Hitze adé: Münchens beste Plätze zum Abkühlen auf einen Blick

Im Moment zeigen die Thermometer in der Stadt nur eine Richtung – nach oben. In der prallen Sonne ist es kaum erträglich. Wer trotzdem gerne draußen unterwegs ist, findet bei der AZ eine Auswahl an kühlen Rückzugsorten.
Sophia Willibald
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Wenn die Temperaturen steigen, spürt man das besonders in der Innenstadt. Auf die Fußgängerzone brennt’s runter und die schattigen Platzerl sind rar. Da bietet der Brunnen am Stachus für viele eine willkommene Abkühlung.
Wenn die Temperaturen steigen, spürt man das besonders in der Innenstadt. Auf die Fußgängerzone brennt’s runter und die schattigen Platzerl sind rar. Da bietet der Brunnen am Stachus für viele eine willkommene Abkühlung. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber (www.imago-images.de)

Wenn die Stadt glüht, hilft nur die Flucht an schattige Plätze.  Kirchen gehören zu den ältesten Gebäuden Münchens – und dank ihrer dicken Mauern und der verwendeten Baumaterialien sind sie oft besonders gut vor Hitze geschützt.

Die älteste Kirche auf dem Stadtgebiet ist übrigens die Heilig-Kreuz-Kirche in Fröttmaning – sie wurde noch vor 815 errichtet. Aber auch in der Innenstadt gibt es zahlreiche geistliche – und vor allem kühle – Orte. Besonders dort, wo es mittags oft am heißesten wird, bieten sie Zuflucht. Wer dann in der Mittagszeit in der Fußgängerzone unterwegs ist, findet zum Beispiel im Alten Peter, in der Heilig-Geist-Kirche oder in der Frauenkirche schnell einen Rückzugsort.

Das Wandbildnis in St. Anton in der Isarvorstadt ist sehr sehenswert, – und die Kirche angenehm kühl.
Das Wandbildnis in St. Anton in der Isarvorstadt ist sehr sehenswert, – und die Kirche angenehm kühl. © imageBROKER/Manfred Bail (imago stock&people)

Der Blick ins Innere lohnt sich natürlich auch – unabhängig von der willkommenen Abkühlung. Die drei bekannten Kirchen sind architektonisch und künstlerisch sehenswert. Bei ein paar Grad weniger lässt sich die Ausstattung in aller Ruhe betrachten: Figuren von Heiligen, Malereien und beeindruckende Gewölbe.

Wer entlang der Isar spaziert und das Badezeug vergessen hat, kann ebenfalls auf kühle Kirchen setzen: Zum Beispiel St. Nikolai am Gasteig. Noch weiter flussaufwärts, auf der rechten Isarseite, liegt außerdem der Alte Südfriedhof. Dank des dichten Baumbewuchses lässt es sich dort wunderbar im Schatten spazieren – und anschließend lohnt sich ein Besuch in der Kirche St. Anton.

Auf der gegenüberliegenden Isarseite, in der Au, steht am Mariahilfplatz die gleichnamige Mariahilfkirche. Wer zuvor im Schatten entlang des Auer Mühlbachs unterwegs war, kann sich in dem steinernen Gemäuer abkühlen.

Die Stadtfraktion zeigt: Hitze-Hotspots und kühle Rückzugsorte liegen nah beieinander

Versiegelte Flächen tragen an heißen Tagen stark dazu bei, dass sich die Stadt aufheizt. Wie stark dieser Effekt tatsächlich ist, zeigte die Rathausfraktion Die Grünen/Rosa Liste mit eigenen Messungen vor zwei Jahren. Sie führten die Messungen an einem Tag im Juli zwischen 17.30 und 18.30 Uhr durch.

Ihr Resümee: „Dort, wo viel Grau und wenig Grün vorhanden ist, liegen die Temperaturen teilweise fast doppelt so hoch wie wenige Meter weiter auf einer Wiese mit Bäumen.“ An einem Sommertag im Jahr 2024 maßen die Grünen/Rosa Liste am stark versiegelten Odeonsplatz eine Temperatur von 40,6 Grad. Nur wenige Meter entfernt, im angrenzenden Hofgarten, waren es lediglich 23,8 Grad. Ein ähnliches Bild zeigte sich am Sendlinger-Tor-Platz: Die aufgeheizten Bodenplatten erreichten 38 Grad, während es im nahe gelegenen Nußbaumpark nur 24,9 Grad waren.

