Festnahme in München: Bande wollte Geld mit angeblicher Geisterreinigung ergaunern

Mit einem angeblichen Geister-Ritual wollten drei Chinesinnen und ein Komplize in München eine 66-Jährige um ein kleines Vermögen bringen. Doch die Polizei observierte die Bande bereits und schlug kurz vor der Übergabe des Geldes zu.
von  Hüseyin Ince
Die Polizei beobachtete die Gruppe bereits, die das Geld der Münchnerin von bösen Geistern befreien wollte. Offenbar waren die drei Frauen und ihr mutmaßlicher Aufpasser über Portugal eingereist.
Die Polizei beobachtete die Gruppe bereits, die das Geld der Münchnerin von bösen Geistern befreien wollte. Offenbar waren die drei Frauen und ihr mutmaßlicher Aufpasser über Portugal eingereist. © IMAGO/Alexander Pohl

Am Montagnachmittag (20. April) haben Chinesinnen versucht, eine Münchnerin (66) mit vietnamesischen Wurzeln zu betrügen. Zunächst sprach eine 53-Jährige die Münchnerin in den Stachuspassagen an. Sie gab vor, nach einem Geschäft für traditionelle chinesische Heilkunst zu suchen. Im nächsten Moment kamen zwei weitere Frauen zu dem Gespräch hinzu, ebenfalls Chinesinnen (beide 50).

Insgesamt drei Frauen verwickelten die Münchnerin nun in ein Gespräch, mit gezielt spirituellem Inhalt. Offenbar sprachen alle Frauen Kantonesisch. Sie versuchten, der 66-Jährigen weiszumachen, dass ihr bald eine Geisterheimsuchung bevorstehe. Sie boten ihr ein Ritual an. Sie versprachen der Frau, sie von den Geistern zu befreien.

Die drei Chinesinnen behaupteten, dass die bösen Geister am Geld der Frau haften. Die Vermögenswerte der 66-Jährigen müssten dringend gereinigt werden, sagten sie.

Die Polizei observierte die Bande bereits

Die Münchnerin glaubte offenbar aufgrund ihrer spirituellen Prägung die Geschichte der drei Frauen. Sie ging nach Hause, um Bargeld und Wertsachen in Höhe eines fünfstelligen Eurobetrages abzuholen. Das kleine Vermögen sollte sie in der Adolf-Kolping-Straße kurz nach 14 Uhr vorlegen. Dort wollten es die drei Frauen von den bösen Geistern befreien. Mutmaßlich wollten sie ihr die Tasche voller Geld und Schmuck abnehmen und verschwinden.

Was die Chinesinnen nicht wussten: Die Münchner Polizei observierte die Gruppe bereits, weil sie mit einer ähnlichen Masche schon vor einem Jahr Münchner betrogen hatte und danach offenbar abgereist war. Die Beamten entschlossen sich am Montag nahe der Adolf-Kolping-Straße zum Zugriff.

Die drei tatverdächtigen Frauen und dazu ein 52-Jähriger, ebenfalls Chinese, wurden noch vor dem Reinigungsritual festgenommen. Ein Richter hat inzwischen einen Haftbefehl erlassen.

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