Früher keine Münchner Uni: Woher die LMU eigentlich kommt

Auf die Ludwig-Maximilians-Universität München sind viele Einheimische stolz, gilt sie doch als eine der besten Hochschulen Deutschlands. Doch das Aushängeschild ist gar nicht so münchnerisch, wie viele Münchner glauben. Erst vor 200 Jahren wurde die Hochschule von Landshut an die Isar verlegt. Und das war nicht der einzige Umzug in der mehr als 550-jährigen Geschichte der Institution.
Denn gegründet wurde die erste Universität Altbayerns 1472 von Herzog Ludwig IX., der Reiche, von Bayern-Landshut – und zwar in Ingolstadt. Für die Errichtung war damals noch die Genehmigung des Papstes erforderlich. Gut drei Jahrhunderte später, im Jahr 1800, wurde mit kurfürstlichem Erlass die Verlegung der Universität nach Landshut angeordnet.
Kriegsgefahr als Vorwand für Umzug von Ingolstadt nach Landshut
"Offiziell begründet wurde der Umzug mit der akuten militärischen Bedrohung. Denn Ingolstadt war nicht nur Universitäts-, sondern auch Festungsstadt und als solche im Zuge der Napoleonischen Kriege durch die französische Armee bedroht", schildert die LMU diesen Abschnitt ihrer Geschichte. "Inoffiziell waren die Reformerkreise in München daran interessiert, den noch immer schlechten Ruf einer als konservativ geltenden und angeblich von Jesuiten geprägten Universität in Ingolstadt zu tilgen."
Landshut wurde nur kurze Zwischenstation
Fast vier Jahre dauerte der komplette Umzug. Beim Installationsfest 1802 erhielt die LMU ihren Namen "Ludovico-Maximilianea": Ludwig wegen des Universitätsgründers Ludwig IX. und Maximilian wegen des regierenden Landesherrn Maximilian IV. Joseph.
Doch dessen Entscheidung für Landshut war nur von kurzer Dauer: Schon 1826 wurde die LMU mit damals rund 1000 Studenten nach München verlegt. König Ludwig I. wollte alle staatswichtigen Kulturinstitute dort konzentrieren und das gesamte Bildungswesen neu organisieren. Zudem drohte die Universität in Landshut an Bedeutung zu verlieren.
Heute hat die LMU fast 55.000 Studierende und zieht selbst internationale Spitzenforscher nach Bayern. Das 200. Jubiläum des Umzugs in die Landeshauptstadt feiert die Hochschule am 3. Februar in festlichem Rahmen zusammen mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Matthias Tschöp – übrigens seinerseits kein "Zuagroaster", sondern ein waschechtes Münchner Kindl.