Hellweg in der Krise: Was jetzt auf die Zentrale in Garching zukommt

Für viele der insgesamt 114 Filialen gibt es Übernahmeangebote, aber die Zentralen in Dortmund und Garching sollen geschlossen werden. 340 Beschäftigte sind betroffen.
von  AZ/dpa
Die Baumarktkette Hellweg und die Tochtergesellschaft BayWa Bau- und Gartenmärkte hatten im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Laut Sanierungsgeschäfsführung werden viele Filialen wohl bleiben, nicht aber die Zentralen in Dortmund und Garching. (Archivbild)
Die Baumarktkette Hellweg und die Tochtergesellschaft BayWa Bau- und Gartenmärkte hatten im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Laut Sanierungsgeschäfsführung werden viele Filialen wohl bleiben, nicht aber die Zentralen in Dortmund und Garching. (Archivbild) © Fabian Strauch/dpa

Bei der Sanierung der insolventen Baumarktkette Hellweg und deren Tochterunternehmen "BayWa Bau- & Gartenmärkte" werden in den Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching voraussichtlich hunderte Beschäftigte ihren Job verlieren. Die Geschäftsführung rechnet laut einer Mitteilung zwar damit, dass "ein wesentlicher Teil" der Filialen auf neue Betreiber übertragen wird. Damit sei allerdings die Schließung der bisherigen Firmenzentralen verbunden, teilten die Sanierungsgeschäftsführer mit. Davon betroffen seien insgesamt rund 340 Menschen.

Hellweg hatte die vor allem in Süddeutschland vertretenen BayWa Bau- & Gartenmärkte 2012 vom Agrarhandels- und Mischkonzern Baywa übernommen und durfte sie unter dem bekannten Namen weiterführen. Mitte Juni 2026 hatten die Gesellschaften beim Amtsgericht Essen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe für die Schieflage nannte die Geschäftsführung unter anderem Lieferengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung, steigende Mieten sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen. Der Geschäftsbetrieb lief seitdem aber weiter.

Hellweg und BayWa betreiben derzeit noch 114 Märkte

Hellweg ist den Angaben zufolge vor allem in den Räumen Rhein-Ruhr sowie Berlin mit derzeit noch 68 Märkten vertreten. Die Firma zählt 2.900 Beschäftigte. Hinzu kommen 46 BayWa Bau- & Gartenmärkte mit rund 1.300 Beschäftigten. 

Der Investorenprozess sei auf großes Interesse gestoßen, so die Sanierungsgeschäftsführer der Wirtschaftskanzlei Görg. Für wesentliche Teile des Filialportfolios beider Gesellschaften lägen Übernahmeangebote von verschiedenen Investoren vor. "Nach Zustimmung der zuständigen Gläubigerausschüsse erfolgt in den nächsten Tagen die vertragliche Umsetzung", hieß es.

Baumärkte sollen unter verschiedenen Marken fortgeführt werden

Die Investoren hätten zum Teil auf sich überschneidende Filialportfolios geboten. Unterschiede habe es sowohl beim Umfang der zu übernehmenden Standorte als bei den Konzepten für deren Fortführung gegeben. In der Folge würden die Märkte daher künftig leider nicht einheitlich unter einem neuen Dach, sondern unter verschiedenen Marken fortgeführt. Markennamen wurden nicht genannt.

Der Investorenprozess ist der Mitteilung zufolge noch nicht für alle Standorte abgeschlossen. Daher könne man noch nicht bekannt geben, welche Märkte an welche neuen Betreiber übergeben würden. Darüber wolle man voraussichtlich in rund zwei Wochen informieren. Für Filialen ohne konkretes Angebot setze man die Investorensuche fort mit dem Ziel, bis Ende August ebenfalls eine Lösung zu finden.

Geschäftsführer: Gehälter werden bis Ende November gezahlt

Die Geschäftsführer betonten, dass die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs für die kommenden Monate gesichert sei. "Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auch nach Auslaufen des Insolvenzgeldzeitraums bis einschließlich Ende November 2026 gezahlt werden können", hieß es. Dies gelte auch für die Beschäftigten in den Zentralen sowie von Standorten, für die keine Übernahmelösung gefunden werden könne.

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