrem historischen Vorbild wieder auf.
Kalkablagerungen und Korrosion
Das ist nun 70 Jahre her, und inzwischen sind nicht nur die Brunnen selbst marode. Auch die Zu- und Ablaufleitungen haben durch Kalkablagerungen und Korrosion gelitten, teilt die Bayerische Schlösserverwaltung mit – und will die vier Brunnen deshalb in den kommenden Jahren Stück für Stück sanieren.

Rohre erneuern, abdichten, beschichten
Am südwestlichen Brunnen hat das Staatliche Bauamt München I schon mit der Arbeit angefangen. Geplant ist, alle Zu- und Ablaufrohre unter den Brunnenbecken zu erneuern und auch das Überlauf- und Ablaufsystem zu optimieren, damit sich künftig Laub und Treibgut leichter entfernen lassen.
Ein Dach schützt vor direkter Sonne
Danach dichten die Sanierungsexperten die Becken ab und beschichten sie neu. Vorher müssen noch die Umrandungen aus Naturstein abgehoben werden.
Die neue Beschichtung der Brunnenbecken soll vor mechanischen Einflüssen und auch vor UV-Strahlung schützen. Sie muss längere Zeit trocknen und darf dabei weder Regen noch direkter Sonne ausgesetzt sein. Darum schützt ein Dach die Brunnen, solange die Sanierungsarbeiten im Gange sind.
Schließlich werden noch die marmornen Kaskadenschalen in der Mitte der Brunnenbecken poliert und gewachst. All das, heißt es bei der Schlösserverwaltung, erfordert „hohe Präzision“.

Wasser aus dem Hofbrunnwerk
Und woher kommt eigentlich das Brunnenwasser? Aus dem Grundwasser – und zwar über das historische Hofbrunnwerk, das am Nordrand des Hofgartens unter den Arkaden liegt, nahe der Staatskanzlei. Seine Pumpen, angetrieben vom Hofbrunnwerkkanal, pumpen das Grundwasser ins Versorgungsnetz der Schalenbrunnen.
Das Hofbrunnwerk versorgte früher auch die Residenz und angrenzende Stadtgebiete mit Wasser. Die Sanierung des ersten Schalenbrunnens soll noch bis September dauern, teilt die Schlösserverwaltung mit. In den nächsten Jahren soll es mit den anderen drei historischen Brunnen weitergehen.
Bis bei ihnen die Sanierungsexperten anrücken, bleiben die Brunnen in Betrieb, sie dürfen also weiter plätschern. Teilweise seien sie allerdings undicht. Möglich also, dass sie zum Teil weniger Wasser führen.
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