Handwerk fordert: Stadt soll Gewerbesteuer verzögern

Münchner Friseure, Kosmetikerinnen und Maßschneider haben meist kaum Rücklagen. Bei einem Lockdown über Mitte Februar hinaus befürchtet die Handwerkskammer für viele das Aus.
| Eva von Steinburg
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Aktuell haben Friseure geschlossen. (Symbolbild)
Aktuell haben Friseure geschlossen. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

München - Von der Stadt München wünscht sich Franz Xaver Peteranderl ein Entgegenkommen bei der Erhebung der Gewerbesteuer 2021.

"Es würde den Handwerksbetrieben in der Stadt helfen, wenn die Steuer verzögert erhoben würde, oder differenziert erhoben wird, denn die Bau- und Ausbaubetriebe sind in der Lage, die Zahlungen zu leisten. Es wäre auch wichtig, dass Stundungen ohne Zinszahlungen möglich wären", sagte gestern der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern.

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Seine Handwerkskammer geht hier mit gutem Beispiel voran: Normalerweise schickt sie im Januar die Zahlungsaufforderung für die Kammerbeiträge aller Mitgliedsbetriebe heraus. Dieses Jahr wird die Aussendung nach hinten verschoben, "um den Betrieben Luft zu geben, damit sie sich finanziell erholen können", so Franz Xaver Peteranderl.

Ob Kfz-Werkstätte, Textil-Reinigung oder Bäckerei und Metzgerei mit reduziertem Imbissbetrieb: Eine Umfrage der Handwerkskammer hat ergeben, für die kommenden Monate sind die Münchner und bayerischen Handwerkerinnen und Handwerker wenig optimistisch: 33 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage.

Handwerkskammer fordert Fahrplan für Öffnungen

Der Handwerkskammer-Präsident fordert für das Handwerk einen klaren Fahrplan, damit sie ab Mitte Februar wieder hochfahren können: "Ohne eine Perspektive drohen Bund und Länder die Unterstützung der Bevölkerung für die Corona-Maßnahmen zu verlieren."

Unter Friseuren, Kosmetikern, allen mit geschlossenen Geschäften mache sich Frust breit, so Peteranderl. Wie es um die geschlossen Münchner Maßschneider bestellt ist, weiß Damenschneider-Meisterin Beate Meyer: "Jeder kämpft und macht das Beste draus", sagt sie. Die Obermeisterin der Schneiderinnung ist auf hochwertige historische Trachten spezialisiert.

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Sie arbeitet in Forstenried. Von Münchner Schneiderinnen hat sie gehört, dass diese ihre 450-Euro-Kräfte entlassen mussten. "Im ersten Lockdown haben die meisten ausgemistet. Nun produzieren manche im Vorfeld: Ich nähe zum Beispiel für Pfadfinder Rucksäcke aus schwarzem Zeltstoff", erklärt Beate Meyer (53).

Auch wenn der Lockdown Mitte Februar vorbei sein sollte. Sie rechnet nicht gleich mit Kundschaft: "Beim Friseur stehen die Leute dann Schlange. Aber heuer wird es weniger Feste geben. Ein schönes Kleid stellen die Leute ganz hinten an."

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