Finanzplatz München Initiative kündigt neue Aktivitäten an
Ein fast vergessenes Erbstück der Ära Edmund Stoiber (CSU) gibt Lebenszeichen von sich: Die im Jahr 2000 gegründete Finanzplatz München Initiative (fpmi) hat sich in einen Verein umgewandelt und will künftig die bayerische Landeshauptstadt als Standort der Finanzbranche wieder mehr zu Geltung bringen. Das teilte der neue Verein nach der Gründung mit. Vorsitzender ist Stefan Müller, der Präsident des bayerischen Genossenschaftsverbands. Die Initiative will ihre Aktivitäten nun deutlich ausbauen.
Der Traum vom internationalen Bankenplatz
Der von 1993 bis 2007 als Ministerpräsident an der Spitze des Freistaats stehende Stoiber hatte schon in seiner ersten Regierungserklärung angekündigt, München zu einem international bedeutenden Finanzplatz zu machen. Die dazugehörige Initiative wurde aber erst im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben.
Stoibers Hoffnungen beruhten unter anderem auf der Annahme, die 1998 aus einer Fusion hervorgegangene Hypovereinsbank könne sich zu einer international bedeutenden Großbank entwickeln. Die 2003 aus der Hypovereinsbank ausgegliederte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) hatte ebenfalls große Pläne, zudem wollte die Staatsregierung die BayernLB in eine international tätige Großbank verwandeln.
... endete kläglich
Die Hypovereinsbank wurde schon 2005 von der italienischen Unicredit übernommen, die HRE nach der Finanzkrise verstaatlicht und abgewickelt, und die BayernLB geriet nach der Übernahme der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria in den Strudel einer mehrjährigen Affäre.
Eine international bedeutende eigenständige Großbank gibt es in Bayern heute nicht. Die BayernLB hat sich jedoch erholt und steht wieder gut da. International bedeutend in der Finanzbranche ist München heute vor allem als Sitz der beiden großen Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re. Die Allianz zählt auch zu den Mitgliedern der Initiative.
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