Historische Fotos aus München: So erlebten AZ-Leser ihre Kindheit in den 50ern

Fotos von AZ-Lesern zeigen das Leben in München in den 50er Jahren.
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Mai 1957 – Erstkommunion: Der Weg der Kinder von der Ernst-Reuter-Schule in die Kirche.
privat 70 Mai 1957 – Erstkommunion: Der Weg der Kinder von der Ernst-Reuter-Schule in die Kirche.
AZ-Leserin Elfriede Fuchs sehr, sehr fesch bei der Erstkommunion – das Kleid hatte die Mutter eigens bei Klosterschwestern nähen lassen.
privat 70 AZ-Leserin Elfriede Fuchs sehr, sehr fesch bei der Erstkommunion – das Kleid hatte die Mutter eigens bei Klosterschwestern nähen lassen.
Fast alles Engerl: Krippenspiel bei der Weihnachtsfeier 1955 in der "Versailler Schule" (Ernst-Reuter-Grundschule). AZ-Leserin Elfriede Fuchs vorne
in der Mitte als Hirte mit Pelzumhang.
privat 70 Fast alles Engerl: Krippenspiel bei der Weihnachtsfeier 1955 in der "Versailler Schule" (Ernst-Reuter-Grundschule). AZ-Leserin Elfriede Fuchs vorne in der Mitte als Hirte mit Pelzumhang.
1951 eröffnet: das Metropoltheater am Laimer Platz, wo AZ-Leserin Christiana Lüdtke ihre Kindheit verbracht hat.
privat 70 1951 eröffnet: das Metropoltheater am Laimer Platz, wo AZ-Leserin Christiana Lüdtke ihre Kindheit verbracht hat.
Christiana Lüdtkes Papa als stolzer Besitzer einer Lambretta.
privat 70 Christiana Lüdtkes Papa als stolzer Besitzer einer Lambretta.
Die Fürstenrieder Straße in den 50ern.
privat 70 Die Fürstenrieder Straße in den 50ern.
AZ-Leserin Christiana Lüdtke (l.) mit viel Lametta.
privat 70 AZ-Leserin Christiana Lüdtke (l.) mit viel Lametta.
Der Papa schießt und trifft, die Mama lächelt, der Automat fotografiert – nur Töchterchen Eleonore (10) findet’s anderswo gerade sehr viel interessanter.

"Wir durften auch mit den Eltern oft aufs Oktoberfest und die Schießkünste vom Vati bewundern, der mir immer die schönen Plastikrosen schenkte. Mit meinem Bruder und der großen Schar Nachbarskinder waren wir bis zum späten Abend ständig in der Gegend unterwegs – Ball spielen, kraxeln, Pfeil- und Bogenschießen, Völkerball und so weiter", schreibt AZ-Leserin Eleonore Kohlmann.
privat 70 Der Papa schießt und trifft, die Mama lächelt, der Automat fotografiert – nur Töchterchen Eleonore (10) findet’s anderswo gerade sehr viel interessanter. "Wir durften auch mit den Eltern oft aufs Oktoberfest und die Schießkünste vom Vati bewundern, der mir immer die schönen Plastikrosen schenkte. Mit meinem Bruder und der großen Schar Nachbarskinder waren wir bis zum späten Abend ständig in der Gegend unterwegs – Ball spielen, kraxeln, Pfeil- und Bogenschießen, Völkerball und so weiter", schreibt AZ-Leserin Eleonore Kohlmann.
Lächeln! Die 40 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3M der Schwabinger Simmernschule beim Klassenfoto. AZ-Leserin Eleonore Kohlmann sitzt bestens gelaunt ganz rechts vorne.
privat 70 Lächeln! Die 40 Schülerinnen und Schüler der Klasse 3M der Schwabinger Simmernschule beim Klassenfoto. AZ-Leserin Eleonore Kohlmann sitzt bestens gelaunt ganz rechts vorne.
1956: Familienausflug mit Radl und Motorrad. Die Leserin ist in der Mitte auf dem Kindersitz zu sehen. Kinderanhänger gab’s damals noch nicht.
Privatarchiv Edeltraud Modjesch 70 1956: Familienausflug mit Radl und Motorrad. Die Leserin ist in der Mitte auf dem Kindersitz zu sehen. Kinderanhänger gab’s damals noch nicht.
1956: Die Geschwister Edeltraud, Mane, Reiner und Michi – daneben: Vaters Motorradl.
Privatarchiv Edeltraud Modjesch 70 1956: Die Geschwister Edeltraud, Mane, Reiner und Michi – daneben: Vaters Motorradl.
1957: Spielen im Schnee. Puppenwagen und Dreiradl sind der ganze Stolz der Kinder.
Privatarchiv Edeltraud Modjesch 70 1957: Spielen im Schnee. Puppenwagen und Dreiradl sind der ganze Stolz der Kinder.
Eine echte Prinzessin sehen wir hier auf den Stufen im Deutschen Theater sitzen. Es ist AZ-Leserin Biggi Gras als junges Mädchen, unfassbar fesch im Prinzessinnen-Kostüm mit Krönchen und Lackschühchen beim Kinderfasching 1955: pures Kinderglück! Uns schreibt Biggi Gras: "Danke, dass Sie mich daran erinnerten, mal wieder in alten Alben zu stöbern."
Privatarchiv Biggi Gras 70 Eine echte Prinzessin sehen wir hier auf den Stufen im Deutschen Theater sitzen. Es ist AZ-Leserin Biggi Gras als junges Mädchen, unfassbar fesch im Prinzessinnen-Kostüm mit Krönchen und Lackschühchen beim Kinderfasching 1955: pures Kinderglück! Uns schreibt Biggi Gras: "Danke, dass Sie mich daran erinnerten, mal wieder in alten Alben zu stöbern."
Weihnachten mit Mutter und Schwester.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Weihnachten mit Mutter und Schwester.
Draußen im Grünen: Christa im Juni 1951.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Draußen im Grünen: Christa im Juni 1951.
Februarspaziergang an der Isar 1954.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Februarspaziergang an der Isar 1954.
Gesellige Runde im Wohnzimmer in Allach. Auf dem Sofa (v. l.): Stiefvater, Mutter, Christa und ein Nachbar.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Gesellige Runde im Wohnzimmer in Allach. Auf dem Sofa (v. l.): Stiefvater, Mutter, Christa und ein Nachbar.
Christa mit ihrem "Vati", zirka 1954.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Christa mit ihrem "Vati", zirka 1954.
Klassenfoto zweite Klasse, 1954, Grundschule Eversbuschstraße in Allach. Christa ist das Mädchen mit den weißen Kniestrümpfen in der ersten Reihe Mitte.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Klassenfoto zweite Klasse, 1954, Grundschule Eversbuschstraße in Allach. Christa ist das Mädchen mit den weißen Kniestrümpfen in der ersten Reihe Mitte.
Adrett: AZ-Leserin Christa Siegert mit ihrer Mutter, Anfang der 50er Jahre. Der Kindermantel ist aus Kaninchenfell.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Adrett: AZ-Leserin Christa Siegert mit ihrer Mutter, Anfang der 50er Jahre. Der Kindermantel ist aus Kaninchenfell.
Beim Februarspaziergang auf der Mariannenbrücke.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Beim Februarspaziergang auf der Mariannenbrücke.
Interessante Maschinen sind hier zu sehen bei einer Werksbesichtigung bei Krauss-Maffei.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Interessante Maschinen sind hier zu sehen bei einer Werksbesichtigung bei Krauss-Maffei.
Kinderfasching in Allach. Christa in der Mitte als Chinese.
Privatarchiv Christa Siegert 70 Kinderfasching in Allach. Christa in der Mitte als Chinese.
Die Familie von AZ-Abonnentin Viola Köhler fein herausgeputzt im Festtagsgwand.
privat 70 Die Familie von AZ-Abonnentin Viola Köhler fein herausgeputzt im Festtagsgwand.
1950 begann AZ-Leser Friedrich Scholze (85) mit 14 Jahren eine Lehre als Schaufensterdekorateur beim Textilhaus Goetzke direkt am Weißenburger Platz.
"Es wurde viel handwerklich gearbeitet, tapezieren, Blickfang bauen, dekorieren und Plakat malen", erinnert er sich. Zu jedem Anlass habe es damals eine Außenreklame gegeben, die die Mitarbeiter bemalten und montierten.

