Gefährliche Fahrradwege in München: Das sagen die AZ-Leser

Zu eng, zu viel Verkehr, zu unübersichtlich: An diesen Stellen radelt es sich richtig schlecht. Zuletzt hat die AZ gefährliche Radl-Stellen gezeigt – jetzt schildern die Leser ihre Erfahrungen.
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Radler haben es in München nicht immer leicht. (Archivbild)
Hauke-Christian Dittrich/dpa Radler haben es in München nicht immer leicht. (Archivbild)

München - Anfang der Woche hat die AZ etliche Stellen gezeigt, an denen es für Radfahrer besonders gefährlich werden kann. Jetzt wurde bei den Lesern nachgefragt, die im Folgenden über ihre Erfahrungen vom Radln in München sprechen.

Wenig durchdacht

Vielen Dank für ihr Engagement für Fahrradfahrer in München. Eine ganz gefährliche Stelle ist die Bahnunterführung Chiemgaustraße in beide Richtungen. Hier gibt es wegen der Enge keinen Radweg. Es ist hier noch gefährlicher als in der Werinherstraße, weil das Verkehrsaufkommen am Ring noch höher ist.

Eine weitere Stelle, die mich betrifft: Ich fahre so oft es geht mit dem Fahrrad zur Arbeit (Bad-Wiessee-Straße bis Friedenstraße). Ich war schockiert, wie wenig die neue Verkehrsführung in der Untersbergstraße (Neubaugebiet ehemals Agfa) zwischen Firstalmstr. und Weißenseestraße für Fahrradfahrer Richtung Süden durchdacht und ausgeführt wurde.

Wo früher Fußweg und Querparkplätze waren, wurde ein riesenbreiter Fußweg gebaut. Der Fahrradweg endet vor dem Neubaugebiet. (Der Radweg endete schon immer an der Firstalmstr, eine Weiterführung hätte aber locker auf dem neu gebauten Fußweg Platz gehabt). Die Straße wurde eventuell sogar verschmälert und dazu noch eine fette Fußgängerinsel gebaut, und zwar kurz nach der Stelle wo sich Autostraße und Fahrradweg vereinen.

Da sollen sich doch mal die Verkehrsplaner auf ein Fahrrad schwingen und schauen, wie eng es da wird und wie sie vom Autoverkehr bedrängt werden. Mich hat dort einmal ein Fahrzeug überholt und mit dem Außenspiegel touchiert. Glücklicherweise ist nichts passiert, aber ich hatte Angst.

Ich finde es schade, dass bei der Verkehrsplanung die Radlfahrer so wenig berücksichtigt werden.

Hildegard Dörfler

Ich lach mich tot!

In München ist jeder Cent, den man für die Radler aufwendet, rausgeschmissenes Geld. Breitere Radwege werden nur die Autos auf weniger Platz zusammendrängen, die wenigsten Radler werden sie benutzen. Warum? In München fahren die Radler grundsätzlich, wo und wie sie wollen – und nicht, wo und wie sie dürfen (und sollten). Und Grüne Pfeile, damit die Radler auch bei Rot rechts abbiegen dürfen? Ich lach mich tot! Ich habe noch keinen Radler gesehen der bei Rot hält, wenn er rechts abbiegen will. Selbst Mütter mit kleinen radelnden Kindern im Schlepptau fahren kreuz und quer, wie es Ihnen passt. Super Vorbilder! Also die Radler haben sich bereits alle Rechte genommen, da braucht’s keine Unterstützung mehr.

Michael Mayer

Da geht die Pumpe

Den Adrenalinschub gibt’s auf der anderen Seite des Giesinger Bahnhofs in der Chiemgaustraße: Dieselbe Situation, das gleiche Brücken- und Straßendesign – aber der Radfahrer wird auf den Mittleren Ring hinausgelenkt. Da geht die Pumpe, wenn man sich zwischen Autos (die 60 Km/h fahren) und dem Linienbus reinzwängt! So denkt die Stadt an unsere Cardio-Fitness.

Früher hatte mein Arbeitgeber eine Kantine, deren Lieferant jedes Jahr überraschenderweise Goldmedaillen für seine Qualität errungen hat. Wenn man die Urkunden genau betrachtete (die auszeichnende Stelle), kam heraus: Er hat sie sich selber verliehen. So ähnlich wird das mit dem Titel „Radl-Hauptstadt“ doch auch gehandhabt.

Davon unabhängig – was ich am Schlimmsten finde, ist der heftige Egoismus im Verkehr. Fußgänger scheren sich nicht um Radwege oder Straßen, Radfahrer rasen wie die Irren ohne nach links und rechts zu schauen und Autofahrer parken ohne Sinn und Verstand – keiner denkt mehr mit. Immer nach dem Motto: „Hoppla, jetzt komm ich!“ Aber für mehr Hirn hilft kein Bürgerbegehren.

Robert Neumeier

Nicht ungefährlich

In Schwabing auf der Belgrad-/Ecke Destouchesstraße, stadteinwärts, hört der Radweg abrupt auf, und man muss sich auf die Fahrbahn einfädeln. Wenn dann da noch geparkte Autos stehen (wie eigentlich immer), ist das nicht ganz ungefährlich.

Heide Körner

Hupkonzerte

Die extrem gefährliche Rosenheimer Straße zwischen Orleanstraße und Rosenheimer Platz ist ja allgemein bekannt. Das Linksabbiegen am Isartor (von der Ludwigsbrücke kommend) in die Frauenstraße ist immer von Hupkonzerten und Bedrängen begleitet. Das Fahren am Viktualienmarkt über Frauen- und Blumenstraße ist immer von Behinderungen – vor allem von großen SUVs und Sportwagen mit extra Fehlzündungen – begleitet.

Es gibt noch sehr viel mehr, aber die genannten sind für mich als täglicher Radlfahrer die schlimmsten.

Uwe Müller

Viel zu eng

Die Chiemgaustraße ist viel gefährlicher als die Werinher, von der Radspur kommt man auf die Straße, die Unterfahrt ist enger und viel dunkler als bei der Werinher. Dazu der starke Verkehr auf dem Mittleren Ring. Keine Möglichkeit, unter der Brücke das Rad zu schieben – zu eng sogar für Fußgänger. Die Kreuzung ist auch gefährlich, wenn man zum Giesinger Bahnhof oder in die Chiemgau westwärts abbiegen will.

Ein anderer Punkt: die Tegernseer Landstraße kurz vor der Kreuzung mit der Grünwalder Straße Richtung Candidplatz. Der Radweg endet vor der Spixstraße, man muss auf die Straße einbiegen. Besonders schlimm: Die Einbiegung aus dem Radweg ist weiß markiert.

Diese Markierung besteht aus einzelnen Stücken, die nicht flach sind, sondern etwas höher und fest. Aus dem Radweg kommt man aus der geraden Linie und wird von den Autos mit zu wenig Abstand an dieser Stelle überholt. Die weißen Markierungen müssten wenigstens flach gerieben werden.

Martine Bernard

Lesen Sie auch: Alltagsfrage - Dürfen Radler über den Zebrastreifen fahren?

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