Vom Friseur bis zur Shisha-Bar: "Größte Zoll-Aktion aller Zeiten" mitten in München

Mit einem Großaufgebot sind Einsatzkräfte am späten Dienstagnachmittag im Münchner Bahnhofsviertel angerückt. Nach Angaben des Zolls handelt es sich um die "größte Aktion dieser Art" in der Stadt.
Rund 100 Beamte des Zolls, unterstützt von etwa 400 Polizisten, begannen gegen Nachmittag damit, die Landwehrstraße zwischen Paul-Heyse-Straße und Sonnenstraße weiträumig abzusperren. Ein erheblicher Teil des Viertels wurde kontrolliert, es kam zu Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt.
"Alles wird hier auf den Kopf gestellt"

Im Fokus der Maßnahmen stehen zahlreiche Betriebe entlang der Straße – darunter Gemüseläden, Barbershops und Gastronomiebetriebe. Ziel der Kontrollen sind laut Behörden insbesondere Verstöße gegen das Arbeits- und Aufenthaltsrecht, Schwarzarbeit sowie mögliche Drogendelikte.
"Gemüseläden, Barbershops, Lamm-Burger-Lokale: Alles wird hier auf den Kopf gestellt", berichtet ein AZ-Reporter von vor Ort.
Dabei wurden die Einsatzkräfte auch fündig. Der Zoll registrierte unter anderem Fälle von illegaler Beschäftigung oder Verstöße gegen den Mindestlohn. Auch unversteuerter Tabak wurde entdeckt. Ob auch Schwarzarbeit vorliegt, wird nach Angaben Meisters noch ermittelt. Die Kräfte der Polizei fanden Drogen sowie eine Schreckschusswaffe. Eine Person sei wegen illegalen Aufenthalts festgenommen worden. Insgesamt sei der Einsatz ohne besondere Vorkommnisse verlaufen, es sei nicht zu Übergriffen gekommen, hieß es.
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"In dieser Größe hatten wir das noch nie", sagte Thomas Meister vom Zollamt München. "Vom Friseur über den Kiosk bis zur Shisha-Bar war alles dabei." Dabei ging es nicht nur um die Beschäftigungsverhältnisse. Die Einsatzkräfte sollten laut Meister auch nach geschmuggelten Zigaretten ohne Steuerbanderole Ausschau halten oder nach Shisha-Tabak, der aus gesundheitlichen Gründen nicht in Deutschland verkauft werden darf.
Polizei rechnet mit Funden
Was die Aktion erbracht hat, wird sich erst nach der Auswertung zeigen. Aber: "Ich gehe davon aus, dass wir in Teilbereichen fündig sein werden", sagte der Münchner Polizeisprecher Thomas Schelshorn. Er verwies im Übrigen noch mal darauf, dass es sich nicht um eine Razzia handelte, bei der die Einsatzkräfte einem Verdacht nachgehen, sondern um eine Prüfaktion.
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Polizeisprecher Thomas Schelshorn berichtet über bisherige Erfolge der Polizeimaßnahme. (Credit: Ralph Hub) (vom 15.04.2026)
Beamten-Treffpunkt Theresienwiese
Kundinnen und Kunden waren von der Aktion nicht betroffen. Sie durften die Geschäfte den Angaben zufolge verlassen. Es sei dabei nur um Personen gegangen, die dort arbeiteten, erklärte Meister.
Die Aktion südlich des Münchner Hauptbahnhofs rund um die Landwehrstraße sollte bis in die späten Abendstunden andauern. Vorab hatte sich das Großaufgebot auf der Theresienwiese gesammelt, darunter 130 Kräfte des Zolls.
Mit dem Fußballspiel in der Allianz-Arena hatte der Einsatz nichts zu tun, wie Polizei und Zoll betonten. Nur so mancher angereiste Fan dürfte sich gewundert haben (mit dpa).
