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Kleine Flucht aus der Großstadt: Diese Oase liegt mitten in München

Grüne Oasen gibt es in München überall. So auch die Maximiliansanlagen: Zwischen Landtag, Friedensengel und St. Georg ist enorm viel geboten: Von schattigen Baumriesen und weiten Wiesen über Glühwürmchen-Zauber bis zum Kieselstrand und Rodelhügel – ein innerstädtisches Paradies für Spaziergänger, Sportler und Familien.
Nina Job
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Auf den Kiesbänken an der Isar nahe der Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen.
Auf den Kiesbänken an der Isar nahe der Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen. © Daniel von Loeper

Gäbe es all die Parks und Grünanlagen nicht – man müsste sie erfinden. Könige, Kurfürsten, Hofgärtner und Stadtplaner vergangener Jahrhunderte haben schon vieles richtig gemacht. Der weltberühmte Englische Garten – nicht auszudenken, wenn es ihn nicht gäbe in dieser Stadt, die immer mehr Menschen verkraften muss.

Herrlich im Schatten flanieren kann man im Park, in dem sich zum Glück viel uralter Baumbestand erhalten hat.
Herrlich im Schatten flanieren kann man im Park, in dem sich zum Glück viel uralter Baumbestand erhalten hat. © Daniel von Loeper

Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere grüne Fleckerl, die weniger bekannt sind, an denen man aber ebenfalls Natur erleben und Erholung finden kann – und das in fast allen Vierteln und zu jeder Jahreszeit.

Diesen grünen Oasen widmen wir eine AZ-Serie – in diesem Teil sind wir in Haidhausen und Bogenhausen in den Maximiliansanlagen unterwegs.

Auf dem kurzen Abschnitt zwischen Maximilianeum, Friedensengel und dem Kircherl St. Georg mit dem Bogenhauser Friedhof ist unglaublich viel geboten. Hier wachsen uralte dicke Buchen, die reichlich Schatten spenden, genauso wie Eschen, Flieder und riesige Holunderbüsche, deren Blüten und Früchte man gerne pflücken kann.

Im Sommer Spielwiese, im Winter Rodelhügel: das sogenannte Königsbergerl. Ludwig I. war einer der Ersten, der oft hier oben saß.
Im Sommer Spielwiese, im Winter Rodelhügel: das sogenannte Königsbergerl. Ludwig I. war einer der Ersten, der oft hier oben saß. © Daniel von Loeper
Zwischen den Bäumen lugt der Turm von St. Georg hervor.
Zwischen den Bäumen lugt der Turm von St. Georg hervor. © Daniel von Loeper

Unweit des Friedensengels, auf der Höhe der Siebertstraße, ist ein kleiner, künstlicher Teich angelegt: der Achtersee. Seinen Namen hat er von seiner geschwungenen Form, die an eine Acht erinnert. Er wird von zwei natürlichen Hangquellen gespeist.

Im Juni tanzen Glühwürmchen an den Hangquellen

Zum Erfrischen lädt der Tümpel nicht ein, aber er und die Hangquellen versorgen die unmittelbare Umgebung mit so viel erfrischender Feuchtigkeit, dass sich Glühwürmchen wie magisch angezogen fühlen. Jedes Jahr im Juni können Spaziergänger hier ein immer wieder faszinierendes Naturschauspiel verfolgen: Tausende funkelnde Käfer schwirren dann in der beginnenden Dunkelheit zwischen den Büschen an den Hängen herum.

Geht oft in den Maximiliansanlagen spazieren: Brigitte El-Halabi (76) mit ihrer Hündin Nora (10).
Geht oft in den Maximiliansanlagen spazieren: Brigitte El-Halabi (76) mit ihrer Hündin Nora (10). © Daniel von Loeper

Freilich gibt es zwischen den ungeteerten, sandigen Wegen auch große Wiesen. Sie laden geradezu dazu ein, sich niederzulassen, um eine Pause einzulegen: sei es, um mittags eine Brotzeit zu machen oder am Wochenende ein Buch zu lesen. Ab und zu treffen sich hier auch kleine Gruppen, um gemeinsam Sport zu treiben – die einen machen Yoga am frühen Morgen, andere spielen nach der Arbeit gemeinsam Volleyball und stellen an den Weg ein großes Pappschild, auf dem steht: "Mitspieler herzlich willkommen".

Im Hochsommer lockt der Isarstrand

Braucht man eine Abkühlung, sei es, weil man sich sportlich verausgabt hat oder einfach nur, weil einem heiß ist in diesen hochsommerlichen Tagen, lockt die Isar. Auf den Kiesbänken zwischen Tivoli- und Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen – mitten in der Stadt und meist ohne viel Rummel. Das schätzen auch viele Hundebesitzer, die hier ihre Vierbeiner planschen lassen.

Auf den Kiesbänken an der Isar nahe der Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen.
Auf den Kiesbänken an der Isar nahe der Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen. © Daniel von Loeper
Immer einen kleinen Abstecher wert: Bei Dilay (23) und Mirac (17) von Chocolatte Eis am Max-Weber-Platz gibt es richtig gutes Eis.
Immer einen kleinen Abstecher wert: Bei Dilay (23) und Mirac (17) von Chocolatte Eis am Max-Weber-Platz gibt es richtig gutes Eis. © Daniel von Loeper

Überhaupt sind die Maximiliansanlagen auch für Hunde ein kleines Paradies. Am späten Vormittag treffen sich viele von ihnen auf der großen Wiese unterhalb von St. Georg, dem sogenannten "Königsbergerl". Die Hunde jagen Bällen und Frisbeescheiben hinterher oder tollen miteinander herum. Im Winter sausen Kinder mit ihren Schlitten die Abhänge herunter.

Auf den Wiesen in den Maximiliansanlagen kann man picknicken, spielen, lesen, Yoga machen – oder einfach mal durchschnaufen wie Detlef Lauer, der sich hier nach einem Arztbesuch ausruht.
Auf den Wiesen in den Maximiliansanlagen kann man picknicken, spielen, lesen, Yoga machen – oder einfach mal durchschnaufen wie Detlef Lauer, der sich hier nach einem Arztbesuch ausruht. © Daniel von Loeper

Ludwig I. überwachte einst die Arbeiten im Park

Seinen Namen hat das "Königsbergerl" übrigens daher, dass Ludwig I., damals schon längst Ex-Monarch, auf seinem Altenteil von hier aus die Arbeiten an den Maximiliansanlagen (1856 bis 1866) seines Sohnes König Max II. beobachtete. Und sein Enkel wiederum, Märchenkönig Ludwig II., wollte in den Maximiliansanlagen für Richard Wagner ein Festspielhaus errichten lassen. Daraus wurde bekanntlich nichts. Gerade einmal für ein Kini-Denkmal hat es gereicht. Gut für den Park, sonst wäre hier im Sommer Opernfestspielrummel.

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