"Geht nicht, ohne Straßen aufzureißen": Regelmäßiger Baustellenärger in München – Grüne haben eine Idee
Sie waren eins der Aufreger-Themen 2025 für viele Münchner: die vielen Baustellen in der Stadt. OB Dieter Reiter will das Thema anpacken - und auch andere im Rathaus machen sich viele Gedanken darum.
Zum Beispiel die Grünen, die nun neue Ideen in die Debatte einbringen. So fordern sie in einem Stadtratsantrag, dass Telekommikationsunternehmen und Co. stärker in die Pflicht genommen werden sollen, wenn sie Straßen aufreißen - und neue Bäume mit finanzieren sollen. Die AZ erklärt die Idee.
Mehr Geld für Bäume trotz Haushaltsflaute: So soll es gehen
Die Grünen beantragen, dass die Stadtverwaltung einen konkreten Plan erarbeiten soll für einen neuen Fonds. In diesen sollen alle so genannten Spartenträger einzahlen, wenn sie Straßen aufreißen lassen müssen, also etwa Telekommunikationsunternehmen oder auch die Stadtwerke, die immer wieder Leitungen verlegen. Die Grünen wollen diese nun mit erhöhten Abgaben für die Aufgrabungen stärker in die Pflicht nehmen. Sie sollen in den neuen Fonds einzahlen - aus dem sie aber auch wieder Geld abrufen können.
So sollen sie mit den Baustellen auch gleich Verbesserungen im öffentlichen Raum verbinden können, etwa neue Fußgängerquerungen. Vor allem aber geht es den Grünen um mehr Grün, mehr Bäume. "Insbesondere die Stadtwerke und die Stadtentwässerung“ sollen bei den Themen laut Stadtratsantrag eine Vorreiterrolle übernehmen.
"In der Stadt tut sich was“, sagt Grünen-Stadtrat Florian Schönemann dazu der AZ, "und das bedeutet leider auch Baustellen. Wenn wir München für die Zukunft fit machen wollen, mit schnellerem Internet oder günstiger Fernwärme, geht das nicht, ohne Straßen aufzureißen.“
Kosten-Beteiligung durch die Stadtwerke: "Das ist doch nur gerecht"
Gleichzeitig seien die Münchner aber "zu Recht genervt, wenn sie Umwege in Kauf nehmen müssen“. Deswegen müssten auch private Bauträger ihre Bauvorhaben besser abstimmen, fordert der Grünen-Stadtrat, "damit gezielter gebuddelt wird. Und wir wollen, dass sie in einen Fonds einzahlen, wenn sie an Münchens Straßen wollen.“ Das sei doch "nur gerecht“.
Und die Idee eines Fonds habe doch noch einen Vorteil, sagt er. "Unternehmen sind nur verpflichtet, die Straße so herzustellen, wie sie vorher war. Das ist ohnehin oft schwer möglich.“ Durch den Fonds entstünde ein Anreiz, die Straße gleich schöner zu machen, als sie zuvor war. "Wenn ein Bauträger mehr schattige Bäume, sichere Querungsmöglichkeiten und Grün mitbaut, solle er Geld aus dem Fonds dafür bekommen können.“
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