Harry Klein: Dem Wummern entgegen

Das Harry Klein ist Dauergast bei den internationalen Top 40 Clubs des DJMags. Die Top-Acts der Electro-Szene treten hier auf.
| Laura Kaufmann
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„Harald Klein“ (oder wie Partygänger sagen: ’s Harry) bei Tag: Sonnenstraße 8.
Katharina Alt „Harald Klein“ (oder wie Partygänger sagen: ’s Harry) bei Tag: Sonnenstraße 8.

Das Harry Klein ist Dauergast bei den internationalen Top 40 Clubs des DJMags. Die Top-Acts der Electro-Szene treten in der Sonnenstraße 8 auf.

München - Einst war das „Harry“ der Grund, der eine eingeschworene Gemeinde noch in den ehemaligen Kunstpark trieb, zu den Optimolwerken. Zwischen Flatrate-Trinktempeln und Be-Sexy-Partys fristete da ein kleiner Club mit Hängematten im Garten sein Dasein, in dem sich alles um eines drehte: minimalistische Musik.

Da arbeiteten die Harry-Klein-Chefs schon fieberhaft am neuen Zuhause, zentraler und in angemessener Gesellschaft. In der Sonnenstraße. Dort errichteten sie dem Elektro einen Tempel: eine Raum-in-Raum-Architektur, vergleichbar mit der Elbphilharmonie, die keinen Laut nach außen dringen lässt. Wandfresken wie Traumsequenzen mit psychedelischen Putten, auf dem Herrenklo verfolgen wandernde Augen jede Bewegung.

Über beide Stockwerke erstrecken sich Videoprojektionen, wie ein Prediger an der Kanzel steht davor der DJ am Pult. Top-Acts aus der ganzen Welt und Stars des Hauses, die Karotte oder Julietta heißen, lieben es, hier aufzulegen, wegen des guten Sounds und der guten Stimmung. Und die Menge huldigt ihnen: Die Bässe im Herzen spüren, gemeinsame Beat-Ekstase erleben – das treibt sie her, in den kleinen Club, der mehrfach national und international ausgezeichnet wurde.

Bei der eingeschworenen Gemeinschaft kann es reichen, dem potenziellen Flirt verschwörerisch zuzulächeln, wenn alle Arme gemeinsam in die Höhe fliegen, dem Wummern entgegen. Ein guter Rückzugsort ist dann das ehemalige Raucherzimmer mit Sitzgelegenheit und Leuchtstäben an der Wand, die Treppe hoch, von der Galerie aus der Blick über die Tanzwütigen.

Natürlich ist die Gemeinde jetzt nicht mehr ganz so eingeschworen, die neue Lage zieht auch neues Publikum an: jüngere Nachtschwärmer. Das ist der Lauf der Dinge und auch vollkommen okay so. Selbst wenn der eine oder andere Stammgast mault und meint, früher war doch alles undergroundiger und irgendwie verschworener – er kommt trotzdem wieder, für eine Nacht voller Bässe und Ekstase.

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