Firmengelder unterschlagen: Betrogene Betrügerin auf der Anklagebank

Nach dem Tod des Lebensgefährten fällt Angela W. auf ihren Tröster rein. Jetzt sitzt sie neben ihm vor Gericht. Wegen Unterschlagung: Die 49-Jährige überwies Bekanntem eine halbe Million Firmengelder.
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MÜNCHEN - Nach dem Tod des Lebensgefährten fällt Angela W. auf ihren Tröster rein. Jetzt sitzt sie neben ihm vor Gericht. Wegen Unterschlagung: Die 49-Jährige überwies Bekanntem eine halbe Million Firmengelder.

Als ihr Lebensgefährte am 7. Januar 2007 auf dem Parkplatz eines Münchner Golfclubs einen Herzinfarkt erlitt und starb, sei für sie eine Welt zusammen gebrochen. So erklärt Angela W. (49) sich und der Welt, warum sie auf die dubiosen Vorschläge ihres Trösters Dirk N. (41) einging und 565 000 Euro aus ihrer Immobilienfirma auf seine Konten transferierte. Die er ihr nie zurückzahlte.

Jetzt sitzt sie neben ihm auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts. Der Vorwurf gegen sie: Untreue in besonders schwerem Fall. Der einschlägig vorbestrafte Dirk N. muss sich wegen Betrugs verantworten. Zu den Vorwürfen sagt er nichts.

Umso gesprächiger ist am ersten Prozesstag Geschäftsführerin Angela W. Sie berichtet, wie ihr Dirk N. vorgeschlagen habe, „das Geld der Firma zu sichern“. Er habe ihr Beraterverträge vorgelegt und diese zurückdatiert. Doch ihre Blauäugigkeit stößt beim Gericht auf Skepsis. Zumal sie zugibt, dass sie 30 000 Euro, die ihr Dirk N. einmal zusteckte nicht etwa wieder der Firma zuführte, sondern für eigene Zwecke ausgab.

Im April 2008 musste sie Insolvenz anmelden. Auch ihre Verurteilung wegen Bankrotts (§283 StGB) ist denkbar. jot

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