Herr Beethoven geht an die Luft

Die Münchner Philharmoniker und die BR-Symphoniker laden am Wochenende zu Konzert-Highlights unter freiem Himmel - mit einem Beethoven-Spezialisten am Klavier und einem Dirigenten, der sein Debüt beim diesjährigen Open-Air-Konzert gibt.
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Zwischen Theatinerkirche und Residenz: Das Klassik-Open-Air am Odeonsplatz.
AZ Zwischen Theatinerkirche und Residenz: Das Klassik-Open-Air am Odeonsplatz.

Die Münchner Philharmoniker und die BR-Symphoniker laden am Wochenende zu Konzert-Highlights unter freiem Himmel - mit einem Beethoven-Spezialisten am Klavier und einem Dirigenten, der sein Debüt beim diesjährigen Open-Air-Konzert gibt.

Oh ja, auch ältere Herren gehen gerne mal an die frische Luft. Und ganz besonders jene, die sich schon seit vielen, vielen Jahrzehnten fast ausschließlich im Konzertsaal tummeln müssen. Klar, kommen sie da besonders schön zur Geltung. Aber, und da sind wir uns sicher: Auch der Hanseate Johannes Brahms hätte nichts gegen eine Brise einzuwenden gehabt. Zumal in dieser launig-prickelnden Sommernachts-Atmosphäre, die man nur bei Park-Open-Airs antrifft. Oder bei Klassik am Odeonsplatz.

Seit acht Jahren pflegen die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks dieses hochkarätige Heimspiel – und immer mehr haben Lust auf Klassik unter freiem Himmel. Was nicht verwunderlich ist, denn zwischen Theatinerkirche und Residenz sind die Stars der Szene am Werk. Und die Programme sprechen musikalische Grünohren wie Hardcore-Klassikfans an.

Feiner Mix aus Beethoven und Dvorák

Die BR-Symphoniker haben in diesem Jahr Christoph Eschenbach eingeladen, der als musikalischer Direktor des Philadelphia Orchestra quasi auf den Spuren von Wolfgang Sawallisch wandelt. Die Crew serviert am Samstag einen feinen Mix aus Beethoven und Dvorák.

Wobei der Pianist Rudolf Buchbinder, ein ausgesprochener Beethoven-Spezialist, der seine Nase gerne mal in Originalpartituren steckt, dessen Es-Dur-Klavierkonzert spielt (ja, das mit dem traumverloren-elegischen zweiten Satz, der durchaus an die Nieren gehen kann).

Nach der Pause entführt ausgerechnet ein waschechter Böhme in die „Neue Welt“ – man braucht nicht viel Fantasie, um in Dvoráks Neunter in die endlosen Weiten der Prärie einzutauchen...

Tschaikowsky für die Melancholie

Wäre da noch der Sonntag, an dem sich GMD Christian Thielemann mit seinen Philis die Ehre gibt. Für den Dirigenten ist es übrigens das Debüt bei Klassik am Odeonsplatz. Eigentlich war ein reiner Tschaikowsky-Abend geplant, jetzt gibt’s noch Schmackhaftes von Brahms und Strauss dazu – vermutlich macht’s die Abwechslung.

Die gute Nachricht: Adrianne Pieczonka bleibt den Münchnern erhalten. Die frühere Bayreuth-Sieglinde, geschätzte Marschallin und Ariadne singt die aufwühlende Arie der Tatjana aus Tschaikowskys „Onegin“. Und damit eine ihrer Lieblingsrollen. Vielleicht hängt’s an ihren polnisch-russischen Vorfahren. Der AZ erzählte die Sopranistin jedenfalls, dass Tschaikowsky ihre slawisch-melancholische Seite anspreche.

Dann geht’s mit Richard Strauss’ „Don Juan“ in den Westen, genau genommen aber auch in den Süden. Und mit Brahms’ erster Sinfonie sogar noch in den Norden. Wobei wir wieder bei der Brise angelangt wären. Und den älteren Herren. Aber nicht nur denen tut die frische Luft mal ganz gut.

cig

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