Geschenke angenommen: Verdächtiger ist Grünwalder Polizeichef

Der Beamte wurde anonym beschuldigt, Sachgeschenke angenommen zu haben. Der Bürgermeister von Straßlach-Dingharting, das ebenfalls zum Zuständigkeitsbereich des ehemaligen Polizeichefs gehört, kann es nicht glauben: "Ich habe ihn als integren Spitzenbeamten kennengelernt."
| Nina Job, Hüseyin Ince
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Grünwald - Die Nachricht schlägt hohe Wellen: Am Dienstag ist die Polizeiinspektion in Grünwald durchsucht und später ein Polizist suspendiert worden. Er soll unerlaubt Geschenke angenommen haben. Staatsanwaltschaft und LKA ermitteln wegen Vorteilsannahme.

Der Polizist soll Champagner angenommen haben

Wie die "Bild" zuerst meldete, handelt es sich bei dem Suspendierten um den Polizeichef von Grünwald. Die Inspektion ist auch für Pullach, Straßlach-Dingharting, Baierbrunn und Schäftlarn zuständig. Dem Blatt zufolge soll der Polizeichef unter anderem Champagner angenommen haben.

Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, sagte am Mittwoch zur AZ, der Beschuldigte stehe unter Verdacht, regelmäßig über einen längeren Zeitraum von mehr als einer Person Geschenke angenommen haben. Um was für Geschenke es geht, wollte sie nicht sagen.

Polizist angeschwärzt: Wollte sich jemand rächen?

Für viele im Landkreis war die Nachricht ein Schock. Hans Sienerth, seit zwölf Jahren Erster Bürgermeister von Straßlach-Dingharting: "Ich habe ihn als integren Spitzenbeamten kennengelernt. Ein Polizeibeamter, nach dem man sich nur die Finger abschlecken kann. Für mich klingt das nach Rufmord. Aber man muss die Untersuchungen abwarten."

Auch in Polizeikreisen war der Fall Tagesgespräch. Es kursiert das Gerücht, es könne sich um den Racheakt eines Untergebenen handeln. "Der Mann ist ruiniert, der kann wegziehen", sagte ein Polizeibeamter, der den Grünwalder als "Vorzeige-Polizisten" bezeichnete. Im Intranet der Polizei wurde der Name des Ex-Polizeichefs bereits gelöscht. Auslöser der Ermittlungen war ein anonymes Schreiben. Außer der Inspektion durchsuchten 25 LKA-Beamte am Dienstag auch sechs Wohnungen – darunter die von fünf Kollegen und Ex-Kollegen.

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