Hai-Alarm für das Münchner Kindl: Kreativer Protest gegen Münchner Miet-Wahnsinn

Mit einer Kunstaktion über Wohnungsnot werben Aktivisten für die Mieten-Demo. 
Myriam Siegert
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Miethaie bedrängen das Münchner Kindl.
Miethaie bedrängen das Münchner Kindl. © Lukas Barth

Das Münchner Kindl, das durch eine Luxussanierung wohnungslos geworden ist – deswegen steht es jetzt mit seinem Koffer auf dem Odeonsplatz, vertrieben von den Miethaien des Spekulanten Shark-Capital, die es bedrängen und drangsalieren.

Am Freitagvormittag haben ehrenamtliche Aktive rund um die Münchner Mietendemo mit einer künstlerischen Aktion auf die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt in München aufmerksam gemacht.

Viele Bevölkerungsgruppen sind von der Wohnmisere betroffen

Felicia Rief von der Initiative #ausspekuliert erklärt: “Das Münchner Kindl steht bei unserer Aktion symbolisch für all die Menschen, die von der Wohnmisere in dieser Stadt betroffen sind: junge Menschen in Ausbildung, deren Zukunft in München vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Rentner und Rentnerinnen, deren Miete die Rente übersteigt. Systemrelevante Berufsgruppen, die München immer öfter den Rücken kehren. Oder auch Migranten und Migrantinnen, für die es mit einem “nicht-typisch-deutschen" Namen besonders schwer ist, überhaupt einen Mietvertrag zu bekommen."

Rief erklärt, den Aktivisten gehe es nicht um den kleinen Vermieter, sondern um große Unternehmen und Konzerne, oft aus dem Ausland, die mit den Wohnungen Profit machten, der dann oft auch noch ins Ausland fließe.

90 Prozent der Migranten haben schon Diskriminierung erlebt

Neben der kleinen Performance kamen auch Betroffene zu Wort, wie Heather und Trish, die von einer ganzen Hausgemeinschaft berichteten, die seit Jahren dagegen kämpft, wegen einer geplanten Kernsanierung aus ihrem Zuhause verdrängt zu werden.

Oder Valentina Fazio vom Münchner Migrationsbeirat, die von den Diskriminierungserfahrungen von Migranten in München bei der Wohnungssuche berichtet. Laut einer Umfrage des Beirats haben fast 90 Prozent der Migranten in München schon Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt erlebt", so Fazio. "Dabei arbeiten oder studieren diese Menschen hier in München."

Ein Bündnis aus 110 Organisationen ruft am kommenden Samstag zur großen Mieterdemo auf.
Ein Bündnis aus 110 Organisationen ruft am kommenden Samstag zur großen Mieterdemo auf. © Lukas Barth

Marwan Abdelaal von der Studierendenvertretung der TU München schildert die Sicht der Studierenden der Stadt: “In München wird studieren immer mehr zur Frage des Elternhauses und des sozialen Hintergrunds. Für Studierende ohne reiche Eltern wird es immer schwieriger, in München ein WG-Zimmer zu finden. Darunter leidet auch die Vielfalt an Münchens Universitäten."

Die Aktion war freilich auch eine Erinnerung an die große Mietendemo, die am 7. Februar, 14 Uhr, am Odeonsplatz stattfindet und zu der ein breites Bündnis aus 110 Organisationen aufruft.

"So wie dem Münchner Kindl bei der Aktion geht es vielen Menschen in unserer Stadt. Es muss endlich etwas passieren, damit der außer Kontrolle geratene Wohnungsmarkt in geregelte Bahnen gelenkt wird", so die Aktivisten.

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  • Kollie vor einer Stunde / Bewertung:

    Das wird alles leider nichts nützen. Ausbeutung findet hauptsächlich über die Mieten statt. Ein leicht erhöhter Mindestlohn: da jammern die Reichen, maximieren aber schnell ihr Einkommen durch einen Mietaufschlag. Bitte Beispiele bringen bei der Demo und Namen nennen! Das ist ja sonst alles anonym und heimlich. Wie können drei Erben allein für ein Grundstück 28 Millionen kassieren? Dabei haben die Armen doch noch ein paar Grundstücke am Starnberger See vom Papa aus der Oberbayerischen Mafia bekommen. Kenne einige Menschen, deren Aufgabe allein darin besteht, Mietshäuser aus dem Erbe zu verwalten und Mieter hier maximal auszuquetschen. Da kann man sich auch noch ein Chalet in Kitzbühel zulegen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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