Gericht pausiert Verfahren zu tödlichem Anschlag auf Münchner Demo: Das sind die Gründe

Der Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag auf eine Verdi-Demo in München wird im Frühsommer sechs Wochen ausgesetzt. Was die Gründe sind und wie es weitergeht.
AZ/dpa |
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Zum Jahrestag wurde vor allem der beiden Getöteten gedacht, eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. (Archivfoto)
Zum Jahrestag wurde vor allem der beiden Getöteten gedacht, eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. (Archivfoto) © Sabine Dobel/dpa

Der Prozess um den Auto-Anschlag auf eine Demonstration in München mit zwei Toten wird im Sommer rund sechs Wochen lang ausgesetzt. Die Hauptverhandlungstermine zwischen dem 4. Mai und dem 16. Juni seien aufgrund einer medizinisch unaufschiebbaren Behandlung eines Verfahrensbeteiligten abgesetzt, teilte das Oberlandesgericht mit. Danach solle das Verfahren planmäßig fortgesetzt werden.

Anklage sieht islamistisches Tatmotiv 

Seit Mitte Januar verhandelt hat der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts gegen einen 25 Jahre alten Afghanen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm unter anderem zweifachen Mord und 44-fachen Mordversuch vor. Sie geht von islamistischem Terrorismus als Motiv aus. 

Der Mann war am 13. Februar vergangenen Jahres mit einem Kleinwagen in eine friedliche Demonstration der Gewerkschaft Verdi gerast. Der Wagen erfasste als Erste die zwei Jahre alte Hafsa im Kinderwagen und ihre Mutter Amel. Die beiden wurden durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starben. Mehr als 40 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.

Gedenken zum Jahrestag 

Das Gericht hatte kürzlich schon zusätzliche Termine angesetzt. Zuvor waren Verhandlungstage bis in zum 25. Juni geplant gewesen, nun sind 13 weitere bis zum 12. August festgesetzt. 

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Zum Jahrestag des Anschlags am vergangenen Freitag hatten sich rund 350 Menschen zu einem feierlichen Gedenken am Tatort versammelt. Unter ihnen waren Vertreter der Stadt München, der Gewerkschaft Verdi sowie Kollegen, Freunde und Angehörige der Getöteten und Verletzten – und auch Betroffene selbst.

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Ein Teil von ihnen blieb jedoch bewusst fern. Die Teilnahme wäre für sie noch zu belastend gewesen, wie die Gewerkschaft und Anwälte von Betroffenen berichteten. Viele leiden bis heute teils unter körperlichen, teils unter psychischen Folgen des Geschehens.

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