Zur Wiesn sieht es festlich aus, das Textilhaus Goetzke. Heute steht hier ein Ärztehaus mit Bankfiliale.
Privatarchiv Friedrich Scholze 70 1950 begann AZ-Leser Friedrich Scholze (85) mit 14 Jahren eine Lehre als Schaufensterdekorateur beim Textilhaus Goetzke direkt am Weißenburger Platz. "Es wurde viel handwerklich gearbeitet, tapezieren, Blickfang bauen, dekorieren und Plakat malen", erinnert er sich. Zu jedem Anlass habe es damals eine Außenreklame gegeben, die die Mitarbeiter bemalten und montierten. Zur Wiesn sieht es festlich aus, das Textilhaus Goetzke. Heute steht hier ein Ärztehaus mit Bankfiliale.
Der Winterschlussverkauf ist eine große Sache – die großflächig beworben wird.

Riesige Schriftzüge zur Werbung am Platz – das wäre heute wahrlich schwer vorstellbar.
Beinahe amerikanisch wirkt das. Dazu passt, was Friedrich Scholze zu den Montage-Aktionen erzählt, wenn er mit 14 Jahren auf der Dachrinne stehend die Plakate befestigte. "Das war schon Chicago!", ruft er ins Telefon, "volles Risiko!"
Privatarchiv Friedrich Scholze 70 Der Winterschlussverkauf ist eine große Sache – die großflächig beworben wird. Riesige Schriftzüge zur Werbung am Platz – das wäre heute wahrlich schwer vorstellbar. Beinahe amerikanisch wirkt das. Dazu passt, was Friedrich Scholze zu den Montage-Aktionen erzählt, wenn er mit 14 Jahren auf der Dachrinne stehend die Plakate befestigte. "Das war schon Chicago!", ruft er ins Telefon, "volles Risiko!"
Die Burschen lernen beim Textilhaus Goetzke. Ganz rechts im Bild Friedrich Scholze.

Und sonst, wie war das damals am Platz? "Auf einem Ruinengrundstück stand ein Holzkiosk etwas größer als ein Telefonhäusl“, sagt Scholze, „das war der Uhrmacher."

