"Gefährliche Situation": Polizist muss Dienstwaffe in der Altstadt ziehen

Die Beamten überprüfen auf der Suche nach Rauschgiftkonsumenten und Dealern in der City eine Tiefgarage. Dabei stoßen sie auf drei junge Männer mit Pistolen, die Lage ist sofort hochdramatisch.
von  Ralph Hub
Polizisten haben bei einer Drogenkontrole in einer Tiefgarage in der Münchner Altstadt drei mutmaßliche Ladendibe erwischt. (Symbolbild)
Polizisten haben bei einer Drogenkontrole in einer Tiefgarage in der Münchner Altstadt drei mutmaßliche Ladendibe erwischt. (Symbolbild) © Marcus Brandt

Die Tiefgarage in der Herzog-Wilhelm-Straße hinterm Stachus in der Münchner Innenstadt ist nicht nur sehr groß, sondern sie umfasst auch ein Labyrinth von Gängen. Ein beliebter Treffpunkt in der Szene für Dealer und Drogenkonsumenten.

Die Situation ist innerhalb von Sekunden hochdramatisch

Eine Streife aus dem Altstadtrevier, der PI 11, war am Mittwochabend bei einer Drogenkontrolle. Dabei trafen die Beamten auf einem der vielen Parkdecks auf drei Jugendliche - 16, 17 und 19 Jahre alt. Der 17-Jährige hielt eine Pistole in der Hand. Die Polizisten forderten ihn auf, die Waffe sofort fallenzulassen. Doch der Jugendliche zögerte, ließ sich laut Aussagen der Polizei gefährlich lange Zeit, der Aufforderung nachzukommen. Erst als ein Beamter seine Dienstwaffe zog, auf den Jugendlichen richtete und ihn nochmals aufforderte, die Waffe wegzulegen, reagierte er. "Das könnte im Extremfall schnell zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch führen, das ist eine sehr gefährliche Situation", sagte ein Polizeisprecher am Karfreitag.

Die Verdächtigen haben ein Messer und zwei Spielzeugpistolen

Tatsächlich handelte es sich bei der Pistole lediglich um ein Spielzeug. Alle drei Tatverdächtigen wurden durchsucht. Dabei fanden die Polizisten eine weitere Spielzeugpistole sowie ein Multifunktionsmesser. Die jungen Männer stehen im Verdacht, in verschiedenen Läden, etwa 50 Jacken, T-Shirts und andere Kleidungsstücke gestohlen zu haben. Als die Beamten sie erwischten, waren sie offenbar gerade dabei, die Diebstahlsicherungen zu entfernen.

Alle drei Verdächtigen bleiben in Freiheit

Das Trio wurde wegen Ladendiebstahls mit Waffen angezeigt und nach der polizeilichen Sachbearbeitung wieder entlassen. Das Kommissariat 56 hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Hierbei wird auch versucht, die aufgefundenen Kleidungsstücke einzelnen Taten und Tatorten zuzuordnen.

Bei den Verdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 17-jährigen Jordanier, der in einer Unterkunft in München wohnt, einen 19-jährigen Jemeniten, der in einer Unterkunft im Landkreis Dachau wohnt, und einen 16-jährigen Syrer, der in einer Unterkunft im Landkreis Ebersberg wohnt.

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