Heizöl in München ist rar und teuer: Das sind die Gründe

Die Heizöl-Preise sind auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren. Was Händler und Kunden in der Stadt umtreibt.
| Jasmin Menrad
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Ist Ihr Tank gut gefüllt?
Patrick Pleul/dpa Ist Ihr Tank gut gefüllt?

München - Die US-Sanktionen gegen Iran, Konflikte zwischen Saudi-Arabien und den USA, Anschläge in Libyen und Nigeria und die Krise in Venezuela haben München erreicht.

Hier ist das Öl mit 82,4 ct/l Heizöl so teuer wie seit fünf Jahren nicht mehr. Deshalb hat AZ-Leserin Gaby M. mit der Ölbestellung gewartet. Und nochmal gewartet – in der Hoffnung, dass der Ölpreis sinkt. Jetzt droht ihr das Heizöl auszugehen, doch: "Mein Lieferant hatte kein Öl mehr." (Lesen Sie hier: Heizen mit Öl ist wieder teurer als mit Gas)

Öl knapp? Frachtraum ist extrem teuer

Denn Anfang September hat es in der Raffinerie Vohburg gebrannt. Die Händler im Südosten mussten auf Karlsruhe ausweichen, das aber bereits stark ausgelastet ist. Hier erfolgt die Versorgung über die Binnenschifffahrt. Vor einigen Wochen konnten die Tanker wegen des Niedrigwassers noch bis zur Hälfte beladen werden. Doch die Situation hat sich verschlechtert und die Rekord-Niedrigpegelstände lassen den Nachschub abreißen.

Wenn es überhaupt Frachtraum gibt, ist dieser extrem teuer. Denn die Schiffe fahren nur noch mit zehn bis 15 Prozent der sonst üblichen Ladung. Anruf bei Franz Menrad, einem Münchner Heizöl-Händler: "Wir sind in der glücklichen Lage, noch Ware zu haben, aber für die Großhändler ist gerade Schluss. Die kriegen gerade keine Ware."

Wegen des schwankenden Ölpreises, so erklärt es Franz Menrad, kaufen Großhändler nur noch für einen Monat ein. Und schon jetzt seien die Kapazitäten vieler Händler erschöpft. AZ-Leserin Gaby M. probiert es danach bei Franz Menrad – der kann zwar liefern, aber erst am 2. November. "Kann sein, dass ich in den nächsten Tagen mit dem Kanister Diesel von der Tankstelle hole, das ist aber nochmal teuer", sagt Gaby M.

Günstiger wird das Heizöl, wenn es regnet

Ein Anruf bei Münchens größtem Heizöl-Lieferanten Montana. "Die Verfügbarkeit von Heizöl im südbayerischen Raum ist derzeit eingeschränkt", sagt eine Montana-Sprecherin. Aber: "Wir sind in der Lage, unsere Kundenanfragen zu bedienen."

Die Kunden wollen oft auch nicht viel: "Wir stellen fest, dass viele Kunden derzeit Teilmengen bestellen und mit dem kompletten Auffüllen des Tanks noch abwarten und auf einen Preisrückgang hoffen."

Günstiger wird das Heizöl, wenn es regnet. Und nicht wieder irgendwo auf der Welt irgendwas mit Politik und Öl schiefläuft.

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