"Würden am liebsten bleiben": Nach nur zwei Jahren muss wichtiges Projekt wieder umziehen

An der Schrenkstraße, also gar nicht so weit weg vom jetzigen Standort, war das Kösk jahrelang bekannt dafür, ein Kultur-Treffpunkt zu sein, dessen Türen immer allen offen stehen.
"Unerwartete Begegnungen": Warum das Kösk im März in der Schillerstraße ausziehen muss
Seit November 2023 haben Andrea Huber und ihr Team dieses Kulturprojekt des Kreisjugendrings auch an der Schillerstraße 38 mitten im trubeligen Bahnhofsviertel etabliert.
Da kommt es auch mal zu unerwarteten, aber dafür umso schöneren Begegnungen. "Letztens kam eine Jugendgruppe aus der Shishabar hier rein", erzählt Huber. Da war im Kösk gerade ein lautes Noise-Konzert. "Die haben sich gefragt, was das ist. Und am Ende haben wir uns ewig mit denen unterhalten, die waren total interessiert", sagt Huber.
Nach zwei Jahren sucht das Kösk schon wieder eine neue Bleibe
Spätestens Ende März ist aber unerwartet schon wieder Schluss, das Haus wird umgebaut. Eigentlich war der Plan, dass das Kösk dann einfach ins Hinterhaus zieht, weil das erst später umgebaut werden sollte. Die Pläne haben sich aber geändert, die Möglichkeit gibt es nicht mehr.

Jetzt sucht das Kösk nach zwei Jahren schon wieder eine neue Bleibe. "Am liebsten würden wir hier im Viertel bleiben", sagt Andrea Schönhofer. "Wir haben eine gute Nachbarschaft, es ist sehr zentral, hier kommt jeder vorbei". Und Julia Ströder wirft ein: "Es gibt super Essen, zu jeder Zeit. Und es ist nicht so vorhersehbar wie andere Viertel."
Hier habe man das Gefühl, wirklich in der Großstadt zu sein, der Umgang untereinander sei aber schon fast dörflich. "Und die Leute sind total hilfsbereit und zugewandt", sagt Huber. Natürlich seien auch Menschen da, die Drogen konsumieren. "Aber die tun einem ja nichts. Die wollen ja nur einen Ort haben", sagt Huber. "Es ist schade, dass es keine Konsumräume gibt". Das sei ihnen so konkret erst hier klar geworden.
Ein einzigartiger Kulturort mitten im Bahnhofsviertel: "Jeder darf mitmachen"
Störend seien vielmehr die vielen Baustellen. "Das ist das einzige wirklich anstrengende", sagt Huber. "Es könnte freundlicher aussehen, wie die konzipiert sind". Gemeinsam mit dem BA überlegt das Kösk, wie man die vielen Baustellen etwas verschönern könnte, mit größeren Plakaten zum Beispiel oder mit Fotografien.
Das Kösk bietet ein breites kulturelles Angebot, es betreibt zum Beispiel einen eigenen Chor, ein Orchester, es gibt in den Räumen Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr. Immer kostenfrei. "Jeder darf mitmachen", sagt Huber.
Komplett kostenfrei ist auch die Nutzung, wenn man im Kösk sein eigenes Projekt zeigen oder die Räume nutzen möchte. Etwas, das es sonst kaum gibt in München, wenn überhaupt. "Jeder soll die Möglichkeit haben, sich künstlerisch auszuprobieren", sagt Huber zu diesem Grundsatz. "Die können es oft gar nicht glauben, wenn wir ihnen den Schlüssel in die Hand drücken".
Einen neuen Ort, an dem sie längerfristig bleiben können, würden die Kösk-Macherinnen sich wünschen. Am liebsten im lebendigen Bahnhofsviertel.
Mehr Informationen finden Sie hier unter: koesk-muenchen.de