Gewinneinbruch bei BMW – sind die Zahlen wirklich so schlecht?

Die letzten Quartalszahlen des scheidenden BMW-Chefs Oliver Zipse sind erneut ein Gewinnrückgang. Der Vergleich ist allerdings nicht ganz fair.
von  AZ/dpa
BMW leidet unter ähnlichen Problemen wie die anderen deutschen Autohersteller, kann unter dem Strich aber mehr Geld verdienen. Ein Grund für den Rückgang liegt auch in Trumps Zollpolitik. (Archivbild zeigt das BMW-Werk in Spartanburg, USA)
BMW leidet unter ähnlichen Problemen wie die anderen deutschen Autohersteller, kann unter dem Strich aber mehr Geld verdienen. Ein Grund für den Rückgang liegt auch in Trumps Zollpolitik. (Archivbild zeigt das BMW-Werk in Spartanburg, USA) © Sven Hoppe/dpa

Im letzten Quartal unter seinem scheidenden Chef Oliver Zipse hat BMW erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Unter dem Strich verdienten die Münchner von Januar bis März knapp 1,67 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilt. Das sind rund 23 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. 

Ganz fair ist der Vergleich mit dem Vorjahresquartal allerdings nicht. Damals hatten die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle noch nicht gegolten. Sie werden BMW auch im weiter laufenden Geschäftsjahr belasten, erwartet der Konzern – wenn auch etwas weniger als im Gesamtjahr 2025.

Auch der Umsatz schrumpfte – um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro – unter anderem, wegen Währungseffekten und weil der Absatz um 3,5 Prozent auf 565.780 Autos sank. Hier machte sich die Schwäche in China bemerkbar, unter der derzeit alle deutschen Hersteller leiden. Gute Geschäfte in Europa konnten dies nicht ausgleichen. Positiv sieht man bei BMW allerdings aktuell sehr starke Bestellungen in Europa.

Rekord bei Auftragseingängen in Europa

"Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres", sagt Konzernchef Zipse und betont: Man habe mit der Einführung der Neuen Klasse die richtige Entscheidung getroffen. Insgesamt sieht er das Unternehmen "richtig aufgestellt, um auch unter herausfordernden Bedingungen nachhaltig erfolgreich zu sein".

Ende einer Amtszeit

BMW will angesichts der aktuellen Entwicklung dennoch sparen – wenn auch ohne große Sparprogramme anzukündigen. "Im wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld blicken wir stets auf die Kosten", sagt Finanzvostand Walter Mertl. "Wir setzen an diversen Stellhebeln im Unternehmen an, und unser 
Kostenmanagement zielt auf nachhaltige Wirkung."

Die Zahlen für das erste Quartal waren die letzten, die der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse verantwortet. (Archivbild)
Die Zahlen für das erste Quartal waren die letzten, die der scheidende BMW-Chef Oliver Zipse verantwortet. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

Zipse ist noch bis zur BMW-Hauptversammlung am 13. Mai Konzernchef. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljkovic. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte. Er übernimmt ein robustes Unternehmen in schwierigem Fahrwasser.

BMW erzielt höhere Gewinne als Mercedes

Es war eine anspruchsvolle Amtszeit für Zipse: Sie umfasste Corona, Chipkrise, Ukraine-Krieg, Preiskämpfe in China und US-Zölle aber auch den absoluten Rekordgewinn des Unternehmens und die Entwicklung der Neuen Klasse als wichtigen Sprung bei der Elektromobilität.

Am Ende konnte er BMW nicht dem allgemeinen Negativ-Sog in der Branche entziehen, kann sich aber zugutehalten, dass BMW im innerdeutschen Vergleich derzeit am besten dasteht. Wie im Gesamtjahr 2025 konnten die Münchner auch im ersten Quartal höhere Gewinne als Erzrivale Mercedes und der sehr viel größere VW-Konzern einfahren. Die Schwaben verbuchten von Januar bis März unter dem Strich 1,43 Milliarden, die Wolfsburger 1,56 Milliarden Euro.

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