Der Maximiliansplatz ist eher ein Park. Dort spenden viele Bäume Schatten. Am Stachus nebenan ist es viel heißer.
Der Maximiliansplatz ist eher ein Park. Dort spenden viele Bäume Schatten. Am Stachus nebenan ist es viel heißer. © IMAGO/STL (www.imago-images.de)

Ein weiterer Tipp der Fraktion ist der Maximiliansplatz in der Altstadt. Die Parkanlage mit ihrer großen Wiese und den vielen Bäumen hatte eine angenehme Temperatur von nur 20,8 Grad. Nur wenige Schritte entfernt, am Stachus, herrschten trotz des beliebten Karlsbrunnens heiße 39,5 Grad.

Interessanterweise entdeckten die Grünen/Rosa Liste auch an ansonsten stark versiegelten Flächen kühle Rückzugsorte. So wurde am Rindermarkt in der Sonne eine Bodentemperatur von 39,1 Grad gemessen, im Schatten der Bäume aber nur 25 Grad. Am Marienplatz lagen die Werte in der Sonne bei 40,9 Grad, im Schatten jedoch bei angenehmen 24,5 Grad. Wenn man also trotz hoher Temperaturen in der Stadt unterwegs ist, lohnt es sich, nach Bäumen Ausschau zu halten – die machen einen größeren Unterschied, als man zunächst denken mag. 

Schnell mit Bus und Rad ins Grüne, wo milde Temperaturen und frische Luft warten

Im Gegensatz zu betonierten und asphaltierten Flächen ist es im Wald spürbar kühler. Wo sollte es im Sommer also angenehmer sein als unter Bäumen? Mit U-Bahn, Bus, Tram und Rad ist man schnell draußen und entkommt der siedenden Hitze in der Innenstadt – zum Beispiel im Forstenrieder Park: Mit dem 132er-Bus fährt man bis zur Endstation, läuft dann etwa zehn Minuten nach Süden und biegt anschließend in den Wald ein. Im Staatsforst lässt es sich wunderbar spazieren. Mit etwas Glück kann man sogar Wildschweine entdecken – umso wichtiger ist es, auf den Wegen zu bleiben.

Der Perlacher Forst im Münchner Süden.
Der Perlacher Forst im Münchner Süden. © Copyright: xPabloJoanidopoulosx (www.imago-images.de)

Auch zum Radeln werden die Wege gern genutzt. Mit dem kühlenden Fahrtwind lässt sich die Hitze noch besser aushalten. Östlich vom Forstenrieder Park, auf gleicher Höhe, sieht es ähnlich aus: Die Wege durch den Perlacher Forst sind beliebte Radlstrecken. Am Eingang beim Giesinger Waldhaus kann man seine Trinkflasche am Januskopf-Brunnen auffüllen oder sich das kühle Wasser über die Handgelenke laufen lassen.

Im Münchner Norden ist es zwar waldmäßig ein bisserl dünner, dafür gibt es dort das Naturschutzgebiet Schwarzhölzl in Feldmoching – etwa 100 Hektar groß und ein Überrest eines ehemals riesigen Moorgebiets. Weiter östlich lässt es sich übrigens herrlich an der Isar spazieren. Ab Ismaning ist sie deutlich dichter von Bäumen umgeben. 

Digitale Karten zeigen die besten Rückzugsorte für heiße Stunden

Im Sommer 2024 veröffentlichte die Stadt eine digitale Karte, auf der kühle Orte verzeichnet sind. Nun wurde diese weiterentwickelt, wie die Stadt Anfang Juni verkündet hat. Zu den kühlen Orten zählen Kirchen, Brunnen, die Bäder der Stadtwerke München sowie klimatisierte Einkaufszentren. 

Vor allem in der Altstadt gibt es ein dichtes Netz an Trinkwasserbrunnen: so etwa der Kräutlmarktbrunnen am Marienplatz oder der Merkurbrunnen im Tal. Besonders gut ausgestattet ist der Viktualienmarkt – dort sind gleich acht Orte verzeichnet, an denen man trinken oder sich erfrischen kann. Dazu gehören unter anderem der Karl-Valentin-Brunnen, der Liesl-Karlstadt-Brunnen, der Ida-Schumacher-Brunnen sowie der Kartoffelbrunnen. Insgesamt dominieren auf der Karte vor allem Brunnen und Kirchen als kühle Rückzugsorte.

