Große Krise, keine Pelze: Rieger ist insolvent

Seit vielen Jahrzehnten in München ein Begriff: Das Traditionsgeschäft Rieger Pelze an der Oper hat 18000 Stammkunden – und sucht einen Investor.
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Insolvent: Rieger Pelze an der Oper
Petra Schramek Insolvent: Rieger Pelze an der Oper

MÜNCHEN - Seit vielen Jahrzehnten in München ein Begriff: Das Traditionsgeschäft Rieger Pelze an der Oper hat 18000 Stammkunden – und sucht einen Investor.

Der Name Rieger Pelze ist seit 60 Jahren nicht nur in München ein Begriff, auch aus Österreich und der Schweiz kam die betuchte Kundschaft, um sich einen neuen Nerz- oder Chinchillamantel zu kaufen. Früher, als Rieger noch ein riesiges Geschäft am Isartor hatte – der Name Riegerblock dort zeugt noch davon. Seit zwei Jahren hat Rieger in der Residenzstraße 18 ein kleineres Geschäft, nun hat Bernhard Rieger Insolvenz angemeldet.

Bereits am 30. Dezember hat der Firmenchef beim Amtsgericht Insolvenzantrag gestellt, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann mitgeteilt hat. Der Jurist hat Erfahrung mit Münchner Traditionsgeschäften, die ins Schlingern geraten sind – so hat er für Geobuch am Viktualienmarkt einen neuen Investor gefunden.

Bei Rieger ist die Lage eigentlich nicht so schlecht: In der Kartei sind 18000 Stammkunden verzeichnet, Pohlmann sagt: „Rieger bietet ein einmalig vielfältiges Sortiment an Pelzbekleidung und Pelzaccessoires.“ Das geht los mit der Fuchsfellmütze für 179 Euro. Doch die Krise hat zugeschlagen, Bernhard Rieger sagt: „Die konjunkturbedingte Kaufzurückhaltung insbesondere beim Mittelstand hat zu immer größeren Umsatzeinbrüchen geführt.“

Noch zehn Mitarbeiter

Zehn Mitarbeiter hat das Unternehmen noch, das von Hertz Rieger nach dem Krieg gegründet worden war. Er eröffnete im Jahr 1993 die „Rieger City am Isartor“, ein wahrhaftiger Glaspalast – und besaß eine pompöse Villa in Grünwald. 2001 starb er mit 83 Jahren. Der heutige Eigner Bernhard Rieger hat das Unternehmen von seinem Vater Ende der 90er erworben. Heutzutage hat der Pelzhändler aber das junge, trendige Publikum nicht mehr erreicht. Mit einem neuen Investor soll das nun gelingen. Durch den ehemaligen Stammsitz am Isartor rollen derzeit Minibagger. Dort entsteht eine riesige Filiale des Outdoor-Spezialisten „Globetrotter“. Sie soll, so ein Sprecher, am 5. März 2011 eröffnen.

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