Grünwald: Polizei äußert sich zu Flüchtlings-Situation

Sieben Frauen aus Münchens Nobel-Vorort Grünwald, die sich selbst als "besorgte Mütter und Großmütter" bezeichnen, warnen in einem Brief an den Gemeinderat vor den knapp 300 untergebrachten Flüchtlingen. Jetzt äußerte sich die Polizei und eine Betreuerin in der Unterkunft.
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Für Betreuerinnen in der Unterkunft sind die Flüchtlinge "freundlich und zuvorkommend". (Archivbild)
dpa/az Für Betreuerinnen in der Unterkunft sind die Flüchtlinge "freundlich und zuvorkommend". (Archivbild)

Grünwald - Sieben der insgesamt 11.000 Grünwalderinnen und Grünwalder unterzeichneten den Brief an den Gemeinderat, in welchem sie auf die knapp 300 Flüchtlinge eingehen, die in Grünwald untergebracht wurden. Sie schreiben, dass "das Boot voll" sei, dass ihre Söhne und Töchter "mehrfach von jungen, männlichen Flüchtlingen verbal belästigt" worden seien und warnen den Gemeinderat davor, dass der Villen-Vorort zu nicht zum "Banlieue" verkommen dürfe.

 

Keine Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und Flüchtlingen

 

Wenige Tage später äußert sich jetzt die Polizei dazu, die die Sorge der Unterzeichnerinnen als unbegründet sieht. Grünwalds Polizeichef Andeas Aigner sagte am Dienstag: "Es gibt Straftaten der Bewohner der Traglufthalle untereinander. Strafanzeigen, Straftatbestände zwischen den Bewohnern der Traglufthalle und der Gemeinde Grünwald liegen nicht vor."

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Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl spricht von ähnlichen Vorfällen: "In der Traglufthalle gibt es gelegentlich Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern, nichts Dramatisches. Außerhalb war das Gravierendste ein Ladendiebstahl." Von Gewalt- oder Sexualdelikten durch Asylbewerber sei der Gemeinde nichts bekannt – "und der Polizei auch nicht".

 

Großteil der Flüchtlinge "freundlich und zuvorkommend"

 

Die Asylsozialberaterin Verena Luft arbeitet für den Migranten- und Flüchtlingsverein "Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.". Der Verein, der mittlerweile 8000 Flüchtlinge in fünf Landkreisen betreut, beschäftigt in der Grünwalder Traglufthalle drei Asylsozialberaterinnen, die für rund 290 Flüchtlinge zuständig sind. Sie sagt über ihre Arbeit: "Die Bewohner der Traglufthalle kommen aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und weiteren Ländern. Natürlich gibt es bei so einer Masse an Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern immer wieder Probleme und Streitigkeiten direkt in der Unterkunft, das lässt sich nicht vermeiden. Wir können aber nur betonen, dass wir selber mit den Männern sehr gut auskommen. Wir erleben den Großteil vieler Flüchtlinge als freundlich und zuvorkommend."

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Zu den, im Brief beschriebenen, Sorgen der Grünwalderinnen sagt sie: "Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Grünwalder natürlich ernst, aber ich verstehe nicht, wieso allein durch die Tatsache, dass die Asylbewerber Männer und Ausländer sind, Gefahren vermutet werden und den Männern wirklich Schlimmes zugetraut wird. Wie soll mit so viel Misstrauen Integration und ein friedliches Miteinander funktionieren?"

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