Gefährlicher Trend: Polizei stoppt immer mehr auffrisierte E-Bikes am Münchner Isarradweg
Die Route entlang der Isar zählt zu den beliebtesten Strecken für zweiradbegeisterte Freizeitsportler. Allerdings ist gerade bei schönem Wetter an manchen Tagen so viel los in dem Bereich zwischen dem Deutschen Museum und der Großhesseloher Brücke im Süden, dass man sich als Fußgänger auf dem Radler-Highway in Acht nehmen muss.
Mehrere Verletzte im August
Die Strecke entlang der Isar gilt als einer der Unfallschwerpunkte in der Stadt. Anfang August wurde ein Mann auf einem Rennrad schwer verletzt. Unfallursache war vermutlich zu hohe Geschwindigkeit. Der 35 Jahre alte Radfahrer verlor auf dem Isarradweg in Grünwald die Kontrolle, stürzte und verletzte sich schwer. Offenbar war an seinem Rennrad der Lenker gebrochen. Einige Tage zuvor war ein 49-Jähriger auf dem Isarradweg mit einem E-Scooter gestürzt und hatte sich dabei ebenfalls schwer verletzt.
25 Beamte drei Stunden im Einsatz
Vor diesem Hintergrund führte die Polizei am Donnerstagnachmittag eine Schwerpunktaktion durch, bei der Polizisten im Bereich Harlaching und Untergiesing Radfahrer und Rollerfahrer kontrollierten. 25 Beamte waren an der dreistündigen Kontrollaktion beteiligt.
Wenn sich Radler und Spaziergänger in die Quere kommen
Der asphaltierte Weg im Isarhochwasserbett wird hauptsächlich als Radweg genutzt. Der Weg ist aber auch für Fußgänger der einzige barrierefreie Zugang zu den Isarauen. Was regelmäßig zu brenzligen Situationen zwischen Radlern, E-Scooter-Fahrern und Spaziergängern führt. Manche Radler sind mit Tempo 30 und auch schneller auf dem Isarradweg unterwegs. Wenn es bei diesem Tempo kracht, geht es erfahrungsgemäß selten ohne Verletzte aus.
Acht frisierte Pedelecs gestoppt
Recht flott waren einige auf Pedelecs und E-Bikes entlang der Isar unterwegs. Die Polizisten stoppten acht Pedelec-Fahrer, die deutlich zu schnell unterwegs waren. Die Pedelecs waren technisch aufgerüstet, einige verfügten sogar über einen speziellen Gashebel. Von der Polizei wurden sogar schon Pedelecs gestoppt, die mit Tempo 80 unterwegs waren. Zuletzt gab es so einen Fall in Coburg. Der Tacho zeigte dabei 79,9 km/h an.
Diese technischen Modifikationen können den Besitzer teuer zu stehen kommen, wenn er erwischt wird. Das "Fahrrad" ist dann eher ein Moped und benötigt eine Versicherung, der Besitzer eine Fahrerlaubnis. Verstöße gelten als Straftat und werden entsprechend von Polizei und Justiz geahndet.
Bei der Kontrolle am Donnerstag ging den Polizisten auch ein frisiertes Skateboard mit Elektroantrieb ins Netz, wie eine Sprecherin des Präsidiums mitteilte.
18 Radler erwischt, die telefonierten
Immer beliebter wird es unter Radlern auch, während der Fahrt mit dem Handy zu telefonieren. Auch das ist verboten und kann ein Bußgeld in Höhe von 55 Euro und mehr kosten. Bei der Kontrolle am Isarradweg wurden 18 Radler erwischt, die im Sattel saßen und mit dem Smartphone telefonierten.
Pech für Graffiti-Künstler
Pech hatte ein 59-Jähriger aus München, der an der Brudermühlbrücke Graffitis sprühte und prompt von den Polizisten erwischt wurde. Der Münchner wurde wegen Sachbeschädigung angezeigt.
Polizei und Stadt fordern mehr Rücksicht
Die Münchner Polizei führt regelmäßig Schwerpunktkontrollen durch, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und Verkehrsunfälle zu verhindern. Neben der konsequenten Ahndung von Verstößen steht dabei auch die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt. "Ziel der Schwerpunktaktion war es", so eine Polizeisprecherin, "gemeinsam mit dem Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München und dessen Kampagne "Miteinander mit Herz" das Bewusstsein für ein regelkonformes und rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr zu stärken."
Zuletzt fand vor etwa zwei Wochen eine ähnliche Schwerpunktkontrolle im Perlacher Forst statt, einer ebenfalls sehr beliebten Radlerstrecke im Münchner Süden.
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