Hochzeit am Traumtag: Alle Termine in München ausgebucht

Ob der 6. Juni 2026 oder der 26. Juni 2026: Heiraten an einem einprägsamen Datum ist sehr beliebt – auch in München. Woran das liegt und wie hoch die Nachfrage für Trauungen in der Ruppertstraße, in der Mandlstraße und auf Schloss Nymphenburg ist.
von  Maximilian Neumair, dpa
Der Juni ist für das Ja-Wort ohnehin ein beliebter Monat. Die beiden Schnapszahldaten machen ihn noch begehrter.
Der Juni ist für das Ja-Wort ohnehin ein beliebter Monat. Die beiden Schnapszahldaten machen ihn noch begehrter. © Copyright: xDreamstimexMonolizax (www.imago-images.de)

Gleich mehrere Schnapszahlen in einem Monat: Wer an einem einprägsamen Datum heiraten will, kann dies im Juni beispielsweise am 6.6.2026 oder am 26.6.2026 tun. Viele Standesämter verzeichnen einen regelrechten Run auf die Termine, wie eine stichprobenartige Umfrage in deutschen Großstädten zeigt.

In München sind am 26. Juni alle 41 Termine ausgebucht, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR) auf Nachfrage der AZ mitteilt. "Die Nachfrage nach Trauterminen an Schnapszahl-Daten ist grundsätzlich leicht erhöht, besonders in den Sommermonaten", heißt es von der Behörde. Man biete zu solchen Daten die maximale Anzahl an Slots an: 19 Paare geben sich in der Ruppertstraße (Isarvorstadt) das Ja-Wort, genauso viele vermählen sich in der Mandlstraße beim Englischen Garten (Schwabing).

Am 6. Juni kann niemand in München heiraten

Außerdem feiern an diesem Tag im Schloss Nymphenburg drei Paare eine "Premiumhochzeit", wie der KVR es nennt. In Schloss Nymphenburg gibt es pro Monat nur einen Standesamt-Termin mit drei Slots, die per Losverfahren vergeben werden. Die Kosten: 670 Euro.

Ein beliebter Ort zum Heiraten: das Schloss Nymphenburg. Eine Trauung kostet hier 670 Euro und wird per Losverfahren erteilt.
Ein beliebter Ort zum Heiraten: das Schloss Nymphenburg. Eine Trauung kostet hier 670 Euro und wird per Losverfahren erteilt. © Felix Hörhager (dpa)

Im Neuen Rathaus finden keine Hochzeiten an den Schnapszahldaten statt. Generell kann in München niemand am 6. Juni 2026 heiraten. Obwohl an ausgewählten Samstagen auch am Wochenende geheiratet werden kann. Einen spezifischen Grund, warum das KVR auf dieses besondere Datum verzichtet, nennt die Behörde nicht. Es heißt lediglich: "Aus Kapazitätsgründen können nicht an allen Samstagen Trauungen angeboten werden."

Dieses Jahr hat es am Donnerstag, den 26. Februar 2026, bereits ein Schnapszahl-Datum gegeben, das trotz der Jahreszeit beliebt war. In der Mandlstraße waren alle 13 Slots ausgebucht, in der Ruppertstraße fanden acht von möglichen zwölf Trauungen statt.

Evangelische Kirche lässt Trauung am 26. Juni zu

Auch die evangelische Kirche bietet am 26. Juni bundesweit eine Reihe an Trauungen in Kirchen, Gärten und an ungewöhnlichen Orten an, wie etwa im Gläsernen Schanzenturm der Skisprungschanze in Oberstdorf im Kreis Oberallgäu. 

In München können sich Paare in der Dreieinigkeitskirche und in der Christkuskirche entweder mit Termin oder spontan trauen lassen. Die Dreieinigkeitskirche teilt der AZ auf Nachfrage mit, dass noch Termine frei seien. Wie viele Anmeldungen bereits vorliegen, nennt die Kirche nicht. Der Segen wird in einer etwa 20-minütigen Feier in geschmückter Kirche mit Orgelmusik zugesprochen. Im Anschluss gibt es etwas zu trinken und zu essen.

Die Nachfrage war in anderen Großstädten "extrem"

In anderen Großstädten Deutschlands verhält es sich ähnlich: In Frankfurt sind am 26. Juni ebenfalls alle Termine vergeben. Aus Berlin meldet etwa das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf zum Freitag, den 26. Juni 2026: "Für diesen Tag waren bereits frühzeitig zahlreiche Anfragen Ende letzten Jahres eingegangen." Die Nachfrage übersteige das Angebot.

In Neukölln wurden die Slots auf eine halbe Stunde verkürzt und ein zusätzlicher Raum hinzugenommen. "Die Nachfrage war von Anfang an extrem", heißt es vom Bezirksamt. Innerhalb einer Stunde seien die Termine weg gewesen. Überdurchschnittliches Interesse auch für Samstag, den 6. Juni 2026, registriert unter anderem das Bezirksamt Treptow-Köpenick.

Markantes Datum soll Glück bringen

Warum sind solche Daten so beliebt, wenn es ums Heiraten geht? "Viele Paare verbinden mit der Schnapszahl den Wunsch, dass das markante Datum ihnen Glück bringt", sagt Beate Tripp vom Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten.

Der häufigste Grund sei aber, dass man sich den Termin leicht merken könne und die Gefahr geringer sei, den Hochzeitstag zu vergessen. Außerdem mache sich eine Schnapszahl gut auf der Einladung. Schon im Februar habe es viel Nachfrage gegeben, obwohl der kein klassischer Heiratsmonat ist – viel beliebter sind Mai bis September. "Im Dezember gibt es dann noch einmal ein Nachfragehoch, wenn Paare aus steuerlichen Gründen noch im alten Jahr heiraten", sagt Tripp.

Trotz hoher Nachfrage im Juni sinkt langfristig die Zahl der Menschen, die heiraten: Die neuesten Zahlen stammen von 2024, in dem Jahr wurden in Deutschland 349.200 Ehen geschlossen. Das war der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik im Jahr 1950.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.