Für 240 Millionen Euro: Münchner "Doppelwumms" für den Englischen Garten?

Die Tunnelbefürworter um das Architektenehepaar Leujeune und Grub sowie CSU-MdL Brannekämper legen eine Machbarkeitsstudie vor.
Jan Krattiger
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So sollte der Englische Garten einmal aussehen, wenn es nach der Stiftung "Ein Englischer Garten" geht.
So sollte der Englische Garten einmal aussehen, wenn es nach der Stiftung "Ein Englischer Garten" geht. © Boccardi/Stiftung Ein Englischer Garten

Von der "Wiedervereinigung" spricht das Architekten-Ehepaar Petra Leujeune und Hermann Grub schon seit über 15 Jahren. Damit meinen sie die Nord- und Südteile des Englischen Gartens, seit 1966 durchschnitten durch die vierspurige "Stadtautobahn", den Isarring.

Machbarkeitsstudie für E-Garten-Tunnel mit Tram

Nach vielen Rückschlägen haben die Tunnel-Fans – und an ihrer Seite der CSU-Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper – Hoffnung geschöpft, dass es doch noch etwas werden könnte mit ihrer "Wiedervereinigung". Eine Machbarkeitsstudie, vom Freistaat mit 120.000 Euro bezuschusst, sollte zeigen, ob es möglich wäre, den Garten zu untertunneln und neben den Autos auch die Tram durch die Röhre zu schicken.

(v.l.) CSU-MdL Robert Brannekämper, Ingenieur Jost Mazur, Petra Leujeune und Hermann Grub, Stiftung Ein Englischer Garten.
(v.l.) CSU-MdL Robert Brannekämper, Ingenieur Jost Mazur, Petra Leujeune und Hermann Grub, Stiftung Ein Englischer Garten. © Jan Krattiger

Das war bisher einer der größten Streitpunkte zwischen der Stadt und dem Freistaat (dem der E-Garten gehört): Die Stadt sah das Tunnelprojekt zuletzt kritisch, weil rund 900 Bäume gefällt werden müssten (dazu später mehr). Der Freistaat wiederum hat das Projekt einer Tramstrecke durch den Park eine Absage erteilt.

Am Donnerstag haben die drei nun gemeinsam mit dem Ingenieur Jost Mazur den neuen Vorschlag vorgestellt, wie diese gegensätzlichen Positionen vereint werden könnten. Die Studie hätte eigentlich noch vor Weihnachten vorgestellt werden sollen, "aber Wünsche werden ja nicht schlecht", so Petra Leujeune.

Baukosten für E-Garten-Tunnel: 240 Millionen Euro

240 Millionen Euro würde das Projekt in der vorgestellten Form kosten, sagt der Ingenieur – vor zehn Jahren rechnete man noch mit 125 Millionen Euro.

Dafür gäbe es: einen 400 Meter langen Tunnel, vierspurig für Autos und dazu zwei Tramspuren. Auf der Ostseite würde die Tram durch den Tucherpark geführt.

Es würden laut der Studie 578 Bäume gefällt werden müssen. Die Zahl basiert aber auf einer alten Vorgabe, dass nur Bäume mit einem Stammdurchmesser von 80 cm und größer gefällt werden müssten. Seit 2026 müssten Bäume ab 60 cm Durchmesser gefällt werden.

"Machbar": CSU-Brannekämper für Tunnel

Dieser "Doppelwumms", wie Brannekämper es nennt, sei keine Utopie. "Es ist machbar", betont Brannekämper, "die schönste Wiese Bayerns noch größer zu machen".

Komplizierter als im Osten ist es allerdings auf der Westseite: Dort schlagen die Tunnel-Befürworter eine neue Variante der Verkehrsführung vor. Die Autofahrer würden nicht über die Dietlindenstraße in den Tunnel einfahren, die würde für die Autos zur Sackgasse. Sie müssten "einen kurzen Umweg über die Ungererstraße in Kauf nehmen", um den Tunnel zu befahren.

Stattdessen gäbe es dort mehr Platz für die Tram – und für Rad- und Fußverkehr. Und ein erster Vorschlag für die Tramführung auf der Seite, den insbesondere Brannekämper beim Pressetermin aber lieber nicht zu hoch hängen möchte. Die Studie schlägt drei neue Tramhaltestellen vor: Dietlindenstraße, Osterwaldstraße und auf der anderen Seite am Tucherpark.

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5 Kommentare
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  • MüKi am 23.01.2026 07:14 Uhr / Bewertung:

    Nein zu diesem Tunnel, der eigtentlich nur eine sehr verschwenderische Schönheitsoperation ist! Anwohner, die durch einen Tunnel eine Entlastung hätten gibt es dort so gut wie nicht. Aber es gibt zahlreiche Anwohner an der Tegernseer Landstraße (Autobahnende bis Candidtunnel) und es gibt zahlreiche Anwohner an der Landshuter Allee die dringend einen Tunnel bräuchten der den in den letzten 10-20 Jahren enorm gestiegenen Verkehr und damit Dauerstau aufnimmt. Wie man am Petueltunnel beispielhaft sehen kann entsteht nach einem Tunnelbau eine freundlichen Oberfläche ohne zu viel Verkehr. Da wäre das Geld sinnvoll angelegt. Da muß man auch keine Bäume umschneiden. Der Englische Garten lebt auch ohne diesen Tunnel gut. Kein Steuergeld für so ein Schönheitsprojekt. Erst recht nicht in Zeiten des knappen Geldes!

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  • Freigeist31 am 23.01.2026 16:19 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von MüKi

    Die Initiatoren sollten dieses Prestigeobjekt doch SELBST bezahlen!! Es ist so unnötig wie ein Kropf und schon oft genug zu Recht abgelehnt. Niemand ill und braucht sowas.
    MEHR BÄUME FÜR MÜNCHEN: die Stadt bittet die Bürger um Spenden für Bäume: Bitteschön, hier können sie wirklich etwas zum Umweltschutz beitragen und sich nützlich machen. Ich meine das wirklich ernst.

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  • FFF-Nein Danke am 23.01.2026 06:38 Uhr / Bewertung:

    Man kennt es ja bei div. Bauprojekten, wie die Kosten in die Höhe schnellen, so auch hier, aus den 240 Mio wird schnell 300 Mio, 350 Mio usw...

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