Hofflohmärkte in München: Neuheiten und Termine für alle Stadtviertel

Am Samstag starten die Hofflohmärkte in München. Der AZ erzählt ihr Macher, was das Projekt ausmacht und was heuer neu ist.
| Interview: Myriam Siegert
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Mehr als 30 Hofflohmärkte wird es in diesem Frühling und Sommer wieder in München geben. Im kleinen Bild: Der Organisator René Götz.
facebook.com/hofflohmaerkte/AZ Mehr als 30 Hofflohmärkte wird es in diesem Frühling und Sommer wieder in München geben. Im kleinen Bild: Der Organisator René Götz.

München - Hausanwohner verkaufen im eigenen Hof oder Garten: Das eigentlich simple Konzept macht seit Jahren Furore in der Stadt, die Zahl der Märkte steigt. Ein Gespräch über verschiedene Viertelstrukturen und deren Pflege. René Götz organisiert mit der Agentur "viertelvorstadt" die Hofflohmärkte.

AZ: Herr Götz, der Saisonstart der Hofflohmärkte steht bevor.
RENE GÖTZ: Endlich geht’s wieder los! Am 28. April ist Start in Neuhausen und wir freuen uns über wieder mehr Teilnehmer. Die Pläne sind schon im Umlauf, aber man kann sich bis einschließlich Mittwoch noch auf den Online-Plänen eintragen lassen. Die werden rege genutzt. Wir planen mittlerweile fast das ganze Jahr durch, die Termine werden recht lange im Voraus festgelegt. Die ersten Anmeldeschlüsse sind durch, es kommen immer häufiger Nachfragen und Nachmeldungen. Dank des schönen Wetters juckt es die Leute schon.

Zum wievielten Mal finden die Flohmärkte jetzt schon statt?
Seit gut 15 Jahren, da entstand die Idee, die eigentlich von den amerikanischen Garage- oder Yard-Sales abgeleitet ist.

In München gehören sie schon fest dazu.
Ja, das wächst immer weiter. Immer wieder kommen neue Höfe, Straßen und Viertel dazu. 2015 habe ich mich außerdem den Sprung in andere Städte getraut, Köln und Stuttgart. Freunde zogen hin und sagten, sie hätten das da auch gerne.

Wie viele Märkte sind es jetzt?
In München sind es mittlerweile über 30, mit Umland 41. Wir bespielen jetzt sogar die Sommerferien, Termine, die früher eher unbeliebt waren und deshalb ausgelassen wurden. Bei Besuchern sind die Höfe in den Ferien aber sehr willkommen.

Bilder: Flohmarkt-Wahnsinn auf der Theresienwiese

Und was gibt es heuer Neues?
Wir arbeiten zum ersten Mal mit der Gemeinde Haar zusammen, auch Garching und Puchheim sind neu dabei. Die Ludwigsvorstadt macht zum ersten Mal mit, also von westlich der Lindwurmstraße bis zum Hauptbahnhof. Außerdem neu dabei sind Englschalking/Daglfing, Forstenried, Maxhof, Fürstenried und Trudering. Zu Hasenbergl-Harthof, was im vorigen Jahr Premiere hatte, nehmen wir heuer noch die Lerchenau dazu. Alle Viertel und Orte, die neu dabei sind, haben sich übrigens von sich aus bei uns gemeldet.

Was begeistert Sie an den Hofflohmärkten?
Ich radle gerne durch die Viertel und schaue mir alles an. Es ist interessant, die verschiedenen Strukturen der Viertel zu sehen und zu erleben. Selbst als Münchner entdeckt man immer neue Orte. München hat nicht nur das urbane, sondern auch viel Weitverstreutes, mit schönen Gärten und kleinen Häuschen. Da denkt man sich oft: Hier würd’ ich auch wohnen wollen.

Haben Sie einen Favoriten unter den Flohmärkten?
Das ist ganz schwierig. Ich selber verkaufe privat in Hadern (München), das mag ich sehr gerne. Mein Büro liegt aber im Schlachthofviertel, dadurch bekomme ich das dort auch mit und das ist immer spannend. Aber auch der Abend-Flohmarkt in Gern ist toll! Der Freitagabend wird überhaupt wunderbar angenommen.

Es gibt immer noch weiße Flecken auf dem Flohmarkt-Stadtplan. Die Obere Au zum Beispiel, die gehört irgendwie zu keinem Bereich dazu.
Ja, wir haben mal versucht, sie an Haidhausen dranzuhängen, mal an die Untere Au, aber das ist irgendwie schwierig. Einzelne, kleinere Bereiche muss man vielleicht als Einzeltermin andenken für einen Freitagabend oder Abendtermin unter der Woche. Das sind aber bisher nur Ideen. Heuer zählt sie wieder zum Termin in Au/Untergiesing.

