Flughafen-Chef Kerkloh: Brauchen dritte Startbahn

Wieder mehr Passagiere bei weniger Starts und Landungen – der Chef des Münchner Flughafens bleibt dabei, dass eine dritte Startbahn für das weitere Wachstum des Airports entscheidend ist.
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Michael Kerkloh hält eine dritte Startbahn weiterhin für unumgänglich. Neue Passgaierrekorde bestärken den Flughafen Chef in seiner Meinung.
dpa Michael Kerkloh hält eine dritte Startbahn weiterhin für unumgänglich. Neue Passgaierrekorde bestärken den Flughafen Chef in seiner Meinung.

München – Nach einem Passagierrekord im vergangenen Jahr sieht der Flughafen München erneut den Bedarf nach einer dritten Startbahn bestätigt. Zwar verringerte sich die Zahl der Starts und Landungen auch 2013, doch seien 38,7 Millionen Passagiere und damit so viele wie nie zuvor von oder nach München geflogen, erklärte Flughafen-Chef Michael Kerkloh am Freitag in München. Da viele Airlines auf Kurz- und Mittelstrecken auf größere Maschinen umgestellt hätten, habe man die gestiegene Passagiernachfrage noch auffangen können.

Diese Entwicklung lasse sich aber nicht beliebig fortsetzen, zumal die jetzt eingesetzten Maschinen viele Jahre genutzt würden, sagte Kerkloh. „Es ist also absehbar, dass die prognostizierte weitere Steigerung bei der Passagiernachfrage in den kommenden Jahren auch wieder eine stetige Steigerung der Starts und Landungen mit sich bringen wird.“

Die im Februar ergangene Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes (VGH) zeige, dass bei den Planungen für die dritte Startbahn alle relevanten Aspekte einschließlich umfangreicher Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Natur „in angemessener Weise berücksichtigt“ worden seien, so Kerkloh. Nun gelte es, weitere Überzeugungsarbeit für das Projekt zu leisten. Die politischen Chancen ließen sich aber derzeit schwer einschätzen, zumal vor der Stichwahl am 30. März noch nicht feststehe, wer die Landeshauptstadt künftig politisch führt.

Lesen Sie hier die AZ-Meinung: Dritte Startbahn: Heißes Eisen

Der VGH hatte im Februar aus rechtlicher Sicht grünes Licht für das Ausbauprojekt gegeben. Seit dem Nein der Münchner bei einem Bürgerentscheid 2012 liegt das Projekt allerdings auf Eis. München ist neben dem Freistaat und dem Bund Mitgesellschafter des Flughafens und kann den Bau verhindern.

In wirtschaftlicher Hinsicht entwickelte sich der zweitgrößte deutsche Flughafen im vergangenen Jahr stabil. Der Umsatz blieb mit 1,2 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau und auch beim Gesamtergebnis nach Steuern schnitt der Flughafen mit 95 Millionen Euro genauso ab, wie 2013.

Damit bleibe München einer der wenigen Flughäfen in Deutschland, die derzeit Gewinne erzielten, sagte Kerkloh. Auch für dieses Jahr erwartet er ein Gesamtergebnis in ähnlicher Größenordnung. Der wirtschaftliche Erfolg stärke die Kapitalmarktfähigkeit des Flughafens. Zwar gebe es derzeit keine Anzeichen dafür, dass einzelne Gesellschafter Anteile abgeben wollen, doch könnten solche Überlegungen, die es früher schon einmal gegeben habe, wieder aktuell werden, meinte der Flughafen-Chef.

 

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