Grünen-Anfrage zu Störung an Forschungsreaktor

Im Mai 2020 war am Forschungsreaktor in Garching FRM II radioaktives C-14 ausgetreten. Acht Monate später hatte der Betreiber den Vorfall überraschend schärfer bewertet - die Gründe dafür wollen die Grünen jetzt erfahren.
| dpa
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Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der TUM.
Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der TUM. © Peter Kneffel/dpa/Archivbild
Garching

Nach der Hochstufung des Vorfalls mit radioaktivem C-14 am Forschungsreaktor FRM II in Garching als Störung verlangen die Landtags-Grünen Aufklärung. Es müsse geklärt werden, welche neuen Erkenntnisse zu der höheren Einstufung führten und wer dies veranlasst habe, sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses Rosi Steinberger (Grüne), die dazu eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung eingereicht hat.

Im Januar - acht Monate nach dem Austritt des radioaktivem C-14 - hatte der Betreiber den Vorfall in der Skala für sicherheitsrelevante Ereignisse hochgestuft und auf der internationalen Bewertungsskala (INES) als Stufe 1 und damit als Störung eingeordnet.

"Es hat sich herausgestellt, dass dieser Vorfall der einzige INES1-Vorfall und damit das schwerwiegendste Ereignis in einem deutschen Forschungsreaktor in den vergangenen 20 Jahren war", sagte Steinberger. "Diesen Vorfall muss man dringend näher untersuchen."

Nach Angaben des Technischen Direktors des FRM II, Axel Pichlmaier, war die neue Einstufung "nach intensiver Diskussion mit internen und externen Stellen" erfolgt. Es bedürfe der Erklärung, warum es für die Einstufung "externe Stellen" gebraucht habe, um welche es sich handelte und welche Rolle diese gespielt hätten, sagte Steinberger dazu. Außerdem fragte sie: "Warum gab es bisher keine Veröffentlichung des Bayerischen Umweltministeriums zu dieser veränderten Einstufung?" Dieses sei als Aufsichtsbehörde zuständig.

Verantwortlich für die Emission von radioaktivem C-14 am FRM II im Frühjahr war ein Bedienfehler bei einer Trocknungseinrichtung. Der für den FRM II festgelegte Jahresgrenzwert war damals um rund 15 Prozent überschritten worden. Eine Gefahr für Menschen gab es laut Betreiber und Behörden nicht.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-184814/2

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