Der Kräutlmarktbrunnen am Marienplatz.
Der Kräutlmarktbrunnen am Marienplatz. © Wolfgang Maria Weber

Zusätzliche Abkühlung verspricht das Projekt "Hitzefrei", das seit 2023 vom Verein München Aktiv für Gesundheit (MAGs) betrieben wird. Auf ihrer Website findet man auch Stellen in der Stadt, an denen ein kühles Lüftchen weht. So ist etwa am Frauenplatz vor der Frauenkirche in der Altstadt ein "Luftiges Eck" markiert.

Die Karte zeigt auch Orte und Wege die aktuell im Schatten liegen, kühle Innenräume wie etwa die Stadtteilbibliothek in Giesing sowie öffentliche Toiletten, an denen Trinkflaschen aufgefüllt werden können – zum Beispiel am Walchenseeplatz in Obergiesing.

Der Plan wird mit Hinweisen von Münchnern gefüttert. Dazu gibt es Tipps zur Ernährung an heißen Tagen und wie man die Wohnung möglichst kühl hält: Räume tagsüber abdunkeln, nur morgens oder abends lüften, elektronische Geräte ausschalten und feuchtigkeitsintensive Aktivitäten wie Duschen oder Kochen möglichst auf die kühleren Tageszeiten verlegen. Unter % 089/53295656 erreicht man die MAGs, wenn man noch weitere Tipps für kühle Platzerl in der Stadt hat.

Abkühlung mal anders: mit Wintersport statt dem üblichen Freibadbesuch

Kälter geht’s im Sommer wohl kaum: Schlittschuhlaufen lässt einen normalerweise an den tiefsten Winter denken – mit dickem Schal, Handschuhen, Strumpfhose unter der Jeans und heißem Tee aus der Thermoskanne. All das scheint im Sommer kaum vorstellbar.

Die Eisdisco in der Halle 1 des SAP Garden im Olympiapark. Hier kann man auch im Sommer Eislaufen.
Die Eisdisco in der Halle 1 des SAP Garden im Olympiapark. Hier kann man auch im Sommer Eislaufen. © Bruno Dietrich (Dietrich/City-Press)

Doch warum eigentlich? Eislaufen passt auch hervorragend in die warme Jahreszeit. Sportlich werden bei kühlen Temperaturen klingt doch nach einer perfekten Abwechslung zum Freibad an heißen Tagen. Im SAP Garden im Münchner Olympiapark ist das möglich. Dort kann man auch in den Sommermonaten unterirdisch auf drei Flächen übers Eis gleiten.

Die genauen Öffnungszeiten gibt es hier. Ein normales Ticket für einen zwei- bis 2,5-stündigen Zeitslot kostet 9,50 Euro. Andere Münchner Eisstadien öffnen wieder im Herbst.

Wasserpumpen, -läufe und -wannen: Erfrischungsinseln für die Kleinen

Besonders für Kinder sind Wasserspielplätze im Sommer eine Gaudi – aber auch Eltern und Großeltern haben dort ihren Spaß. Hier eine kleine Auswahl: Im Westpark, nur wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station entfernt, gibt es einen netten Platz für heiße Tage. Die Fläche ist zwar sonnig, doch rundherum spenden Bäume Schatten. Zwischen Natursteinen wurde ein Wasserlauf angelegt, in dem Kinder hervorragend planschen können. Auch im Prinz-Eugen-Park in Bogenhausen plätschert ein Wasserkanal zwischen unterschiedlich hohen Spielhügeln. Neben Wasserpumpen stehen den Kindern Wasserkanonen zur Verfügung, die Wasser in hohem Bogen spritzen können.

Der Wasserspielplatz im Westpark.
Der Wasserspielplatz im Westpark. © Petra Schramek

In Untergiesing, neben dem Hans-Mielich-Platz, liegt zwar ein viel kleinerer Spielplatz, dafür lässt es sich auch da wunderbar pritscheln. Im Sandkastenbereich kann man aus einem Brunnen Wasser hochpumpen – perfekt, um Sandkuchen zu backen, Burgen zu bauen oder eine Matschküche zu eröffnen.

Auf dem Abix, einem pädagogisch betreuten Abenteuerspielplatz 15 Minuten von der U2 Haltestelle Hasenbergl entfernt, können sich Kinder ebenfalls abkühlen. Von Dienstag bis Samstag von 13 bis 19 Uhr ist das Wasserparadies mit Pumpen, Staubecken und Rinnen geöffnet. Wichtig: Das Gelände ist nur für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren geöffnet. Auch Eltern müssen draußen bleiben.