Obwohl es gegen die offiziellen Teilnahmebedingungen ist, verkaufen viele auf Plätzen oder Gehsteigen. Ist das ein Problem oder drücken Sie da ein Auge zu?
Der Verkauf auf öffentlichen Flächen ist nicht erlaubt. Es widerspricht auch der Idee der Hofflohmärkte. Dieses Problem gibt’s vor allem in den zentraleren Vierteln. Mittlerweile kontrolliert das sogar die Polizei. Wir können immer nur drauf aufmerksam machen, dass das nicht erlaubt ist, der Stand geräumt werden kann und Ordnungsgelder verhängt werden. Das ist schon vorgekommen. Es gibt auch einzelne Beschwerden von Nachbarn darüber. So kann es natürlich auch sein, dass die Stadt irgendwann sagt: Das wird uns zu viel – und dann strengere Auflagen für die Hofflohmärkte im Ganzen erlässt. Damit wäre allen geschadet. Viele Leute denken vielleicht gar nicht groß drüber nach und machen das einfach. Da helfen Gespräche, wir gehen oft herum und machen die Leute drauf aufmerksam.

Was ist ihr Profi-Tipp statt des Spielregel-Bruchs?
Ich finde ja, man kann sich wirklich bemühen, in anderen Höfen unterzukommen. Wir empfehlen da gerne das Nachbarschaftsnetzwerk nextdoor.de, da kann man sich gut vernetzen.

Sie organisieren nicht nur die Hofflohmärkte, sondern haben auch andere Projekte zur Viertel-Pflege.
Ja, das Neueste sind die Sonntagsgesellschaften. Die Hofflohmärkte sind beliebt und laufen, aber es entstand der Wunsch nach etwas mehr Künstlerischem, ganz ohne finanziellen Aspekt. Bei den Sonntagsgesellschaften laden die Leute auch in ihren Hof und bieten etwas an oder dar – Brettspiele, Urban Gardening, Kinderprogramm... Vielleicht will jemand Musik machen oder Bilder ausstellen. Da kann man kreativ werden. Ansonsten funktioniert das wie bei den Hofflohmärkten: Man holt sich die Erlaubnis der Hausverwaltung, meldet sich an und bekommt eine Markierung im Plan fürs Viertel.

Und wie läuft das an?
Bei der Idee gibt es noch viel Erklärungsbedarf, Anfragen und Interesse sind aber da. Ich glaube, dass das wie die Flohmärkte klein startet und dann sehr schön werden kann.

Premiere der Sonntagsgesellschaften ist am 10. Juni im Schlachthofviertel, eingebettet in das Festival Isar-Ludwig. Weiter geht’s am 15. Juli in Haidhausen, am 16. September in Neuhausen und am 21. Oktober in Hadern (München). Mehr Infos unter: sonntagsgesellschaften.de


Termine der Hofflohmärkte in München: Von April bis September

  • Neuhausen: Samstag, 28. April, 10-16 Uhr
  • Viehhof-/Schlachthof-/Dreimühlenviertel: Samstag, 5. Mai, 10-16 Uhr
  • Untergiesing und Au: Samstag, 12. Mai, 10-16 Uhr
  • Westend: Samstag, 19. Mai, 10-16 Uhr
  • Berg am Laim: Samstag, 26. Mai, 10-16 Uhr
  • Thalkirchen: Samstag, 2. Juni, 10-16 Uhr
  • Gern: Freitag, 8. Juni, 17-22 Uhr
  • Haidhausen: Samstag, 9. Juni, 10-16 Uhr
  • Untermenzing: Freitag, 15. Juni, 17-22 Uhr
  • Solln und Obersendling: Samstag, 16. Juni, 10-16 Uhr
  • Bogenhausen: Freitag, 22. Juni, 17-22 Uhr
  • Sendling: Samstag, 23. Juni, 10-16 Uhr
  • Moosach: Freitag, 29. Juni, 17-22 Uhr
  • Obermenzing: Samstag, 30. Juni, 10-16 Uhr
  • Harlaching: Freitag, 6. Juli, 17-22 Uhr
  • Lehel: Samstag, 7. Juli, 10-16 Uhr
  • Nymphenburg: Freitag, 13. Juli, 17-22 Uhr
  • Hadern (München): Samstag, 14. Juli, 10-16 Uhr
  • Allach: Freitag, 20. Juli, 17-22 Uhr
  • Pasing: Samstag, 21. Juli, 10-16 Uhr
  • Maxvorstadt: Freitag, 27. Juli, 17-22 Uhr
  • Westparkviertel: Samstag, 28. Juli, 10-16 Uhr
  • Trudering: Samstag, 4. August, 10-16 Uhr
  • Ludwigsvorstadt: Samstag, 11. August, 10-16 Uhr
  • Englschalking, Daglfing und Zamdorf: Samstag, 18. August, 10-16 Uhr
  • Forstenried, Maxhof und Fürstenried: Samstag, 25. August, 10-16 Uhr
  • Milbertshofen: Samstag, 1. September, 10-16 Uhr
  • Ramersdorf: Samstag, 8. September, 10-16 Uhr
  • Hasenbergl, Harthof und Lerchenau: Samstag, 15. September, 10-16 Uhr
  • Aubing: Samstag, 22. September, 10-16 Uhr

Alle weiteren Infos sowie die Termine für das Münchner Umland gibt es auf: www.hofflohmaerkte.de

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