In der Metzstraße habe es einen Bäckerkiosk gegeben, "da kostete die glatte Semmel 4 Pfennige – und die Kaisersemmel 5 Pfennige". Die Monatskarte mit dem Dampfzug habe 4 Mark gekostet. Er habe sehr viel gelernt in dieser Zeit, sagt Friedrich Scholze.
Privatarchiv Friedrich Scholze 70 Die Burschen lernen beim Textilhaus Goetzke. Ganz rechts im Bild Friedrich Scholze. Und sonst, wie war das damals am Platz? "Auf einem Ruinengrundstück stand ein Holzkiosk etwas größer als ein Telefonhäusl“, sagt Scholze, „das war der Uhrmacher." In der Metzstraße habe es einen Bäckerkiosk gegeben, "da kostete die glatte Semmel 4 Pfennige – und die Kaisersemmel 5 Pfennige". Die Monatskarte mit dem Dampfzug habe 4 Mark gekostet. Er habe sehr viel gelernt in dieser Zeit, sagt Friedrich Scholze.
Fesch in Lederhose und BCA-Shirt ganz nah an seinem Idol: AZ-Leser Karl-Ludwig Matthias Knabl (m.) und Helmut Haller (damals BC Augsburg).
Privatarchiv Karl-Ludwig Matthias Knabl 70 Fesch in Lederhose und BCA-Shirt ganz nah an seinem Idol: AZ-Leser Karl-Ludwig Matthias Knabl (m.) und Helmut Haller (damals BC Augsburg).
"Von Entbehrungen geprägt aber dennoch glücklich und schön", beschreibt Martha Kaindl ihre Kindheit und die ihres Mannes Werner. Werner Kaindls erster Schultag am 14. September, im Jahr 1953. Er ist zu sehen in der vorletzten Reihe, der Zweite von links im Streifenpulli.
Martha und Werner Kaindl 70 "Von Entbehrungen geprägt aber dennoch glücklich und schön", beschreibt Martha Kaindl ihre Kindheit und die ihres Mannes Werner. Werner Kaindls erster Schultag am 14. September, im Jahr 1953. Er ist zu sehen in der vorletzten Reihe, der Zweite von links im Streifenpulli.
Martha Kaindl, an Fasching 1955 als kleiner Holländer verkleidet.
Martha und Werner Kaindl 70 Martha Kaindl, an Fasching 1955 als kleiner Holländer verkleidet.
Martha Kaindl (Mitte) mit ihren Schwestern Brigitte und Edith.
Martha und Werner Kaindl 70 Martha Kaindl (Mitte) mit ihren Schwestern Brigitte und Edith.
Christina Erlmeier niimmt uns mit in ihre Kindheit in Schwabing. Familienprogramm: Ausflug mit dem "Goggo".
Christina Erlmeier 70 Christina Erlmeier niimmt uns mit in ihre Kindheit in Schwabing. Familienprogramm: Ausflug mit dem "Goggo".
Es war "eine glückliche Kindheit", die sie zu großen Teilen im Englischen Garten verbracht hat, erinnert sich Christina Erlmeier. Von der elterlichen Wohnung in der Kaulbachstraße war es dorthin auch nicht weit. Der Chinesische Turm wurde gerade wieder aufgebaut und roch "so wunderbar nach frischem Holz". Stolze Pose: die kleine Christina im Englischen Garten.
Christina Erlmeier 70 Es war "eine glückliche Kindheit", die sie zu großen Teilen im Englischen Garten verbracht hat, erinnert sich Christina Erlmeier. Von der elterlichen Wohnung in der Kaulbachstraße war es dorthin auch nicht weit. Der Chinesische Turm wurde gerade wieder aufgebaut und roch "so wunderbar nach frischem Holz". Stolze Pose: die kleine Christina im Englischen Garten.
Zur Einschulung 1953 an der Amalienschule gab es für Christina (l.) von der Oma eine Schultüte aus einem kleinen Laden am Wedekindplatz.
Christina Erlmeier 70 Zur Einschulung 1953 an der Amalienschule gab es für Christina (l.) von der Oma eine Schultüte aus einem kleinen Laden am Wedekindplatz.
Prost! Am Nockherberg, circa 1957.
Privatarchiv Heinz Westenrieder 70 Prost! Am Nockherberg, circa 1957.
Was für eine große Klasse! Das Foto zeigt Erstklässler an der Haidhauser Bazeilleschule 1957.

Stolz sitzen sie da, manche schauen aber auch noch ein bisserl kritisch, was da auf sie zukommen mag: AZ-Leser Heinz Westenrieder hat ein Foto seiner Einschulung eingeschickt. Einige dieser Mitschüler, schreibt Westenrieder hat er nie aus den Augen verloren, all die Jahrzehnte noch Kontakt gehabt.
Privatarchiv Heinz Westenrieder 70 Was für eine große Klasse! Das Foto zeigt Erstklässler an der Haidhauser Bazeilleschule 1957. Stolz sitzen sie da, manche schauen aber auch noch ein bisserl kritisch, was da auf sie zukommen mag: AZ-Leser Heinz Westenrieder hat ein Foto seiner Einschulung eingeschickt. Einige dieser Mitschüler, schreibt Westenrieder hat er nie aus den Augen verloren, all die Jahrzehnte noch Kontakt gehabt.
"Die drei Gaudiburschen", scheibt Heinz Westenrieder zu dem Bild.
Privatarchiv Heinz Westenrieder 70 "Die drei Gaudiburschen", scheibt Heinz Westenrieder zu dem Bild.
Vor der Werkstatt darf der Bub mal probesitzen.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Vor der Werkstatt darf der Bub mal probesitzen.
Auf dem Roller unterwegs.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Auf dem Roller unterwegs.
Mei, was für eine Gaudi! Skifahren auf der Theresienwiese.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Mei, was für eine Gaudi! Skifahren auf der Theresienwiese.
"Der Wolf und die sieben Geißlein" an der Tumblingerschule.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 "Der Wolf und die sieben Geißlein" an der Tumblingerschule.
Herr Gruber, der Nachbar, fuhr Taxi – und liebte seinen Mercedes.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Herr Gruber, der Nachbar, fuhr Taxi – und liebte seinen Mercedes.
Als Cowboy auf dem Balkon.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Als Cowboy auf dem Balkon.
Die Belegschaft der Apotheke: rechts der Vater, Hermann Glaser.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Die Belegschaft der Apotheke: rechts der Vater, Hermann Glaser.
Kurzer Ausflug vor die Apotheke – natürlich mit dem Dreirad.

