Gas wird 21 Prozent billiger
MÜNCHEN - Ab April wird Erdgas für die 230 000 Kunden der Stadtwerke günstiger. Vier-Personen-Haushalte sparen immerhin rund 492,60 Euro im Jahr.
Auf diese Mitteilung haben die Münchner lange gewartet: Die Stadtwerke senken den Gaspreis. Zum 1. April wird Erdgas für Privatkunden um bis zu 21 Prozent billiger – also erst gegen Ende der Heizperiode. Allerdings versprach das städtische Tochterunternehmen am Freitag: „Bleibt der Heizölpreis auch weiterhin auf dem derzeit niedrigen Niveau, werden die SWM den Erdgaspreis noch in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Mal deutlich senken können.“
Der Gaspreis ist traditionell an den Ölpreis gekoppelt – eine Regelung, die immer wieder heftig kritisiert wird. Mit bis zu einem halben Jahr Verzögerung werden Änderungen beim Öl auch beim Gaspreis wirksam. Die Stadtwerke erklärten jetzt: Die angekündigte Senkung sei möglich, weil die Bezugspreise für Gas – also das, was die SWM selbst an ihre Vorlieferanten bezahlen müssten – zum 1. April „deutlich sinken“.
Heftige Kritik von der Rathaus-Opposition hatte die Stadt-Tochter einstecken müssen, als sie den Gaspreis zum 1. Januar um 14 Prozent erhöhte. Obwohl der Ölpreis bereits seit einiger Zeit im Sinkflug war. „Die Senkung ist überfällig“, befand CSU-Stadtrat Marian Offman. Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox wird der SWM-Gaspreis im April etwa auf dem selben Niveau liegen wie zuletzt im Januar 2008. Sprich: Die beiden Verteuerungen des letzten Jahres und die Preissenkung heben sich quasi auf. Wer spart künftig wie viel?
Für 1-Personen-Haushalte mit einem Gasverbrauch von 1000 Kubikmetern reduzieren sich die Kosten um etwa 19,1 Prozent – oder 164,20 Euro im Jahr.
2-Personen-Haushalte (1700 Kubikmeter) sparen etwa 20,2 Prozent – und damit 279, 14 Euro.
Ein 4-Personen-Haushalt (3000 Kubikmeter) zahlt um 21 Prozent oder 492,60 Euro weniger im Jahr.
Die Abschlagszahlungen bleiben laut SWM aber gleich. Sie seien auch bei den letzten Erhöhungen nicht angepasst worden. „Das gleicht sich wieder aus“, hieß es.
Julia Lenders
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