Frühlingserwachen: Diese Blumen sind jetzt im Botanischen Garten zu sehen

Nach kalten Tagen öffnen sich Tulpen, Narzissen und Kirschblüten im Botanischen Garten. Die AZ hat auf diesen Seiten Wissenswertes zu den Frühblühern gesammelt.
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Die Kirschblüte wird gerne fotografiert. Hier im Olympiapark.
Die Kirschblüte wird gerne fotografiert. Hier im Olympiapark. © Ben Sagmeister

Pünktlich zum Osterwochenende kommt die Sonne wieder raus und das Thermometer soll bis auf 18 Grad klettern. Das freut nicht nur die Münchnerinnen und Münchner, sondern auch die Blumen und Pflanzen im Botanischen Garten.

Die AZ hat sich schon an einem eher kalten Tag mit einer Gärtnerin umgesehen und die ersten Frühlingsboten entdeckt: Tulpen, Narzissen, Magnolien und Kirschblüten. Da hielten viele Knospen noch dicht, um sich vor der Kälte zu schützen. Jetzt, wo es wärmer wird, lohnt sich ein Besuch besonders, um die blühende Pracht in voller Schönheit zu sehen. Dann summen auch die ersten Bienen zwischen den Blütenblättern und bestäuben die Frühjahrsblüher.

Ein Besuch im Botanischen Garten: Narzissen, Tulpen und Co. – Was jetzt schon blüht

Auf knapp 21 Hektar, das sind etwa 30 Fußballfelder, zeigt der Garten die Vielfalt der Pflanzen aus der ganzen Welt. Ideal für einen Oster- oder Frühlingsspaziergang. Lassen Sie sich von dieser Doppelseite inspirieren – vielleicht entdecken Sie die ein oder andere Pflanze auch im Stadtgebiet oder pflanzen sie selbst auf Balkon oder im Garten.  Alle Texte: Maja Aralica

Täglich geöffnet. Gewächshäuser: 9 – 17.30 Uhr. Letzter Einlass um 17 Uhr. Freiland: 9 – 18 Uhr. Letzter Einlass um 17.30 Uhr, Südeingang: Drehkreuz/Tor schließt um 17.45 Uhr. Eintritt regulär 5,50 Euro, ermäßigt 4 Euro. Unter 18 Jahre und Schüler über 18 Jahre haben freien Eintritt. Schwerbehinderte, Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren, sowie einige Personengruppen (wie Studierende und freiwillige Helfer) erhalten eine Ermäßigung.

Gärtnerin im Botanischen Garten: "Für die geistige Gesundheit ist Gärtnern richtig gut"

Seit 13 Jahren ist Pflanzenfreundin Huber Gärtnerin – und seit fünf Jahren kümmert sie sich um die Pflanzen im Schmuckhof des Botanischen Gartens. Dort blühen im Frühling Zierpflanzen wie Tulpen, Narzissen, Magnolien und Pfingstrosen in sorgfältig arrangierten Beeten.

Gemeinsam mit ihren Kollegen überlegt die Reviergärtnerin des Schmuckhofs jedes Jahr neue Muster für die Pflanzungen. In diesem Jahr hat sie zum Beispiel ein Beet als Smiley gestaltet und im Herbst über 60.000 Pflanzen im ganzen Schmuckhof eingesetzt. Dass sie Gärtnerin geworden ist, war eher Zufall.

"Ich wollte einfach etwas mit meinen Händen machen", erzählt sie. "Pflanzen haben mir schon immer gefallen." Den Beruf übt sie heute mit großer Leidenschaft aus. Gärtnern sei fast meditativ, sagt sie. "Für die geistige Gesundheit ist es richtig gut."

Pflanzen-Fan Huber ist Gärtnerin im Botanischen Garten.
Pflanzen-Fan Huber ist Gärtnerin im Botanischen Garten. © Daniel von Loeper

Der Job fordert aber auch körperlich: Bei Kälte draußen arbeiten, knien beim Unkraut zupfen oder sich beim Rosenschneiden mal an den Händen verletzen – all das gehört dazu. Trotzdem schätzt die Gärtnerin die Abwechslung und die direkte Arbeit mit den Pflanzen.

ine Lieblingspflanze hat sie nicht: "Eine Mutter hat auch kein Lieblingskind", sagt sie und lacht. "Ich mag alle Pflanzen gerne."

