Gewalt gegen Lehrer: Das Tabu brechen

Die Lokal-Redakteurin über Gewalt gegen Lehrer.
| Anja Perkuhn
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Die Lokalredaktuerin über Gewalt gegen Lehrer.
dpa/AZ-Archiv Die Lokalredaktuerin über Gewalt gegen Lehrer.

Es ist empörend, aber es geschieht, dass ein Vergewaltigungsopfer den Satz hört: Dein Rock war aber auch zu kurz. Genau dieselbe Argumentation ist es, zu sagen: Lehrkräfte haben eine Mitschuld an der Gewalt gegen sich. Zunehmende Distanzlosigkeit zwischen ihnen und den Schülern trage dazu bei, dass Grenzen schneller überschritten würden. Das ist ebenfalls empörend und verkehrt gedacht.

Jeder kennt – schon aus der eigenen Schulzeit – unsouveräne, wenig Respekt einflößende Lehrer, die in einem anderen Beruf sicher besser aufgehoben gewesen wären. Respektlosigkeit und Gewalt rechtfertigt das aber in keinem Fall. Es bedeutet vielmehr, dass man ihnen Handwerkszeug an die Hand geben muss, um mit den (neuen) Verhältnissen umgehen zu können.

Dass es bisher keine Statistik zu Fallzahlen gab, ist erschreckend und zeigt, wie unerwünscht der öffentliche Diskurs ist. Dieses Tabu müssen wir brechen.

 

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