Gegen Millionenzahlung: Verfahren gegen russischen Oligarchen in München eingestellt

Über drei Jahre hinweg ist in München gegen den russischen Oligarchen Usmanow ermittelt worden. Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Millionenzahlung ein.
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Gegen den russischen Oligarchen Usmanow (r.), der als Vertrauter von Präsident Putin (l.) gilt, wird in München nicht weiter ermittelt. (Archivbild)
Gegen den russischen Oligarchen Usmanow (r.), der als Vertrauter von Präsident Putin (l.) gilt, wird in München nicht weiter ermittelt. (Archivbild) © Aleksey Nikolskyi/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

Die Staatsanwaltschaft München II hat ein Verfahren gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow gegen Zahlung einer Geldauflage von zehn Millionen Euro eingestellt. Das teilte die Behörde in München mit. Als Erstes hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Einstellung berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Verdachts zweier Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz und möglicher Sanktionsverstöße gegen Usmanow ermittelt, der als enger Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Ukraine-Politik gilt.

Die Europäische Union hatte wenige Tage nach dem Angriff Russlands auf das Nachbarland am 28. Februar 2022 Sanktionen verhängt – auch Usmanow stand auf der Sanktionsliste.

Verteidigung bestreitet Usmanows Verbindung zu involvierten Unternehmen

Nach Angaben der Ermittler bestand der Verdacht, dass Usmanow im Zeitraum von April bis September 2022 über im Ausland ansässige Unternehmen rund 1,5 Millionen Euro für die Überwachung zweier Immobilien am Tegernsee bezahlt haben soll.

Zudem soll er diverse Wertgegenstände, etwa Schmuck, Gemälde und Weine, nicht bei der zuständigen Behörde gemeldet haben. Die Verteidigung allerdings habe die Verbindung Usmanows zu den involvierten Unternehmen und Wertgegenständen und die Anwendbarkeit der EU-Sanktionsvorschriften auf den vorliegenden Sachverhalt bestritten.

Angesichts der "Besonderheiten des vorliegenden Einzelfalls" sei das Verfahren mit Zustimmung des zuständigen Landgerichts München II und des Beschuldigten eingestellt worden. "Neben einer Vielzahl höchstrichterlich ungeklärter Rechtsfragen war insbesondere zu berücksichtigen, dass es sich teilweise um Formalverstöße gehandelt haben soll", hieß es in der Mitteilung.

Usmanow hat Zahlung der Geldauflage angewiesen

Usmanow habe der Einstellung zugestimmt und die Geldauflage in voller Höhe zur Zahlung angewiesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. 8,5 Millionen Euro sollen der Staatskasse zugutekommen, 1,5 Millionen Euro der Stiftung Opferhilfe Bayern und dem Landesverband für Gefangenenfürsorge und Bewährungshilfe. Dazu teilte die Behörde mit: "Eine Geldauflage ist weder eine Geldstrafe noch eine sonstige strafähnliche Sanktion." Die Unschuldsvermutung bleibe unberührt.

Fakt ist zudem: Wenn die Geldauflage gezahlt und das Verfahren endgültig eingestellt ist, kann Usmanow wegen dieser Vorwürfe nicht mehr verfolgt werden. "Die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen ihn aufgrund desselben Tatverdachts ist dann ausgeschlossen", hieß es in der Mitteilung.

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7 Kommentare
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  • Bongo am 30.12.2025 19:42 Uhr / Bewertung:

    Sind wir doch froh, dass wir soviel Geld bekommen! Eine Verurteilung mit Gefängnis würde wenig Sinn machen, weil ihn Putin womöglich über einen Gefangenenaustausch umgehend rausholen würde(wie den Tiergartenmörder von Berlin).

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  • Bongo am 30.12.2025 19:37 Uhr / Bewertung:

    Antwortan Radl Rainer:
    „Warum ist dieser Oligarch noch bei uns?“
    Ganz einfach, weil Geld die Welt regiert! Das war immer so und wird immer so sein!
    Wer das noch nicht weiß, wird es auch nie kapieren!

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  • Der wahre tscharlie am 30.12.2025 16:52 Uhr / Bewertung:

    Mei, das ist doch ein Witz.
    Er hat die Summe in voller Höhe angewiesen....:-) Und die Politik will uns erzählen, dass das Geld der Oligarchen eingefroren ist.
    Und die Häuser am Tegernsee gehören ihm bestimmt auch noch. Wenn auch nicht direkt.

    Und von den 10 Millionen die der Freistaat kassiert hat, hätte mal locker 1 Million für die Tafel oder für bedürftige Menschen spenden können.
    Aber ich will ja nicht an das soziale Gewissen der CSU appellieren, gerade jetzt, wo in diesem Bereich soviel gekürzt wird.

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