Die Knallige

Auch wenn der Himmel am Frühlingsanfang oft noch blass und grau ist, leuchtet die Forsythie in knalligem Gelb durch die Tristesse. Ihre leuchtenden Blüten kündigen das Frühjahr an und bringen Hoffnung auf wärmere Tage.

Die Sträucher gehören zu den früh blühenden Gehölzen: Bereits im Februar können sich ihre Blüten öffnen. Das macht die Forsythie zu einem beliebten Hingucker in Gärten und Parks.

Die Forsythie blüht schon früh: Ihre gelben Blüten sind ein echter Hingucker.
Die Forsythie blüht schon früh: Ihre gelben Blüten sind ein echter Hingucker. © Daniel von Loeper

Die Pflanzen sind pflegeleicht und robust. Sie vertragen Kälte gut und kommen auch mit wechselhaftem Wetter zurecht. Ein gelegentlicher Schnitt nach der Blüte genügt, um die Sträucher in Form zu halten und die nächste Pracht sicherzustellen. Wenn die Sonne scheint, strahlt das Gelb der Forsythie besonders intensiv – ein kleiner Farbtupfer, der sofort gute Laune macht.

Die Frühlingsboten

Ein weiterer Klassiker unter den Frühjahrsblumen sind die Narzissen, auch Osterglocken genannt. Sie schmücken nicht nur beim Osterbrunch als Schnittblumen die Tische, sondern blühen auch in Parks und in Grüntöpfen – wie am Viktualienmarkt – und verbreiten dort fröhliche Frühlingsstimmung.

Narzissen sind robuste Blumen und halten auch ein wenig Kälte aus.
Narzissen sind robuste Blumen und halten auch ein wenig Kälte aus. © Daniel von Loeper

Die Narzissen blühen etwa zwei bis drei Wochen und gelten als äußerst robust. Manche Exemplare im Botanischen Garten zeigen allerdings schon braune Blütenblätter: Sie hatten im Dezember vorzeitig aufgeblüht, weil die milden Temperaturen sie glauben ließen, es sei Frühling, erklärt Gärtnerin Huber. Dennoch haben die Pflanzen die kalten Wochen gut überstanden. "Sie halten wirklich viel aus", sagt Huber. 

Der Klassiker

Auch die Tulpe zählt zu den beliebtesten Frühlingsblumen – ob als Schnittblume in der Vase oder im Beet. Die Blume gibt es in vielen verschiedenen Farben. Zu den ersten Sorten, die im Frühjahr zu blühen beginnen, gehört die Tulpe mit dem eindeutigen Namen „The First“. Ihre weiß-rote Blüte öffnet sich bei Sonnenschein sternförmig.

"The First" nennt sich diese Tulpensorte.
"The First" nennt sich diese Tulpensorte. © Daniel von Loeper

Besonders faszinierend findet Gärtnerin Huber an Tulpen – und Zwiebelpflanzen allgemein –, dass die komplette Pflanze bereits im Herbst in der Zwiebel angelegt wird. Im Frühjahr muss sie dann nur noch austreiben. "Die Blüte ist schon in der Zwiebel drin. Die Schalen sind quasi die Blätter", erklärt sie.

Der Leuchtende

Wie ein blaues Meer aus Blumen zieht sich der Blaustern durch mehrere Beete im Schmuckhof. Die ausdauernden, krautigen Pflanzen vermehren sich über Zwiebeln und bilden so über die Jahre dichte Teppiche.

Der Blaustern zieht sich wie ein Blütenmeer über die Wiesen des Gartens.
Der Blaustern zieht sich wie ein Blütenmeer über die Wiesen des Gartens. © Daniel von Loeper

Ursprünglich kommen Blausterne in ganz Europa, Teilen Asiens und an wenigen Stellen in Afrika vor. Ihre Hauptblütezeit liegt im zeitigen Frühjahr, meist von März bis April. 

Die Geheimnisvolle

Etwas geheimnisvoll kommt die sogenannte Nieswurz daher. In antikem Altrosa und tiefem Schwarz-Lila setzt sie zwischen den klassischen Frühlingsblühern einen eher ungewöhnlichen Akzent.

Die Nieswurz blüht schon früh im Jahr.
Die Nieswurz blüht schon früh im Jahr. © Daniel von Loeper

Die mehrjährige Staude ist winterhart und zählt zu den frühen Blühern: Je nach Sorte zeigt sie ihre Blüten schon sehr früh im Jahr, oft bereits im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr. Auffällig sind vor allem die großen, schalenförmigen Blüten, deren Farben von Weiß und Grün bis zu Rosa, Rot und dunklem Violett reichen können. Trotz ihres eleganten Aussehens ist die Nieswurz robust und kommt auch mit kühleren Temperaturen gut zurecht. 

Der Social-Media-Star

Ein absoluter Frühlings-Hit ist die Zierkirsche: Ob im Olympiapark, im Westpark oder im Botanischen Garten – jedes Jahr zieht sie Besucher als beliebtes Fotomotiv an.

Doch die zarte Schönheit hat unter den kalten Tagen gelitten: Beim AZ-Besuch hielten sich die Knospen noch fest verschlossen. Die Blüten sind fragil und vertragen Frost nur schlecht. Der Baum selbst ist dagegen robust: Er trotzt Wind und Wetter und wächst kräftig. Es genügt, regelmäßig abgestorbene Äste zu entfernen – wie bei vielen anderen Bäumen üblich.

Die Kirschblüte wird gerne fotografiert. Hier im Olympiapark.
Die Kirschblüte wird gerne fotografiert. Hier im Olympiapark. © Ben Sagmeister

Der Wetterbericht der kommenden Tage verspricht Sonne und mildere Temperaturen – dann dürften die Knospen endlich aufbrechen und die Zierkirsche in voller Blütenpracht erstrahlen. 

Die Robusten

In einem länglichen Beet leuchten gelbe, lilafarbene, rote und weiße Blüten in sorgfältig gesetzter Ordnung.
Erst auf den zweiten Blick erkennt man das Motiv: ein Smiley mit gelbem Gesicht und freundlichem Ausdruck, umrahmt von drei Herzen, inspiriert von einem Smartphone-Emoji.

Im Blumenbeet ist ein gelber Smiley mit Herzchen zu erkennen.
Im Blumenbeet ist ein gelber Smiley mit Herzchen zu erkennen. © BotMuc/Diana Geier

Den Großteil des fröhlichen Blumenbildes bilden Veilchen, auch bekannt als Stiefmütterchen. "Sie gehören zu den typischen Frühjahrsblühern", erklärt Huber. Die Gärtner des Botanischen Gartens pflanzen sie bereits im Herbst, damit sie pünktlich Anfang März ihre Blüten öffnen. Frost und kühle Temperaturen machen ihnen dabei kaum etwas aus – die robusten Pflanzen kommen gut durch den Winter.

Am bekanntesten ist wohl die lilafarbene Variante. Doch die kleinen Blüten zeigen sich in weit mehr Farben: von Gelb und Orange über Weiß bis hin zu zartem Rosa.

Die Charaktervolle

Die rosa Blüten der Magnolie leuchten im Frühling in den schmuckeren Straßen vieler Viertel. Doch nach den kalten Tagen der vergangenen Woche halten sich die zarten Blüten noch zurück – viele Knospen wagen es noch nicht, sich zu öffnen.

Dabei ist die Magnolie ein echter Charakterbaum. "Den schneidet man so gut wie gar nicht, außer wenn Äste abgestorben sind", sagt Gärtnerin Huber. Auch ohne Blüten macht sie etwas her: Ihre markanten Verzweigungen geben dem Baum selbst im grauen Wetter eine besondere Präsenz.

Bis zur Eiszeit war die Magnolie sogar im Alpenraum heimisch, bis sie unter Schnee und Eis begraben wurde. Heute stammen die meisten Exemplare, die hier gepflanzt werden, aus Asien.

Ein Traum in Rosa: So schön blüht die Magnolie im Botanischen Garten.
Ein Traum in Rosa: So schön blüht die Magnolie im Botanischen Garten. © BotMuc/Diana Geier

Wenn sich die Knospen öffnen, dauert die Blüte meist nur etwa zwei Wochen – vorausgesetzt, der Frost macht keinen Strich durch die Rechnung. Beim AZ-Besuch sind bereits einige Knospen von der Kälte gezeichnet, an manchen Stellen haben sie sich braun verfärbt.

Damit die Magnolie ihre volle Pracht entfaltet, braucht sie nun vor allem eines: mildes Frühlingswetter, ein wenig Sonne und vor allem keine kalten Nächte. 

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