Grausame Details vor Gericht: Videos zeigen brutale Taten an betäubter Frau

Prozess am Landgericht: Der 27-Jährige ist wegen versuchten Mordes in sieben Fällen angeklagt.
Der Angeklagte im Prozess wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung sitzt neben seinem Anwalt Bernhard Welke (r). Der Angeklagte soll seine Nachbarin, mit der er eine sexuelle Beziehung hatte, mehrfach mit schweren Betäubungsmedikamenten sediert, vergewaltigt und dabei gefilmt haben.
Der Angeklagte im Prozess wegen versuchten Mordes und Vergewaltigung sitzt neben seinem Anwalt Bernhard Welke (r). Der Angeklagte soll seine Nachbarin, mit der er eine sexuelle Beziehung hatte, mehrfach mit schweren Betäubungsmedikamenten sediert, vergewaltigt und dabei gefilmt haben. © Malin Wunderlich/dpa

Der Mann auf der Anklagebank soll mit außergewöhnlicher Brutalität seine 28-jährige Freundin in sieben Fällen zuerst betäubt und dann vergewaltigt haben. Vor dem Landgericht München I hat jetzt der Prozess gegen den Studenten aus China begonnen.

Er fantasierte in Chatgruppen

War die junge Frau – Freundin und Nachbarin des 27-Jährigen in einem Mehrfamilienhaus in der Ludwigsvorstadt – durch die verabreichten Medikamente schließlich bewusst- und willenlos, habe er sie laut Anklage vergewaltigt und die Taten auch noch gefilmt und fotografiert.

In einschlägigen Chatgruppen fantasierte er laut Anklage mit Gleichgesinnten über brutale Verbrechen an betäubten Frauen. Frauen wurden in diesen Chatgruppen "Auto“ genannt oder "tote Schweine“ wenn sie bewusstlos waren.

Die Anklage und die Schilderung der sieben Vorfälle zu hören, ist kaum zu ertragen. Wie erst, wenn man die Taten auf Video anschauen muss. Auf diesen ist nach Ermittlerangaben zu sehen, wie der Mann immer wieder Medikamente nachspritzte oder ihr Tücher mit Betäubungsmitteln ins Gesicht drückte, um sicherzugehen, dass die Frau während der Vergewaltigung nicht aufwachte. Reiner Zufall, dass die Frau dabei nicht starb, sagt die Staatsanwaltschaft.

Anklage wegen versuchtem Mord

Die sieben Taten sollen sich auf den Zeitraum zwischen Februar und Dezember 2024 verteilen. Die Medikamente habe sich der Angeklagte über die Plattformen Telegram und WeChat besorgt.
Für die Staatsanwaltschaft hat sich der 27-Jährige des versuchten Mordes in sieben Fällen sowie der gefährlichen Körperverletzung und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig gemacht.

Der Angeklagte sagt (noch) nichts

Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Markus Koppenleitner, ob sich der Angeklagte äußern möchte, antwortet dessen Anwalt. Sein Mandant wolle zwar etwas dazu sagen, "aber nicht heute und nicht morgen.“

Stattdessen schauen sich die Prozessbeteiligten die Tat-Videos an. Dafür wird die Öffentlichkeit zum Schutz des Opfers ausgeschlossen.

Der Prozess dauert an.

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