"In der Tumblingerstraße lauerte Gefahr", erzählt Glaser heute. "Manchmal schossen aus einer Toreinfahrt zwei Buben hervor, die mich vom Dreirad rissen. Einer war der Sohn vom Wirt des Tumblingerhofs, der Alois, der andere war der Manfred, der später mein bester Freund wurde, nachdem ich mich getraut hatte, ihn in den Schwitzkasten zu nehmen und so fest zuzudrücken, wie ich konnte, bis er heulte."
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Kurzer Ausflug vor die Apotheke – natürlich mit dem Dreirad. "In der Tumblingerstraße lauerte Gefahr", erzählt Glaser heute. "Manchmal schossen aus einer Toreinfahrt zwei Buben hervor, die mich vom Dreirad rissen. Einer war der Sohn vom Wirt des Tumblingerhofs, der Alois, der andere war der Manfred, der später mein bester Freund wurde, nachdem ich mich getraut hatte, ihn in den Schwitzkasten zu nehmen und so fest zuzudrücken, wie ich konnte, bis er heulte."
Die Sonnenschilder sind Werbeartikel aus der Apotheke: Manfred Halder, Zoran Mandic, Wolfgang Glaser und Rijk Hilferink draußen auf der Straße.
Privatarchiv Wolfgang Glaser 70 Die Sonnenschilder sind Werbeartikel aus der Apotheke: Manfred Halder, Zoran Mandic, Wolfgang Glaser und Rijk Hilferink draußen auf der Straße.
Geboren an Neujahr 1954 spielte AZ-Abonnentin Christine Rahm schon als Zweijährige in den Kriegsruinen der Nachbarschaft. In der Alfonsstraße 1 wuchs sie auf, die nahe Nymphenburger Straße war auch noch weitgehend ausgebombt. "Davon aber", schreibt sie der AZ, "gibt es in meinem Album keine Bilder. Nur Bilder einer fröhlichen Kindheit." Wie hier beispielsweise, das Foto zeigt die kleine Christine an einem Tonbandgerät.
Privatarchiv Christine Rahm 70 Geboren an Neujahr 1954 spielte AZ-Abonnentin Christine Rahm schon als Zweijährige in den Kriegsruinen der Nachbarschaft. In der Alfonsstraße 1 wuchs sie auf, die nahe Nymphenburger Straße war auch noch weitgehend ausgebombt. "Davon aber", schreibt sie der AZ, "gibt es in meinem Album keine Bilder. Nur Bilder einer fröhlichen Kindheit." Wie hier beispielsweise, das Foto zeigt die kleine Christine an einem Tonbandgerät.
Was für ein Auto, was für ein Kleid, was für ein stolzes Mädchen: Die kleine Christine auf einem zeitgenössischen Gefährt.
Privatarchiv Christine Rahm 70 Was für ein Auto, was für ein Kleid, was für ein stolzes Mädchen: Die kleine Christine auf einem zeitgenössischen Gefährt.
Winter? Hauptsache warm eingepackt!
Privatarchiv Christine Rahm 70 Winter? Hauptsache warm eingepackt!
Sogar ein Festnetztelefon gibt es in der Wohnung schon!
Privatarchiv Christine Rahm 70 Sogar ein Festnetztelefon gibt es in der Wohnung schon!
