Gesundheitsberatung im Hasenbergl: Wo die Stadt als Arzt einspringt

Offiziell nur Beratungsstelle, de facto aber auch Arztpraxis: Bei der Gesundheitberatung im Hasenbergl werden seit 40 Jahren Kinder behandelt.
| Florian Zick
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Das Hasenbergl hat sich über die Jahre stark verändert. In den Statistiken der Stadt wird das Viertel aber noch immer als sozial eher schwacher Stadtteil geführt.
AZ-Archiv Das Hasenbergl hat sich über die Jahre stark verändert. In den Statistiken der Stadt wird das Viertel aber noch immer als sozial eher schwacher Stadtteil geführt.

München – Mal abgesehen von der Lage am äußersten Stadtrand: Vor allem sprachlich ist das Hasenbergl ziemlich abgehängt.

Bildungsfern, gering qualifiziert, sozial benachteiligt – das sind so die Attribute, mit denen dieser Stadtteil vornehmlich beschrieben wird.

Mittlerweile habe sich das Viertel aber richtig gemacht, findet Münchens Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne). „Vor 40 Jahren war das alles viel schlimmer hier“, sagt er. Da habe sich kein Münchner freiwillig in diese Gegend verirrt.

Lesen Sie hier: Kita-Streik: Geld zurück für die Eltern?

Dass Lorenz ausgerechnet 40 Jahre als Referenzmarke wählt, ist natürlich kein Zufall. Denn vor 40 Jahren hat in der Wintersteinstraße im Hasenbergl eine städtische Gesundheitsberatungsstelle aufgemacht, die bundesweit bislang einzige dieser Art. Seitdem hat sich – zumindest was die Gesundheit betrifft – im Hasenbergl alles ein bisschen zum Besseren gewendet.

„Wir kümmern uns um die Dinge, die kassenärztlich oft etwas zu kurz kommen“, sagt Kathrin Martignoni, die Kinderärztin der Beratungsstelle. Zum Beispiel in diesem Fall: drei Kinder, die Mutter vom Partner getrennt, alleinerziehend und mit der Situation überfordert.

Mehr Nachrichten aus München und Umgebung finden Sie hier!

Die Vorsorge fehlte, Impfungen fehlten – und bei der Untersuchung hat Martignoni bei einem der Kinder auch noch einen Herzfehler festgestellt. Wäre das nicht passiert, hätte es irgendwann Komplikationen geben können.

Wegen Fällen wie diesem hat sich die Gesundheitsberatung im Hasenbergl nach Ansicht der Stadt bewährt. Deswegen sollen weitere Beratungsstellen folgen: eine in der Messestadt Riem und perspektivisch vielleicht auch eine in Freiham. Eigentlich ist die Stadt für diese Art der Fürsorge nicht zuständig, aber in sozial schwachen Vierteln wie dem Hasenbergl haben sich oft nur wenige Ärzte niedergelassen. Da springt die Stadt dann als Doktor ein.

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren