Heimbewohner geschlagen, getreten und gewürgt

Er soll Patienten auf Anweisung der Heimleitung misshandelt haben: Vor dem Landgericht München hat der Mitarbeiter einer psychiatrischen Einrichtung ein Geständnis abgelegt.
| dapd
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München - Ein früherer Heimmitarbeiter hat vor dem Landgericht München mehrfache Misshandlungen von Schutzbefohlenen eingeräumt. Der 29-Jährige, der in einer Einrichtung für psychisch Schwerstauffällige in den oberbayerischen Gemeinden Fischbachau und Hausham als Hilfskraft tätig war, gestand am Dienstag, zwischen 2004 und 2009 in 18 Fällen Heimbewohner misshandelt oder gequält zu haben.

Unter anderem gab der Mann zu, Heimbewohner geschlagen, getreten, gewürgt und in einem Fall auch an den Haaren über den Boden gezerrt zu haben. In Bezug auf weitere 14 Fälle von Misshandlung, die die Staatsanwaltschaft dem 29-Jährigen vorgeworfen hatte, wurde das Verfahren mangels Relevanz für das Strafmaß eingestellt.

In der betroffenen Einrichtung im Kreis Miesbach, die mit dem Verzicht auf starke Psychopharmaka warb, hatte die Misshandlung der Bewohner offenbar System: Der Angeklagte und zwei Kollegen hatten laut Staatsanwaltschaft durch den Leiter der Häuser die Anweisung erhalten, den Betreuten wehzutun. Einige der 59 Heimbewohner waren demnach mehrfach Opfer von Misshandlungen geworden.

Im August und Oktober 2010 waren bereits ein Kollege zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft, der Heimleiter und ein weiterer Kollege zu je zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem dürfen sie drei Jahre lang nicht mehr als Betreuer oder Pfleger arbeiten.

Ein Urteil im Fall des 29-Jährigen wurde für Dienstagnachmittag erwartet.

 

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