Kleine Flucht aus der Großstadt: Diese Oase liegt mitten in München
Gäbe es all die Parks und Grünanlagen nicht – man müsste sie erfinden. Könige, Kurfürsten, Hofgärtner und Stadtplaner vergangener Jahrhunderte haben schon vieles richtig gemacht. Der weltberühmte Englische Garten – nicht auszudenken, wenn es ihn nicht gäbe in dieser Stadt, die immer mehr Menschen verkraften muss.

Darüber hinaus gibt es noch unzählige weitere grüne Fleckerl, die weniger bekannt sind, an denen man aber ebenfalls Natur erleben und Erholung finden kann – und das in fast allen Vierteln und zu jeder Jahreszeit.
Diesen grünen Oasen widmen wir eine AZ-Serie – in diesem Teil sind wir in Haidhausen und Bogenhausen in den Maximiliansanlagen unterwegs.
Auf dem kurzen Abschnitt zwischen Maximilianeum, Friedensengel und dem Kircherl St. Georg mit dem Bogenhauser Friedhof ist unglaublich viel geboten. Hier wachsen uralte dicke Buchen, die reichlich Schatten spenden, genauso wie Eschen, Flieder und riesige Holunderbüsche, deren Blüten und Früchte man gerne pflücken kann.


Unweit des Friedensengels, auf der Höhe der Siebertstraße, ist ein kleiner, künstlicher Teich angelegt: der Achtersee. Seinen Namen hat er von seiner geschwungenen Form, die an eine Acht erinnert. Er wird von zwei natürlichen Hangquellen gespeist.
Im Juni tanzen Glühwürmchen an den Hangquellen
Zum Erfrischen lädt der Tümpel nicht ein, aber er und die Hangquellen versorgen die unmittelbare Umgebung mit so viel erfrischender Feuchtigkeit, dass sich Glühwürmchen wie magisch angezogen fühlen. Jedes Jahr im Juni können Spaziergänger hier ein immer wieder faszinierendes Naturschauspiel verfolgen: Tausende funkelnde Käfer schwirren dann in der beginnenden Dunkelheit zwischen den Büschen an den Hängen herum.

Freilich gibt es zwischen den ungeteerten, sandigen Wegen auch große Wiesen. Sie laden geradezu dazu ein, sich niederzulassen, um eine Pause einzulegen: sei es, um mittags eine Brotzeit zu machen oder am Wochenende ein Buch zu lesen. Ab und zu treffen sich hier auch kleine Gruppen, um gemeinsam Sport zu treiben – die einen machen Yoga am frühen Morgen, andere spielen nach der Arbeit gemeinsam Volleyball und stellen an den Weg ein großes Pappschild, auf dem steht: "Mitspieler herzlich willkommen".
Im Hochsommer lockt der Isarstrand
Braucht man eine Abkühlung, sei es, weil man sich sportlich verausgabt hat oder einfach nur, weil einem heiß ist in diesen hochsommerlichen Tagen, lockt die Isar. Auf den Kiesbänken zwischen Tivoli- und Luitpoldbrücke kann man sich herrlich erfrischen – mitten in der Stadt und meist ohne viel Rummel. Das schätzen auch viele Hundebesitzer, die hier ihre Vierbeiner planschen lassen.


Überhaupt sind die Maximiliansanlagen auch für Hunde ein kleines Paradies. Am späten Vormittag treffen sich viele von ihnen auf der großen Wiese unterhalb von St. Georg, dem sogenannten "Königsbergerl". Die Hunde jagen Bällen und Frisbeescheiben hinterher oder tollen miteinander herum. Im Winter sausen Kinder mit ihren Schlitten die Abhänge herunter.

Ludwig I. überwachte einst die Arbeiten im Park
Seinen Namen hat das "Königsbergerl" übrigens daher, dass Ludwig I., damals schon längst Ex-Monarch, auf seinem Altenteil von hier aus die Arbeiten an den Maximiliansanlagen (1856 bis 1866) seines Sohnes König Max II. beobachtete. Und sein Enkel wiederum, Märchenkönig Ludwig II., wollte in den Maximiliansanlagen für Richard Wagner ein Festspielhaus errichten lassen. Daraus wurde bekanntlich nichts. Gerade einmal für ein Kini-Denkmal hat es gereicht. Gut für den Park, sonst wäre hier im Sommer Opernfestspielrummel.
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