Geschützt vor der Sonne und Erfrischung im Wasser – so lässt sich’s aushalten

An der Isar entlang gibt es etliche Brücken, die reichlich Schatten bieten und an denen man die Füße ins Wasser baumeln lassen kann.

Angefangen im Süden bei der Großhesseloher Brücke. Auf dem 31 Meter hohen Bau verlaufen Schienen, unterhalb verläuft ein Fußgängerüberweg. Der Riese wirft im Sommer einen angenehmen Schatten, und wenn es einem immer noch zu heiß ist, hilft ein Sprung ins Isarwasser. Noch dazu ist die Stelle wegen ihrer Lage weit außerhalb nicht überlaufen.

Schattige Platzerl an den Brückenpfeilern am Tierpark.
Schattige Platzerl an den Brückenpfeilern am Tierpark. © imago

Weiter im Norden führt die Thalkirchner Brücke beim Tierpark über die Isar. Wenn man durchs Wasser watet, kann man sich auf den Betonpfeilern im Schatten niederlassen und die Beine hineinhängen. Auch bei der Braunauer Eisenbahnbrücke und bei der Brudermühlbrücke gibt es viel Platz im Schatten. Zwar sitzt und liegt es sich im Gras bequemer als auf Beton und Stein, aber die kühlen eben auch von unten.

Weiter in der Stadt folgen die Wittelsbacher- und Reichenbachbrücke. Es ist weitaus belebter, aber wenn man zusammenrückt, findet man auch dort ein schattiges Platzerl. Weniger los ist dafür auf der Schwindinsel am Maximilianeum. Neben der Brücke werfen Bäume Schatten und an der Fischtreppe kann man wunderbar baden.

An warmen Tagen zahlt sich ein Museumsbesuch gleich doppelt aus

Wenn die Hitze drückt, man aber nicht nur auf der faulen Haut zu Hause liegen will, lohnt sich ein Abstecher in die Maxvorstadt. Im Museumsviertel reiht sich ein kühler Ort an den nächsten.

Da wäre zum Beispiel die Alte Pinakothek (geöffnet: Donnerstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag und Mittwoch bis 20 Uhr). In 19 Sälen und 47 Kabinetten sind Gemälde von Botticelli, da Vinci, Raffael, Tizian und Rubens zu sehen. Für neun Euro kann man sich diese bei angenehmen Temperaturen so lange anschauen, wie man möchte. Besonders lohnenswert ist der Sonntag: Dann kostet der Eintritt nur einen Euro.

Auf der anderen Seite der Gabelsbergerstraße findet man mit dem Lenbachhaus (geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr und Donnerstag bis 20 Uhr) und der Glyptothek (Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr und Donnerstag bis 20 Uhr) zwei weitere Zufluchtsorte bei Hitze. Neben Werken der Künstlergruppe Der Blaue Reiter im Lenbachhaus lohnt sich auch ein Spaziergang durch den Garten. Der Eintritt ist hier frei.

Ein Gemälde von Rubens in der Alten Pinakothek. Die Museumsräume sind auch im Sommer recht kühl.
Ein Gemälde von Rubens in der Alten Pinakothek. Die Museumsräume sind auch im Sommer recht kühl. © Felix Hörhager (dpa)

Zwischen der grünen Bepflanzung und den Brunnenbecken kommt man sich vor, als wäre man im Urlaub und die Sonne lässt sich gleich viel besser ertragen. Das Museum kostet 10 Euro Eintritt.

In der Glyptothek (Eintritt 6 Euro) gegenüber der Luisenstraße findet man antike Figuren – aus dem alten Griechenland und Rom. König Ludwig I. ließ das Gebäude im Stil eines antiken Tempels errichten. Heuer, knapp 200 Jahre später, freuen sich die Münchner über einen kühlen Rückzugsort – und freilich auch über die Skulpturen.

Wenn man ohne Hitzestress noch mehr Altes betrachten will: Neben den beiden, gegenüber der Arcisstraße findet sich das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Dienstag bis 20 Uhr, Eintritt 7 Euro). Hier und in der Glyptothek kostet der Eintritt sonntags ebenfalls einen Euro. Alle Museen sind zu Fuß ab der U-Bahnstation Königsplatz schnell zu erreichen. 

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