Gefiederte Frühlingsboten: Die ersten Zugvögel kehren zurück
Man kann es schön hören, wenn man morgens das Fenster öffnet – im Februar tut sich was in der Münchner Vogelwelt. Die Rückkehrsaison der Zugvögel hat begonnen: Wintergäste aus dem Norden fliegen in ihre Brutgebiete zurück, dafür kommen die ersten Zugvögel aus dem Süden "nach Hause".
Neben den sogenannten Standvögeln, also Vogelarten, die auch im Winter in ihren hiesigen Brutgebieten bleiben, können jetzt auch wieder Stare in München beobachtet werden. In geselligen Trupps sind sie vor allem in Grünanlagen und Privatgärten zu sehen sind. Im Umland außerdem auch Weißstörche und Rotmilane.

Immer mehr Arten bleiben im Winter hier
"Allerdings sind nicht alle Vögel dieser Arten über den Winter in Richtung Süden geflogen", erklärt Isabel Rohde, Leiterin für Vogelschutz und Vogelkunde beim LBV München. "Trotz der heuer sehr kalten Temperaturen beobachten wir, dass einst klassische Zugvogelarten zunehmend hier überwintern."
Sie sparen sich jetzt die gefährliche Reise nach Südeuropa oder Afrika. "Grund dafür sind durchschnittlich wärmere Winter. In den letzten Jahren haben einige Vögel gute Erfahrungen mit dem Hierbleiben gemacht. Nun wiederholen sie das und geben die Information an den Nachwuchs und Artgenossen weiter", so die LBV-Vogelexpertin.
Das gilt aber nicht für alle Arten: "Bei Mauerseglern, Mehl- oder Rauchschwalben ist das Zugverhalten stark genetisch verankert und sie kommen erst später im Jahr, wenn es bereits deutlich wärmer ist und ausreichend Insektennahrung gibt. Dass solche Arten in absehbarer Zeit bei uns überwintern, ist sehr unwahrscheinlich", meint Isabel Rohde. "Kurzstreckenzieher wie Rotkehlchen, Buchfinken oder Kormorane, die ohnehin nur teilweise und je nach Wetterlage südwärts fliegen, werden wohl vermehrt bei uns bleiben."

Die Wintergäste fliegen zurück in den Norden
Zu den Hiergebliebenen und den Standvögeln wie Kohlmeisen, Haussperlingen, Amseln oder Kleibern gesellen sich nun die Rückkehrer aus südlichen Gefilden und machen sich bereit für die Brutsaison. Während die Zugvögel also peu à peu nach München zurückkommen, verlassen Wintergäste wie Bergfinken, Rotdrosseln oder auch Saatkrähen Stadt und Landkreis in Richtung Nord- und Nordosteuropa. Daher gibt es zur warmen Jahreszeit weniger Krähen, während man im Winter teils riesige Zusammenschlüsse aus Saatkrähen-, Rabenkrähen- und Dohlenschwärmen beobachten kann.
Gegen Mitte bis Ende Februar können Vogelfreundinnen und -freunde sich dann schon auf die nächsten Rückkehrer freuen, dann fliegen Feldlerchen, Kiebitze und Waldschnepfen für das Brutgeschäft in München ein. "Ende April ist die heimische Brutvogelwelt komplett", so Rohde. "Dann kommen als letzte Zugvögel die Mauersegler zurück und starten im Mai in die Münchner Brutsaison."
- Themen:
