HIV-Infizierter Yoga-Lehrer steckt Freundin an

Der 54-jähriger Thomas G. muss nach dem Urteil des Münchner Landgerichts zwei Jahre neun Monate in Haft. Die Freundin ist ein "psychisches Wrack".
| Torsten Huber
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Yoga-Lehrer Thomas G. (54) vor dem Münchner Landgericht. Obwohl er wusste, dass er HIV-Infiziert ist, führte er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit seiner Freundin durch.
Torsten Huber Yoga-Lehrer Thomas G. (54) vor dem Münchner Landgericht. Obwohl er wusste, dass er HIV-Infiziert ist, führte er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit seiner Freundin durch.

München - Über Jahre verheimlicht Yoga-Lehrer Thomas G. (54) Freundin Sandra P. (41, Name geändert) seine HIV-Infizierung, hat ungeschützten Sex mit ihr. Als bei der ehemaligen Gymnasiallehrerin die Krankheit ausbricht, versucht er, die Schuld für die Ansteckung ihr anzulasten.

In erster Instanz ist Thomas G. vom Münchner Amtsgericht wegen versuchter Körperverletzung in 80 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. In der Berufung vor dem Landgericht legt er erstmals ein offenes Geständnis ab und sagt: „Mir ist erst nach dem ersten Prozess klar geworden, was ich getan habe.“

Thomas G. hat zwei Töchter aus erster Ehe. Seine Kinder sind inzwischen erwachsen. Früher jobte er als Entwicklungshelfer in Afrika. Dabei ist ihm seine frühere Betonbauerlehre nützlich. Nebenbei lässt er sich zum Yoga-Lehrer ausbilden. Wieder zurück in München, lernt er 2000 Sandra P. kennen.

Nach dem ersten Sex verlassen beide ihre Partner. Sie vereinbaren, dass jeder einen Aids-Test machen lässt. Bei der damals 31-jährige Lehrerin fällt er negativ aus. Bei Thomas G. wird der tödliche Virus, den er sich vermutlich in Afrika zugezogen hat, festgestellt. Er hält seine Krankheit vor seiner Freundin allerdings geheim.

2006 bekommt sie eine Lungenentzündung, muss ins Krankenhaus. Wie sich später rausstellt, ist der HI-Virus der Auslöser. Thomas G. hält es immer noch nicht für nötig reinen Tisch zu machen. Als später die Erkrankung bei Sandra P. festgestellt wird, dreht er den Spieß um: „Du hast mich angesteckt.“

Staatsanwalt Andreas Franck empfindet das Verhalten des Angeklagten besonders verwerflich: „Ich nehme ihre Reue heute nicht ernst. Sie haben das Leben einer Frau ruiniert. Sie ist heute ein psychisches Wrack und hat dadurch ihren Job verloren.“

Sie lebt von monatlich 1500 Euro Invalidenrente. Franck fordert, die Berufung zu verwerfen. Die Verteidigung will Bewährung. Urteil: zwei Jahre und neun Monate Haft.

 

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