Hitzewelle lässt CSD-Paraden in Deutschland platzen – auch in München?

Der CSD wird erstmals von einem schwulen OB angeführt – und wird trotz Hitzewarnung nicht abgesagt. Gefeiert wird das erste Mal auf der Ludwigstraße. Alles, was man zum buntesten Wochenende der Stadt wissen muss
von  Ruth Frömmer
Ob Schirm, Hut oder Pride-Flagge: Auf Sonnenschutz müssen die Teilnehmer*innen des CSD in diesem Jahr besonders achten.
Ob Schirm, Hut oder Pride-Flagge: Auf Sonnenschutz müssen die Teilnehmer*innen des CSD in diesem Jahr besonders achten. © RAPHI RAWR

Es ist heiß und die Temperaturen sollen am Wochenende noch weiter steigen. Einige CSD-Veranstalter haben bereits Konsequenzen gezogen. Potsdam, Nürtingen und einige weitere Städte haben ihre CSDs wegen der Hitzewarnungen vorsorglich abgesagt.

"In München war eine Absage nie Thema", teilt ein CSD-Sprecher der AZ auf Nachfrage mit. Aber bereits im Vorfeld haben die Veranstalter Maßnahmen vor Ort organisiert.

Über die gesamte Pride-Meile sollen mehrere Trinkwasserstellen verteilt werden. Dazu wird es einige Wassersprüh-Stationen für die Besucher*innen geben.
Biergärten mit Sonnenschirmen sind über das gesamte Gelände verteilt. Auf den Bühnen und im Livestream wird es regelmäßige Durchsagen zum Hitzeschutz geben. Auch der Sanitätsdienst ist sensibilisiert und vorbereitet, lässt der CSD-Sprecher wissen.

Sonnencreme und eine Kopfbedeckung mitbringen und viel trinken

Über ihre Social-Media-Kanäle weisen die Veranstalter des CSD die Menschen darauf hin, welche Maßnahmen sie selbst zum Hitzeschutz ergreifen können: Eine Kopfbedeckung mitbringen, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 verwenden und regelmäßig Wasser trinken.

Die SWM stellen auf der Ludwigstraße eine Wasserbar bereit. Gegen einen Euro Spende gibt es dort ein Glas frisches Münchner Trinkwasser, das auf Wunsch jederzeit wieder aufgefüllt werden kann. Der Erlös geht an die Münchner Regenbogen-Stiftung.

Am meisten schwitzen dürften die Teilnehmer der Politparade. Diese startet am Samstag um 12 Uhr an der Fraunhoferstraße und wird mit Dominik Krause (Grüne) erstmals von einem schwulen Oberbürgermeister angeführt.

Politparade startet an der Fraunhoferstraße

Die drei Kilometer lange Strecke beginnt in diesem Jahr nicht am Mariahilfplatz, sondern an der Fraunhofer-, Ecke Erhardtstraße. Die Trucks und Fußgruppen ziehen dann über die Müller- und Blumenstraße Richtung Sendlinger Tor und weiter entlang der Sonnenstraße über Stachus und Marienplatz bis zur neuen Pride-Meile in der Ludwigstraße.

Vom Odeonsplatz bis zum Siegestor befinden sich dort 93 Infostände sowie viele Gastrostände und Biergärten. Auf der Hauptbühne vor der Feldherrnhalle treten Künstler*innen wie Oxa, Patrick Linder, Cassy Carrington und Mavi Phoenix auf.

Ein Café für die Älteren, Sport für die Fitteren

Die Queer-Stage an der Rheinbergstraße präsentiert ein Programm rund um queere Club- und Subkultur, auf der Politik-Bühne finden Talks aus der Community und Auftritte lokaler Künstler*innen. Der Münchner Löwen-Club MLC baut vor der Staatsbibliothek seine Fetish-Area auf. Neu sind eine Sports- und eine Generationen-Area. Die eine präsentiert LGBTIQ*-Sportvereine, die andere ein Café von Münchenstift. Die Regenbogenfamilien präsentieren sich am Frauenplatz. Der Platz vor dem Siegestor wird zur Party-Area.

Das Programm geht am Samstag von 14 bis 1 Uhr und am Sonntag von 16 bis 23 Uhr

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.