AZ-Leser Walter Buchinger als Bub auf einer Wiese in der Kössener, Ecke Zillertal Straße, die heute "total zugebaut" ist, wie er schreibt. "Wir hatten als Buben unendlich viel Platz zum Fußballspielen und Drachensteigen. Wie Sie sehen, hatte man damals noch einen freien Blick bis zur Margaretenkirche."
Walter Buchinger 70 AZ-Leser Walter Buchinger als Bub auf einer Wiese in der Kössener, Ecke Zillertal Straße, die heute "total zugebaut" ist, wie er schreibt. "Wir hatten als Buben unendlich viel Platz zum Fußballspielen und Drachensteigen. Wie Sie sehen, hatte man damals noch einen freien Blick bis zur Margaretenkirche."
Der erste Schultag mit dem besten Freund am Luise-Kiesselbach-Platz.
Walter Buchinger 70 Der erste Schultag mit dem besten Freund am Luise-Kiesselbach-Platz.
"Der Neubau auf dem Bild ist die Kartonagenfabrik Prager in der Drachenseestraße, welcher unser damaliges Spielgebiet erstmals etwas eingegrenzt hat."
Walter Buchinger 70 "Der Neubau auf dem Bild ist die Kartonagenfabrik Prager in der Drachenseestraße, welcher unser damaliges Spielgebiet erstmals etwas eingegrenzt hat."
Buchinger schreibt, das Foto sei in der Albert-Roßhaupter-Straße  aufgenommen worden, die damals noch Forstenrieder Straße hieß,  "etwa in Höhe der Kriegersiedlung".
Walter Buchinger 70 Buchinger schreibt, das Foto sei in der Albert-Roßhaupter-Straße aufgenommen worden, die damals noch Forstenrieder Straße hieß, "etwa in Höhe der Kriegersiedlung".
Hinten steht ein Christbaum. Auch im Kinderheim wird 1957 das Fest gefeiert. Gisela Welzenbach ist das Kindl hinten rechts.
privat 70 Hinten steht ein Christbaum. Auch im Kinderheim wird 1957 das Fest gefeiert. Gisela Welzenbach ist das Kindl hinten rechts.
Gisela Welzenbach als Einjährige in den Armen einer Pflegerin. Im Heim sei es ihr gut gegangen, schreibt sie. Ihre Eltern, ein Polizist und eine Straßenbahnschaffnerin, hätten wegen Schichtdienst und unregelmäßigen Arbeitszeiten keine Möglichkeit gehabt, sie bei sich zu behalten. "Sie mussten Geld verdienen und das war damals wenig genug."
privat 70 Gisela Welzenbach als Einjährige in den Armen einer Pflegerin. Im Heim sei es ihr gut gegangen, schreibt sie. Ihre Eltern, ein Polizist und eine Straßenbahnschaffnerin, hätten wegen Schichtdienst und unregelmäßigen Arbeitszeiten keine Möglichkeit gehabt, sie bei sich zu behalten. "Sie mussten Geld verdienen und das war damals wenig genug."
Alexander Metz steht 1956 umringt von seinem Cousin Peter und seiner Cousine Gabi am Münchner Hauptbahnhof. "Die Tante Maja wusste, wie man Kinderherzen erfreut", schreibt er der AZ. Der absolute Höhepunkt der Ferien sei immer die Fahrt mit ihr von Landshut nach München gewesen.

