Grippewelle: Münchner Notaufnahmen überlastet

Die Grippe treibt immer mehr Menschen in die Notfallambulanzen der Krankenhäuser. Und die melden inzwischen häufig Überlastung.
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Die Grippewelle sorgt für Engpässe bei Münchens Notaufnahmen. (Symbolbild)
dpa Die Grippewelle sorgt für Engpässe bei Münchens Notaufnahmen. (Symbolbild)

Nürnberg/München - Die Notaufnahmen mehrerer Kliniken in Nürnberg und München sind derzeit wegen der Grippewelle überlastet. "Es kommen sehr viele Patienten in den Krankenhäusern an, und teilweise fallen die Pflegekräfte wegen der Grippe aus", sagte Hans-Peter Reißmann, Sprecher der Feuerwehr Nürnberg, bei der die Integrierte Rettungsleitstelle angesiedelt ist.

"Es ist extrem schwierig im Moment. Uns ist keine vergleichbare Situation in dem Ausmaß aus den vergangenen Jahren bekannt." Der Bayerische Rundfunk hatte zuerst über die Engpässe berichtet.

Engpässe gehören zur Routine

Auch in München registrieren die Rettungsdienste Engpässe bei den Notaufnahmen. Notfallpatienten kämen aber immer unter, sagte am Dienstag der Geschäftsleiter des Rettungszweckverbandes München, Roland Dollmeier. Nicht dringende Krankentransporte seien hingegen gelegentlich etwas länger unterwegs. Die Situation sei aber nicht außergewöhnlich.

"Es ist seit Anfang des Jahres problematisch - aber das ist fast jedes Jahr so." Schließlich verschärften Krankheitsfälle bei den Rettungskräften die Situation.

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Beim Städtischen Klinikum München hieß es, die Versorgung bei schwerwiegenden Erkrankungen sei von dem Andrang der Grippepatienten unberührt. In weniger schweren Fällen sollten die Betroffenen zum Hausarzt oder in ärztliche Bereitschaftspraxen gehen.

Allerdings werden einige Patienten, bei denen zur Grippe beispielsweise eine Lungenentzündung kam, stationär behandelt. Dabei müssen zum Teil Isolationsmöglichkeiten geschaffen werden, um eine Ausbreitung der Grippe im Krankenhaus zu verhindern.

Bayern sind impfmüde geworden

Gerade Senioren, bei denen die Grippe am ehesten schwer verläuft, sind impfmüde. Waren in der Saison 2009/2010 noch 47,7 Prozent der mindestens 60-Jährigen geimpft, so sank der Anteil 2015/2016 auf 35,3 Prozent, zitierte das Klinikum das Robert-Koch-Institut. In Bayern sind bei den über 60-Jährigen derzeit nur 23,7 Prozent geimpft.

In Nürnberg hieß es, immer wieder müssten Kliniken ihre Notaufnahmen zeitweise schließen. Teils müssten Patienten auf Krankenhäuser in Erlangen und im Nürnberger Land verteilt werden, berichtete Reißmann. "Die Rettungswagen sind derzeit lange unterwegs, bis sie die Patienten unterbringen."

Das Portal Ivena, das Kapazitäten der Kliniken unter anderem in München und Nürnberg darstellt, zeigte am Dienstagvormittag vielfach rote Balken und signalisierte damit den Status "belegt". "Wir hoffen, dass sich die Lage Mitte Februar langsam entspannt", sagte Reißmann.

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