Herzstadt mit Welt

Jeden Freitag erzählt in der AZ ein bekannter Münchner von seinem Wochenende. Heute: der Comedian Michael Miittermeier.
| Michael Mittermeier
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Seit einem Dreivierteljahr Neu-Schwabinger: Michael Mittermeier in der Bar Giornale.
Petra Schramek Seit einem Dreivierteljahr Neu-Schwabinger: Michael Mittermeier in der Bar Giornale.

Jeden Freitag erzählt in der AZ ein bekannter Münchner von seinem Wochenende. Heute: der Comedian Michael Miittermeier.

]Man nennt München ja immer die „Weltstadt mit Herz“. Ich sage lieber: Herzstadt mit Welt. Meine Freunde leben hier, meine Familie, ich – und die Welt ist eben auch da.
 
Vor Kurzem ist die Welt sogar noch ein bisschen näher gerückt. Wir haben ja lange irgendwo am Standrand gewohnt. Jetzt bin ich aber seit einem Dreivierteljahr Neuschwabinger. Kulinarisch gesehen hat man die Welt da vor der Haustür. In der Kurfürstenstraße zum Beispiel gibt es einen super Vietnamesen, das Anh-Thu. Dann natürlich die Bar Giornale – und Pizza holen wir immer noch am liebsten im Adria. 
 
Das Adria in der Leopoldstraße hat für meine Frau und mich schon fast historischen Wert. Wir haben uns vor fast 25 Jahren kennen gelernt, da hat sie in München gerade Musical gespielt. Nach meinen Auftritten haben wir uns dann immer noch im Adria getroffen. Das war eben das einzige Lokal, in dem man um drei Uhr in der Früh noch was zu essen bekommen hat.
 
Heute steht im Adria immer noch die gleiche Bedienung wie damals. So ist das eben in Schwabing: Da kannst du nach zehn oder zwanzig Jahren mal wieder in eine Kneipe reingehen und der Barkeeper begrüßt dich trotzdem noch mit: „Na, was darf’s sein, Pils wie immer?“
 
Toll ist natürlich auch diese Meile an der Münchner Freiheit oben – Vereinsheim, Lustspielhaus, Lach- und Schießgesellschaft. Das sind für mich nicht nur Auftrittsorte, da treffe ich auch Freunde. Unter uns Comedians ist das ja so: Egal, wo wir sind, es ist immer auch ein anderer da. Bist du in Wien, ist der Niavarani da, bist du in der Schweiz, triffst du den Atze Schröder – das ist schön, wenn man sich on the Road so begegnet. Und in München kann man sich sicher sein: Wenn einer in der Stadt einen Auftritt hat, trifft man ihn danach sicher im Vereinsheim.
 
Wenn schönes Wetter ist, fahren wir am Wochenende auch gerne an den See raus, das ist eigentlich das Beste. Da sind wir hier einfach verwöhnt, es ist nicht so wie in Kassel – wobei ich mich in Kassel nicht auskenne. Kann sein, dass es da auch 20 tolle Seen außen herum gibt. Aber wenn du mal mit dem Radl um den Starnberger See fährst, ist das unschlagbar. In München haben wir schon echt einen schönen Platz.
 
Wenn wir mit dem Auto zum See rausfahren, läuft auf dem Weg dann vermutlich NDW – oder Mumford & Sons, die Lieblingsband von unserer Tochter Lilly. Die haben wir schon live gesehen, die Mumford & Sons, damals im kleinen Kreis im legendären Atomic Café. Die müssen da ja bald zumachen. Leider geht damit mal wieder ein sehr großes und wichtiges Stück München. Es ist zwar schon eine Weile her, dass wir im Atomic Café waren, ich kann mich auch erinnern, dass wir uns unendlich alt gefühlt haben. Aber das ist ein recht relaxter Ort, da hat man nicht das Gefühl: Oh, die Jungen schauen einen schief an.
 
Und dann ist jetzt ja auch wieder Tollwood. Ich war lange nicht mehr da, ich weiß gar nicht, warum eigentlich nicht. Die letzten Sommer waren bei mir meistens englische Wochen, da hat sich das nicht ergeben. Aber dieses Jahr bin ich dort auch mal wieder aufgetreten. Das Line-up ist insgesamt auch wieder großartig, da kann keiner sagen, es sei nichts für ihn dabei gewesen. Ich würde mir Birdy gerne anschauen, aber ich plane nicht so weit voraus. Fußball wird momentan ja auch noch gespielt. Und Birdy konkurriert da mit dem WM-Viertelfinale.
 
Protokoll: Florian Zick
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