"Dazu gehörte auch ein Besuch beim Obletter Spielwarengeschäft am Stachus, das für uns Kinder die wundersamsten Dinge anzubieten hatte, zum Beispiel einen Kühlschrank für die Puppenküche meiner Cousine." Zum Abschluss habe Tante Maja zum Dämmerschoppen eingeladen, "oft zum Franziskaner, nicht selten aber auch ins Hofbräuhaus. Die Tante liebt das süffige Bier". Und ja, für die Kinder gab es tatsächlich auch ein Bier zu trinken, schreibt Metz, "weil unsere gute Tante, selbst eine Bräuin, meinte, wenn de Kinder a Limo trinken auf des fette Essen hin, dann speims ma a no'".
privat 70 Alexander Metz steht 1956 umringt von seinem Cousin Peter und seiner Cousine Gabi am Münchner Hauptbahnhof. "Die Tante Maja wusste, wie man Kinderherzen erfreut", schreibt er der AZ. Der absolute Höhepunkt der Ferien sei immer die Fahrt mit ihr von Landshut nach München gewesen. "Dazu gehörte auch ein Besuch beim Obletter Spielwarengeschäft am Stachus, das für uns Kinder die wundersamsten Dinge anzubieten hatte, zum Beispiel einen Kühlschrank für die Puppenküche meiner Cousine." Zum Abschluss habe Tante Maja zum Dämmerschoppen eingeladen, "oft zum Franziskaner, nicht selten aber auch ins Hofbräuhaus. Die Tante liebt das süffige Bier". Und ja, für die Kinder gab es tatsächlich auch ein Bier zu trinken, schreibt Metz, "weil unsere gute Tante, selbst eine Bräuin, meinte, wenn de Kinder a Limo trinken auf des fette Essen hin, dann speims ma a no'".
Das Foto zeigt (v.l.) Alexander Metz, seine Cousine Gabi, seinen Cousin Peter und ihren Freund Peter mit dem Münchner Kindl im Hofbräuhaus.
privat 70 Das Foto zeigt (v.l.) Alexander Metz, seine Cousine Gabi, seinen Cousin Peter und ihren Freund Peter mit dem Münchner Kindl im Hofbräuhaus.
Die Speisekarte aus dem Hofbräuhaus vom 7. Mai 1946. Das Rahmgulasch mit Kartoffelpüree gab es damals für eine Mark zehn. Das Wiener Backfleisch mit Salatplatte für 1,60 Mark.
privat 70 Die Speisekarte aus dem Hofbräuhaus vom 7. Mai 1946. Das Rahmgulasch mit Kartoffelpüree gab es damals für eine Mark zehn. Das Wiener Backfleisch mit Salatplatte für 1,60 Mark.
Mei, wie nett! AZ-Leser Wolfgang Brummer in den 50er-Jahren mit seiner Schwester Gabi (im Kinderwagen) und "Mama Lieselotte" beim Spaziergang in Hartmannshofen.
privat 70 Mei, wie nett! AZ-Leser Wolfgang Brummer in den 50er-Jahren mit seiner Schwester Gabi (im Kinderwagen) und "Mama Lieselotte" beim Spaziergang in Hartmannshofen.
In den 50ern gibt es in Thalkirchen noch eine Barackensiedlung. Richard Knerr ist das Kind in der Mitte.

