Feuerwehr München: Standort-Konzept soll Schnelligkeit verbessern

In zehn Minuten soll die Feuerwehr eigentlich am Einsatzort sein. Doch in München klappt das nicht mehr überall. Deshalb soll ein neues Standort-Konzept her.
| Florian Zick
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Das sind die aktuell zehn Münchner Feuerwachen: Vor allem im Norden und im Westen gibt es Lücken.
Das sind die aktuell zehn Münchner Feuerwachen: Vor allem im Norden und im Westen gibt es Lücken.

München - Nun gilt der Bayer eher als gemütlich. Aber klar: Wenn das eigene Haus brennt, dann ist’s vorbei mit ruhig und gelassen. Dann pressiert’s einem jeden.

Das bayerische Feuerwehrgesetz schreibt deshalb vor, dass die Rettungskräfte – dalli, dalli – innerhalb von höchstens zehn Minuten am Einsatzort sein müssen. In München allerdings lässt sich diese Vorgabe in manchen Teilen der Stadt schon jetzt nicht mehr einhalten.

Das sind die aktuell zehn Münchner Feuerwachen: Vor allem im Norden und im Westen gibt es Lücken.
Das sind die aktuell zehn Münchner Feuerwachen: Vor allem im Norden und im Westen gibt es Lücken.

Das sind die aktuell zehn Münchner Feuerwachen: Vor allem im Norden und im Westen gibt es Lücken. (Quelle: Branddirektion)

Versorgungslücken gibt’s bereits in einem halbmondförmigen Bogen zwischen Großhadern (einschließlich Klinikum), Laim und Nymphenburg. Da die Stadt aber rasant wächst, wachsen auch die Gebiete, in denen die Feuerwehr die Zehn-Minuten-Vorgabe nicht mehr einhalten kann.

Neues Konzept sieht fünf neue Wachen vor

Am Dienstag will der Stadtrat deshalb ein neues Standortkonzept für die Münchner Feuerwachen verabschieden. Dieses sieht nicht nur vor, dass die Sanierung und Erweiterung der bestehenden Wachen weiter fortgesetzt wird. Auch fünf neue Wachen sollen gebaut werden.

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Ziel des Konzepts ist, dass sich die Standorte künftig besser aufs Stadtgebiet verteilen. Vor allem im Norden und im Westen der Stadt gibt es momentan nämlich Engpässe. Das Konzept setzt deshalb auch vornehmlich dort an.

Die Feuerwache im Westend soll nach Laim umsiedeln. Die Standorte Pasing und Milbertshofen will die Stadt zudem aufgeben und durch neue Feuerwachen in Aubing und Allach, beziehungsweise in Feldmoching und in Freimann ersetzen. Statt der bisher zehn Feuerwachen hätte München künftig dann zwölf. Die Zehn-Minuten-Grenze würde sich dann wohl wieder überall in der Stadt einhalten lassen. Bis das Konzept wirklich greift, wird es allerdings noch einige Jahre dauern.

Stadt sucht nach Grundstücken für Provisorien

Vor allem der Umzug der Feuerwache Westend nach Laim macht Probleme. In Laim ist als neuer Standort die städtische Baumschule an der Gotthardstraße Ecke Fischer-von-Erlach-Straße vorgesehen. Allerdings: Für die anstehende Verlängerung der U5 nach Pasing ist das Gelände als Lagerfläche für die Baustelle fix eingeplant. Und grundsätzlich wäre das Areal auch für Wohnungsbau geeignet. Der Baubeginn ist deshalb nicht vor 2029 möglich. Erst bis dahin wird planerisch alles unter Dach und Fach sein.

Bei der Branddirektion ist man mit dieser Situation äußerst unglücklich. Deswegen sucht die Stadt nun nach einem Grundstück für ein Provisorium. Dieses soll spätestens 2021 fertig sein. Zudem bleibt die Feuerwache im Westend vorläufig erhalten.

Bei den anderen vier Neubauten ist die Lage nicht ganz so kompliziert. In Aubing hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) eine Gewerbefläche an der Kastelburgstraße im Auge, in Allach einen Sportplatz des SV Untermenzing an der Von-Kahr-Straße. In Freimann ist die ehemalige Bayernkaserne als Standort vorgesehen und in Feldmoching ein Grundstück am Bahnübergang Lerchenauer Straße. Aber auch dort wird es noch einige Jahre dauern, bis die Feuerwachen fertig sind.

Das KVR geht momentan von einer Inbetriebnahme zwischen 2025 und 2029 aus. In den nächsten Jahren wird es in München also auch weiter Versorgungslücken geben. Sollte die Anfahrt jedoch nicht bei mehr als einem Zehntel der Einsätze länger als zehn Minuten dauern, sei das noch hinnehmbar, heißt es aus der Behörde.

Was sich bei der Münchner Feuerwehr noch alles tut:

Die Stadt plant nicht nur den Neubau von fünf weiteren Feuerwachen. Auch an den bestehenden Gebäuden wird momentan schon fleißig gewerkelt. Ein Überblick:

Schwabing: Die Feuerwache 4 in der Heßstraße wurde neu gebaut. Seit Mai 2016 werden von dort Einsätze gefahren.

Ramersdorf: Die Feuerwache 5 wird derzeit neu gebaut. Seit guten einem Jahr laufen die Arbeiten. Fertig soll die neue Wache im Jahr 2022 sein.

Innenstadt: Die Hauptfeuerwache am Rand der Altstadt muss umfassend saniert werden. Mitte nächsten Jahres soll’s losgehen. Sieben Jahre später hat die Feuerwehr dann eine fast neue Wache.

Neuperlach: Auch die Feuerwache 9 muss saniert werden. 2020 werden die Arbeiten losgehen. 2027 soll plangemäß dann alles fertig sein.

Unterföhring: Die Wache 8 ist 23 Jahre alt und muss ebenfalls saniert werden. Noch gibt es dafür keinen Zeitplan. Auch eine mögliche Erweiterung wird gerade noch geprüft.

Sendling: Die Feuerwache 2 an der Aidenbachstraße soll um eine neue Feuerwehrschule erweitert werden. Wie der Anbau aussehen könnte, hängt aber davon ab, was im Bebauungsplan für den benachbarten Ratzingerplatz stehen wird.

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