Flughafen München: Schleuser mit Goldschmuck bezahlt

Schleuser-Festnahme am Münchner Flughafen! Eine Malaysierin wollte am Mittwoch zwei sri-lankische Staatsangehörige unerlaubt nach Deutschland bringen. Die Bundespolizei reagierte.
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Der Betrug flog bei der Passkontrolle auf. Die Pässe waren zwar echt, jedoch zeigten die Bilder nicht die beiden Reisenden. (Symbolbild)
Bundespolizei Der Betrug flog bei der Passkontrolle auf. Die Pässe waren zwar echt, jedoch zeigten die Bilder nicht die beiden Reisenden. (Symbolbild)

München - Am Mittwoch haben ein Mann und eine Frau aus Sri Lanke versucht, die Bundespolizei am Flughafen zu überlisten - für ihre Einreise benutzten sie malaysische Pässe. Die beiden waren in Begleitung einer Malaysierin, die sich als ihre Verwandte ausgab.

 

Gefälschte Pässe am Flughafen

 

Als der 21-jährige Mann und die beiden 31 und 35-jährigen Frauen den Beamten die malaysischen Pässe vorlegten, zweifelten die Bundespolizisten an der Identität des 21-Jährigen und der 31-Jährigen. Die vorgelegten Pässe waren zwar echt, die darin enthaltenen Lichtbilder zeigten aber nicht die beiden Reisenden. An den Dokumenten der 35-Jährigen waren keine Fehler zu erkennen.

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Aufgrund eines möglichen Betrugs- und Schleuser-Falles, nahmen die Beamten die drei Personen vorläufig fest. Den Mann und die jüngere Frau wegen des Verdachts des Ausweismissbrauchs, ihre 35-jährige Begleiterin wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern.

 

Abweichungen in der Vernehmung

 

In der Vernehmung erklärte die 35-Jährige, sie habe ihre Mitreisenden zufällig in Bangkok kennengelernt. Sie seien jeweils alleine unterwegs gewesen und haben mit Japan und anschließend Deutschland dieselben Reiseziele gehabt. Daher sei ihnen der Gedanke gekommen, zusammen zu reisen. Außerdem würden die beiden nur schlecht Englisch sprechen, weswegen sie sie sprachlich unterstützen wollte.

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Die beiden anderen Personen erzählten eine ganz andere Geschichte. Nach anfänglichem Leugnen gaben sie schließlich zu, in Wahrheit aus Sri Lanka zu sein. Dabei erklärten sie auch, dass die 35-Jährige nicht mit ihnen verwandt sei. Sie seien unabhängig von einander vor ein paar Tagen mit ihren sri-lankischen Pässen nach Malaysia gereist. Dort seien sie jeweils an eine Schleuser-Organisation mit dem Wunsch heran getreten, nach Europa gebracht zu werden.

 

Mehrere Tausend Euro für Schleusung bezahlt

 

Für den jungen Mann stellte ein Onkel den Kontakt zu der Organisation her, für die Frau ein Bekannter. Beide haben laut eigenen Aussagen umgerechnet mehrere tausend Euro für die malaysischen Pässe und die Tickets bezahlt. Die 31-Jährige erzählte, sie habe sogar ihren gesamten Goldschmuck für die Schleusung geopfert. Einer der Schleuser sei es auch gewesen, der ihnen die 35-Jährige zur Seite gestellt habe. Die Malaysierin habe sich mit ihnen in einem Hotel in Bangkok getroffen, sich um Hotel- und Ticketbuchungen gekümmert und sollte die beiden über Japan und China nach Deutschland begleiten. Hier wollten sie Asyl beantragen, da sie in Sri Lanke nicht sicher seien. Ein Bürgerkrieg und die Verfolgung Unschuldiger habe sie gezwungen, diesen Schritt zu vollziehen.

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Die Bundespolizisten zeigten die Malaysierin wegen Einschleusens von Ausländern, die beiden Sri-Lanker wegen Ausweismissbrauchs, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts an. Aufgrund ihres Asylantrags schickten die Beamten die beiden Schutzsuchenden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen an die Erstaufnahmeeinrichtung in München. Die vermutliche Schleuserin werden die Bundesbeamten am Donnerstag dem Haftrichter vorführen.

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