Flughafen München wieder offen

Entspannung am Münchner Flughafen: Nach der kurzfristigen Sperrung wegen der isländischen Aschewolke rechnete Sprecher Edgar Engert am Montag mit einem weitgehend normalen Flugverkehr.
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Flughafen München (Archivbild)
dpa Flughafen München (Archivbild)

FRANKFURT/MAIN - Entspannung am Münchner Flughafen: Nach der kurzfristigen Sperrung wegen der isländischen Aschewolke rechnete Sprecher Edgar Engert am Montag mit einem weitgehend normalen Flugverkehr.

Zwar seien 51 von 1218 geplanten Flügen annulliert worden. „Das sind aber noch Auswirkungen vom Sonntag, zum Beispiel, weil Maschinen nicht verfügbar sind“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Am Sonntag seien noch 505 von 1027 Starts und Landungen entfallen.

509 Fluggäste übernachteten im Flughafen auf Feldbetten. „Ich gehe davon aus, dass die am Montag alle weiterkommen.“ Der Flughafen war am Sonntag von 15.00 Uhr bis 21.00 Uhr gesperrt.

An den Mietwagenschaltern war die Hölle los. Viele versuchten, mit einem Auto weiterzukommen. Sie standen in langen Schlangen an. Zahlreiche verhinderte Flugpassagiere wollten mit der Bahn einen Ausweg finden. Doch die Bahn hatte am Sonntag mit technischen Problemen zu kämpfen und die Schalter geschlossen. Vor dem Lufthansa-Schalter reihten sich die Menschen in einer mehrere hundert Meter langen Schlange auf. Viele ausländische Passagiere, die nur umsteigen wollten, wurden kalt erwischt und strandeten. Das alles sorgte für Hektik, Frust und Ärger. Überall herrschte Ratlosigkeit, wie es weitergeht. Alle warteten auf die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes: Davon hängen alle Entscheidungen ab.

Der gesamte süddeutsche Raum war betroffen: Ab 14 Uhr Augsburg, Memmingen und Friedrichshafen und ab 15 Uhr München. Frankfurt nicht. In Stuttgart wurde das Flugverbot um 18 Uhr wieder aufgehoben. Am Nürnberger Flughafen gab es keinen Flug-Stopp. Dort landeten einige Maschinen, die München als Ziel hatten.

Es waren alle Starts und Landungen verboten, und es waren keine Sicht- oder Instrumentenflüge erlaubt. Nur Überflüge: „München kann in einer Höhe von mehr als 6000 Metern überflogen werden“, so die Flugsicherung zur AZ. „Diese Situation ist vom Flughafen sehr schlecht vorbereitet worden“, schimpfte ein AZ-Leser, der gerade noch landen konnte. „Da sitzt Flughafenpersonal hilflos herum, und es gibt nur sehr spärliche Durchsagen, die obendrein kaum zu verstehen sind.“ Passagiere, die auf den letzten Drücker landen konnten, mussten stundenlang aufs Gepäck warten.

Dabei war die Sperrung absehbar: Im Laufe des Sonntags mussten am Münchner Flughafen schon 27 Flüge im Verkehr von und nach Italien annulliert werden. Die Aschewolke kam am Wochenende immer näher von Spanien und Italien auf München zu. Am Samstag waren in diesem Raum 200 Flüge ausgefallen, am Sonntag bis zum Mittag schon 500. Dennoch gab es vom deutschen Wetterdienst vorab keinen Hinweis, dass der Münchner Luftraum in Gefahr ist. „Wir sitzen hier wie auf heißen Kohlen und warten auf die Meldungen des Wetterdienstes“, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung zur AZ. „Wir hoffen, dass die Wolke schnell durchzieht.“

„Wir wurden selbst erst um 14 Uhr informiert“, so die Auskunft eines Flughafensprechers. Das sei sehr ärgerlich. So gab es zu wenig Vorbereitungszeit. „Die wichtigen Leute waren über eine Rufbereitschaft schnell da“, so der Sprecher. Dann wurden auch gleich Notbetten aufgestellt. Es ist der zweite Flug-Stopp über München: Das erste Mal gab es ein Flugverbot vom 16. bis zum 21. April.

Willi Bock/Vanessa Assmann

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