"Die Unterkünfte bestanden nur aus einfachen Bretterwänden." Dann, im Winter 1953/54, habe es bis zu 1,80 Meter Schnee und 30 Grad Minus gegeben. "Wir wären beinahe im Bett erfroren." Erst 1956 habe seine Familie in eine Sozialwohnung im Lehel umziehen können. Mit seinen Spezln habe er dann alle Ruinen nach Wertvollem durchkämmt, "der große Schatzfund blieb jedoch aus".
Privat 70 In den 50ern gibt es in Thalkirchen noch eine Barackensiedlung. Richard Knerr ist das Kind in der Mitte. "Die Unterkünfte bestanden nur aus einfachen Bretterwänden." Dann, im Winter 1953/54, habe es bis zu 1,80 Meter Schnee und 30 Grad Minus gegeben. "Wir wären beinahe im Bett erfroren." Erst 1956 habe seine Familie in eine Sozialwohnung im Lehel umziehen können. Mit seinen Spezln habe er dann alle Ruinen nach Wertvollem durchkämmt, "der große Schatzfund blieb jedoch aus".
Sommer 1948: Richard Knerr sitzt im Leiterwagen. Neben ihm seine Geschwister, die beim geschiedenen Vater leben.
Privat 70 Sommer 1948: Richard Knerr sitzt im Leiterwagen. Neben ihm seine Geschwister, die beim geschiedenen Vater leben.
Einschulung 1953: Die Schultüte ist eine gebrauchte – von der Schwester.
Privat 70 Einschulung 1953: Die Schultüte ist eine gebrauchte – von der Schwester.
Norbert Helgert beim Spielen im Hof. Der AZ-Leser ist Jahrgang 1948. Seine Familie lebte damals in der Schwanthalerstraße, "vierter Stock, Mansarde ohne Aufzug, sechs Personen, zwei Zimmer gesamt 36 qm, ohne Wasser und ohne Toilette (war im Zwischengeschoß)", schreibt er. "Hier verbrachte ich die ersten zehn Jahre meines Lebens."
Privatarchiv Norbert Helgert 70 Norbert Helgert beim Spielen im Hof. Der AZ-Leser ist Jahrgang 1948. Seine Familie lebte damals in der Schwanthalerstraße, "vierter Stock, Mansarde ohne Aufzug, sechs Personen, zwei Zimmer gesamt 36 qm, ohne Wasser und ohne Toilette (war im Zwischengeschoß)", schreibt er. "Hier verbrachte ich die ersten zehn Jahre meines Lebens."
Der kleine Norbert mit den Brüdern vor dem Sofa, "das war eigentlich schon der ganze Platz", erzählt seine Frau.
Privatarchiv Norbert Helgert 70 Der kleine Norbert mit den Brüdern vor dem Sofa, "das war eigentlich schon der ganze Platz", erzählt seine Frau.
Im Hofbräuhaus den Taktstock schwingen dürfen - mei, da ist der Bub stolz. "Arm, aber glücklich ist mein Fazit aus dieser Zeit", schreibt Norbert Helgert.
Privatarchiv Norbert Helgert 70 Im Hofbräuhaus den Taktstock schwingen dürfen - mei, da ist der Bub stolz. "Arm, aber glücklich ist mein Fazit aus dieser Zeit", schreibt Norbert Helgert.
Zeitgemäßer Hut, glückliches Kind: Dorian Iwan in den 50ern unterhalb des Monopteros. "Ich bin 1950 in München-Schwabing geboren", schreibt er. "In der Kaiserstraße 31 direkt gegenüber des Kaisergartens". Gespielt habe er meistens am Kirchenplatz hinter der St. Ursulakirche - und in den Ruinen an der Münchner Freiheit, da war's spannend.
Privatarchiv Dorian Iwan 70 Zeitgemäßer Hut, glückliches Kind: Dorian Iwan in den 50ern unterhalb des Monopteros. "Ich bin 1950 in München-Schwabing geboren", schreibt er. "In der Kaiserstraße 31 direkt gegenüber des Kaisergartens". Gespielt habe er meistens am Kirchenplatz hinter der St. Ursulakirche - und in den Ruinen an der Münchner Freiheit, da war's spannend.
Einschulung! Mei, da ist der Bub stolz.
Privatarchiv Dorian Iwan 70 Einschulung! Mei, da ist der Bub stolz.
Auf dem Arm der Mama am Chinesischen Turm.
Privatarchiv Dorian Iwan 70 Auf dem Arm der Mama am Chinesischen Turm.
Schon ein bisserl größer: ein Bild mit beiden Eltern.
Privatarchiv Dorian Iwan 70 Schon ein bisserl größer: ein Bild mit beiden Eltern.

Große Wiesen, wo heute alles "total zugebaut" ist, Ruinenlandschaften als Spielplatz, Leiterwagen auf den Straßen, kaum irgendwo ein Auto. Eine Portion Rahmgulasch im Hofbräuhaus für eine Mark und zehn Pfennig. Wie anders München doch in den 50er Jahren war. Und mittendrin die Münchner Kindl, viel sichtbarer, viel mehr auf eigene Faust unterwegs als heute.

Doch manches ist auch gleich geblieben: Wie beispielsweise der Besuch im Obletter am Stachus, der damals wie heute Kinderaugen leuchten lässt.

In der Serie "Meine Kindheit in den 50ern" schicken AZ-Leser beeindruckende, liebenswerte oder auch ungewöhnliche Eindrücke aus einem Leben in der Stadt, das Jahrzehnte her ist.


Sind Sie auch in den 50ern in der Stadt groß geworden und haben noch alte Fotos? Schicken Sie sie uns an leserforum@az-muenchen.de, Betreff: 50er oder an AZ, Leserforum, Stichwort: 50er, Garmischer Straße 35, 81373 München.

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